Warum (keine) Rinder? : Umfrage unter den angehenden Tierärztinnen und Tierärzten des Abschlussjahrgangs 2023
Der Mangel an Nutztierpraktikerinnen und Nutztierpraktikern in der Veterinärmedizin beschäftigt viele, denn dieser Fachkräftemangel birgt eine Gefahr für den Tierschutz und das Tierwohl. Vor diesem Hintergrund war das Ziel dieser Studie herauszufinden, wie viele Studierende sich nach dem Studium vorstellen könnten, in der Rindermedizin zu arbeiten und welche Gründe diese Entscheidung beeinflussen. Mit Hilfe einer Online-Umfrage wurden die Absolventinnen und Absolventen des Abschlussjahrgangs 2023 befragt. Dabei lag der Schwerpunkt auf der Auswertung von Freitextantworten. Insgesamt konnten Antworten von 157 Teilnehmenden ausgewertet werden, was einer Rücklaufquote von 17 % entspricht. Mehr als die Hälfte (54 %, n = 85) der Befragten gaben an, sich nicht oder kaum vorstellen zu können, in der Rindermedizin zu arbeiten. Die Gründe dafür waren neben dem Wunsch nach mehr Diagnostik und mehr Arbeit am Einzeltier moralische Konflikte oder fehlendes Interesse für diese Tierart. Es zeigte sich, dass die Bereitschaft signifikant mit der persönlichen Einstellung zur Nutztierhaltung zusammenhängt. Zudem war das Bild, das die Teilnehmenden von den Arbeitsbedingungen in der Buiatrik haben, oftmals schlechter als das von anderen kurativen Bereichen. Dennoch wurde deutlich, dass auch Menschen, die die Rindermedizin zuvor nicht als Berufsziel gehabt hatten, sich nach dem Studium vorstellen konnten, in diesem Berufsfeld tätig zu werden. Vor allem die kurativen Praktika hatten einen positiven Einfluss. Dabei schätzten die Befragten die Möglichkeit, selbst praktisch tätig sein zu dürfen. Basierend auf diesen Ergebnissen können Ansätze entwickelt werden, um mehr Personen für die Buiatrik zu gewinnen.
The shortage of livestock veterinarians is discussed by many people as it threatens animal welfare. Based on this background, the aim of this study was to find out how many graduates could imagine working in cattle medicine after their studies and which factors influenced this decision. Through an online survey, prospective veterinarians of the graduating year 2023 were questioned. The main emphasis of this paper was the evaluation of open text responses. Overall, answers of 157 participants were analyzed, which corresponds to a response rate of 17%. More than half of the respondents (54%, n=85) stated they could not or only barely imagine working in cattle medicine. Besides wanting to do more diagnostic and individual animal treatment in their future veterinary work, the main reasons were moral conflicts and lack of interest in the species. The results showed that personal attitudes towards cattle husbandry correlated significantly with their willingness to work in buiatrics. Furthermore, the perception of working conditions in cattle medicine was often worse than in other curative areas. Nevertheless, some people that had not aspired working with cattle before their studies could imagine working in this area after finishing their degree. Especially, working experience outside of university had a positive impact on that decision. The participants appreciated working with animals and doing the curative work by themselves. Based on these results approaches can be developed to attract more perspective veterinarians to cattle medicine.
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