Hernia umbilicalis : Bewertung von praktikablen Therapieverfahren in einem Schweinebestand
In der vorliegenden Studie ist die Behandlung eines Nabelbruchs mit einer nicht invasiven, innovativen Klebetechnik untersucht worden. Hierfür wurden die Tiere in einem Alter von fünf Lebenstagen in die Studie aufgenommen und unterschiedlichen Behandlungsgruppen zugeordnet. Die Bruchsack- und Bruchpfortengrößen wurden anhand eines Scoringschemas bewertet. Die Untersuchung gliederte sich in zwei Projektteile - eine Pilotphase und eine Hauptstudie - und umfasste insgesamt 13 Abferkelgruppen mit insgesamt 305 Ferkeln. Die 205 Tiere der Pilotphase wurden vom fünften Lebenstag bis zum Absetzen (24. Lebenstag) und die 100 Tiere der Hauptstudie vom fünften Lebenstag bis zur 15. Lebenswoche verfolgt. Die Ferkel jeder Gruppe wurden bis zum Absetzen einmal wöchentlich untersucht. In der Hauptstudie erfolgte in einem Alter von zehn Wochen und einem Gewicht von 20-25 kg die Untersuchung im Ferkelaufzuchtstall. Im Alter von 15 Wochen und mit einem Gewicht von 50 kg fand die abschließende Untersuchung im Maststall statt. Neben der Untersuchung des allgemeinen Gesundheitsstatus der Tiere erfolgte eine Bonitur des Nabels. Die Größe des Bruchsacks und der Bruchpforte wurden bei jeder Untersuchung des Ferkels mit Hilfe eines Scoringschemas erfasst. Im Rahmen der Pilotstudie fand eine unsystematische Zuordnung der Tiere in drei Behandlungsgruppen entsprechend der Ausmaße der Bruchsäcke und Bruchpforten statt. Die Behandlungsgruppen umfassten eine Kontrollgruppe, in der die Tiere unbehandelt blieben; eine Operationsgruppe, in der die Tiere mit einer konventionellen Operationstechnik operiert wurden; und die Klebetechnikgruppe, bei der eine nicht invasive, innovative Technik zur Anwendung kam. Die drei Behandlungsmethoden wurden auf dem Betrieb nach tierärztlichem Ermessen bei Tieren mit unterschiedlichen Bruchsackgrößen und Bruchpfortenweiten angewendet. Weibliche Tiere hatten häufiger einen Nabelbruch als männliche (54,6 % weiblich, 45,4 % männlich). In der Pilotphase wurden weibliche Tiere häufiger operiert (64,9 % weiblich, 35,1 % männlich) und geklebt (56,3 % weiblich, 43,7 % männlich), da die Methoden bei den weiblichen Tieren mit einem geringeren Komplikationsrisiko einhergingen. In der Kontrollgruppe war der Anteil an männlichen Tieren höher (36,4 % weiblich, 63,6 % männlich). In der unbehandelten Kontrollgruppe überlebten 24,2 % die Säugephase nicht. Bei 52 % der unbehandelten Tiere bildete sich der Nabelbruch von allein zurück und 48 % wurden mit einem Nabelbruch in die Ferkelaufzucht umgestallt. In der Operationsgruppe verstarben 35,1 % innerhalb der Säugephase. Die Rezidivrate lag bei 62,5 %. Insgesamt wurden 37,5 % ohne Nabelbruch in die Ferkelaufzucht umgestallt. Die Operation verlief ohne Entzündungssymptome. Bereits in der zweiten Woche post operationem zeigten 46,4 % der überlebenden Tiere (n = 28) ein Rezidiv. Die Nabelbrüche waren reponierbar, nicht schmerzhaft und ohne Entzündungsanzeichen im Bereich der Narbe. In der Klebetechnikgruppe verstarben 8,9 % der Tiere in der Säugephase. Bei 90,2 % der überlebenden Tiere bildete sich der Nabelbruch bis zum Absetzen zurück. Insgesamt 9,8 % der Tiere wurden mit einem Nabelbruch in die Ferkelaufzucht umgestallt. Mit der Zunahme der Bruchpfortengröße und der Ausdehnung des Bruchsacks nahm die Klebehäufigkeit zu. Die Behandlungsgruppen unterschieden sich hinsichtlich der Mortalität und der Heilungsrate bis zum Absetzen. Die Heilungsrate (überlebt und ohne Nabelbruch) war bis zum Absetzen in der Klebetechnikgruppe signifikant höher als in der Kontrollgruppe (82% versus 39%, p < 0,0001). Die Heilungsrate der Operationsgruppe (24%) unterschied sich bis zum Zeitpunkt des Absetzens nicht signifikant von der Kontrollgruppe (p = 0,2). Die Heilungsrate der Operationsgruppe und der Klebetechnikgruppe unterschieden sich ebenfalls signifikant (p < 0,0001). Die Mortalität bis zum Absetzen unterschied sich in allen drei Gruppen (Kontrollgruppe (24,2 %) versus Klebetechnikgruppe (8,9 %), p = 0,03; Klebetechnikgruppe (8,9 %) versus Operationsgruppe (35,1 %), p = 0,0002; Kontrollgruppe (24,2 %) versus Operationsgruppe (35,1 %), p = 0,43). Die am fünften Lebenstag erfassten Bruchsack- und Bruchpfortengrößen wiesen eine ungleiche Verteilung zwischen den drei Behandlungsgruppen auf und unterschieden sich signifikant voneinander (Bruchsackgröße p = 0,003, Bruchpfortengröße p = 0,0004). Zusammenfassend lieferte die Klebetechnikmethode in der Pilotstudie vielversprechende Ergebnisse. Aufgrund der hohen Mortalitäts- und Rezidivrate der Operationsmethode wurde in der Hauptstudie auf die Operation verzichtet. Folglich wurde lediglich die Klebetechnikmethode mit der Kontrollgruppe systematisch verglichen. Die Berechnung der Stichprobe für die Hauptstudie basierend auf den Ergebnissen in der Pilotphase ergab 50 Tiere pro Gruppe. Beim Scoren am fünften Lebenstag wurden Tiere mit ähnlichen Verhältnissen der Bruchsack- und Bruchpfortengröße systematisch abwechselnd mit Klebestreifen behandelt oder unbehandelt gelassen. Zudem wurde auf die gleichmäßige Geschlechtsverteilung geachtet. So waren in jeder Behandlungsgruppe die Hälfte der Tiere weiblich und die andere Hälfte männlich. In der Hauptphase wurde das Körpergewicht der Ferkel am fünften Lebenstag und beim Absetzen (24. Lebenstag) aufgenommen. In der Kontrollgruppe verstarben 20 % der Tiere bis zum Erreichen der Mast. Bis zum Absetzen bildete sich bei 32,7 % der Tiere der Nabelbruch von allein zurück und 67,3 % wurden mit einem Nabelbruch in die Ferkelaufzucht umgestallt. Bei der Bonitur im Ferkelaufzuchtstall waren 48,9 % der Ferkel ohne Nabelbruch. 51,1 % der Ferkel wurden mit einem Nabelbruch in die Mast umgestallt. In der Klebetechnikgruppe verstarben 8 % der Tiere bis zum Erreichen der Mast. Bei 89,8 % bildete sich der Nabelbruch bis zum Absetzen zurück. Die Ferkel konnten ohne Nabelbruch in die Ferkelaufzucht und später in die Mast umgestallt werden. Insgesamt 10,2 % der Tiere wurden mit einem Nabelbruch in die Ferkelaufzucht und später in die Mast umgestallt. Die Verteilung der Bruchsack- und Bruchpfortenscores war in den beiden Behandlungsgruppen gleichmäßig. In beiden Gruppen war zu Behandlungsbeginn der Medianscore für beide Parameter bei zwei. An den nachfolgenden Zeitpunkten unterschied sich der Bruchpforten- und Bruchsackscore zwischen den Gruppen signifikant (p < 0,05). In der Klebetechnikgruppe war an den nachfolgenden Zeitpunkten der Anteil an hohen Scores geringer als bei der Kontrollgruppe. Bis zum Zeitpunkt des Absetzens unterschied sich die Nabelbruchprävalenz signifikant voneinander (Kontrollgruppe: 67,3 % versus Klebetechnikgruppe: 10,2 %, p = 0,0001). Die Mortalität unterschied sich nicht zwischen beiden Gruppen. Die Heilungsrate (überlebt und ohne Nabelbruch) bis zur Mast unterschied sich signifikant zwischen beiden Gruppen (Kontrollgruppe: 50%, Klebetechnikgruppe: 84%, p=0,0006).
In this study a non-invasive, innovative adhesive technique for treatment of umbilical hernias in suckling piglets was evaluated. Five-day-old piglets were included in the study and assigned to different treatment groups. Changes in the size of hernia umbilicalis sacs and orifices were assessed using a scoring system. The study was divided into two parts, the pilot phase and the main study, and included a total of 13 farrowing groups with in total 305 piglets. The 205 piglets in the pilot phase were monitored from the fifth day of life until weaning (24th day of life) and the 100 piglets in the main study were monitored from the fifth day of life until the 15th week of life. The piglets in each group were examined once a week until weaning. In the main study animals were examined in the nursery at ten weeks of age and a weight of 20 – 25 kg. In the age of 15 weeks and a weight of 50 kg the final examination took place in the fattening barn. In addition to examining the general health status of the animals, the navel was assessed. The size of the umbilical hernia sacs and orifices were recorded using the scoring scheme on every examination day.
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