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Understanding the Neuropathogenesis of Tick-borne Encephalitis Virus : – in vitro Model Studies on Neuroinvasion & Neuroinflammation

Die durch Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine neurologische Erkrankung die durch eine Infektion mit dem dazugehörigen neurotropen Virus (FSMEV) hervorgerufen wird, verursacht in ganz Europa und bis nach Fernostasien eine erhebliche Krankheitslast. FSMEV gehört zur Gattung Orthoflavivirus, zu der auch andere medizinisch und veterinärmedizinisch relevante Viren, wie das West-Nil-Virus (WNV) gehören. Diese können eine Vielzahl von neurologischen Erkrankungen verursachen. Da derzeit keine FSMEV-spezifischen antiviralen Behandlungen zugelassen sind, bleibt die Impfung die einzige spezifische Interventionsstrategie. Die zugelassenen FSME-Impfstoffe sind effektiv aber verbesserungsfähig, und zudem werden auch adäquate therapeutische Strategien benötigt. Dies erfordert jedoch ein besseres Verständnis der Neuropathogenese von FSME. Daher soll diese Arbeit einen Beitrag zur Identifizierung und Charakterisierung der Mechanismen leisten, die dieser Neuropathogenese zugrunde liegen. Dazu gehören die virale Neuroinvasion in das Zentrale Nerven System und die neuronale Entzündungsreaktion als Antwort auf eine Infektion mit FSMEV. Zu diesem Zweck wurden in den vorliegenden Studien, die in dieser Arbeit beschriebenen in vitro-Modelle zur Untersuchung der Neuroinvasion und der Neuroinflammation von FSMEV verwendet.

Um die direkten Auswirkungen einer FSMEV-Infektion auf Endothelzellen und ihre Barrierefunktion zu untersuchen, wurde ein in vitro-Modell verwendet, das aus der menschlichen zerebralen mikrovaskulären Endothelzelllinie hCMEC/D3 besteht. Zum Vergleich der neuroinvasiven Fähigkeiten wurde das Langat-Virus (LGTV), ein eng verwandtes, aber natürlich abgeschwächtes Virus, das zur FSMEV-Serogruppe gehört, verwendet. Überraschenderweise konnte gezeigt werden, dass LGTV die in vitro-Endothelbarriere leichter überwinden kann als FSMEV. Die Ergebnisse zeigen, dass die Fähigkeit dieser Viren, Endothelzellen zu durchqueren, von einer Kombination von Proteinen abhängt, dem Laminin-bindenden Protein (LBP), einem mutmaßlichen Rezeptor für FSMEV, und dem auf der Zelloberfläche exprimierten Vimentin. Die Transzytose des Virus über die Endothelbarriere beeinträchtigt jedoch nicht deren Barriereeigenschaften und ist unabhängig von der Virusreplikation innerhalb der Endothelzellen.

Die Blut-Hirn-Schranke ist eine komplexe Struktur, die neben Endothelzellen aus Zelltypen wie Astrozyten und Perizyten besteht, die eng mit der kompakten Endothelzellschicht interagieren und eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung ihrer Barriereeigenschaften spielen. Daher ist es wichtig, den Einfluss der mit der Blut-Hirn-Schranke assoziierten Zellen auf ihre Barrierefunktion während einer Infektion zu untersuchen. Zu diesem Zweck wurde ein in vitro-Modell der endothelialen Barriere von Mäusen mit und ohne Astrozyten hergestellt und ihre Barrierefunktion untersucht. Während sich alle Viren in primären mikrovaskulären Endothelzellen des Mäusehirns in vitro in ähnlichem Ausmaß vermehren, wurde festgestellt, dass die stärker pathogenen FSMEV und WNV die Endothel-Astrozyten-Barriere mit höherer Effizienz überwinden als ihre wenig bis gar nicht pathogenen Verwandten. Darüber hinaus wurde beobachtet, dass die Viren in vitro die Endothel-Astrozyten-Barriere überwinden, ohne die Integrität der Barriere wesentlich zu beeinträchtigen.

Nach dem Eindringen in das ZNS trifft FSMEV auf ansässige Gliazellen, und die daraus resultierende neuroinflammatorische Reaktion ist ein entscheidender Faktor für die Pathogenese von FSME. Im Zusammenhang mit der Infektion kann die Neuroinflammation entweder die Virusbeseitigung begünstigen oder zur Schädigung des Nervengewebes führen. Hier wurde die Entzündungsreaktion einzelner Gliazellen und Endothelzellen auf eine FSMEV- und LGTV-Infektion untersucht. Die Ergebnisse zeigten, dass zwar jeder getesteter Zelltyp anfälliger für eine Infektion durch FSMEV als durch LGTV ist, beide Viren jedoch vor allem in Mikroglia und Astrozyten erhebliche Entzündungsreaktionen auslösen.

In vitro-Modelle, wie die in dieser Studie verwendeten, stellen wertvolle Instrumente zur Bewertung kritischer Schritte in der viralen Pathogenese dar. Darüber hinaus ermutigen solche zuverlässigen Modelle, den Einsatz von Versuchstieren einzuschränken und unterstützen somit die 3R-Prinzipien des Ersetzens (engl. replace), Reduzierens (engl. reduce) und Verfeinerns (engl. refine) von Tierversuchen. In vitro-Versuche können zwar dazu beitragen, Schlüsselmechanismen und Mediatoren der viralen Pathogenese zu entschlüsseln, doch ist die Validierung in vivo in relevanten Versuchsmodellen für den Erfolg der Entwicklung therapeutischer Strategien unerlässlich. Insgesamt zielt die Forschung auf dem Gebiet der Neuropathogenese von Orthoflavivirus-Infektionen darauf ab, deren Belastung für die Gesundheit von Menschen und Tieren zu begrenzen. Aufgrund der zunehmenden Verbreitung von Arboviren, ihren Vektoren und verwandten zoonotischen Krankheiten wird diese Belastung in den kommenden Jahren wahrscheinlich zunehmen. Daher war es ein Ziel der in dieser Thesis vorgestellten Arbeit, einen Beitrag zum Verständnis der Neuropathogenese von FSME und anderen neurotropen Orthoflavivirus-Infektionen zu leisten.

Tick-borne encephalitis (TBE), a neurological disease caused by infection with neurotropic Tick-borne encephalitis virus (TBEV), is an ongoing disease associated with a considerable disease burden across Europe that extends into Far-East Asia. TBEV belongs to the genus of Orthoflavivirus, which includes other medically relevant viruses, such as West-Nile virus (WNV), causing a variety of neurologic diseases. As currently there are no TBEV-specific antiviral treatments approved, vaccination remains the only specific intervention strategy, however there is room for vaccine improvement and therapeutic strategies are needed. This requires a better understanding of the neuropathogenesis of TBEV infections. Therefore, this thesis aims at contributing to the identification and characterization of mechanisms underlying this neuropathogenesis. This includes the viral neuroinvasion into the central nervous system (CNS) and neuroinflammation in response to infection with TBEV. To this end, in vitro models to study TBEV neuroinvasion and neuroinflammation were used in the studies described in this thesis.

To investigate direct impact of TBEV infection on brain endothelial cells and its barrier function, an in vitro model consisting of the human cerebral microvascular endothelial cell line hCMEC/D3 was used. For comparison of neuroinvasive capabilities, Langat virus (LGTV), a closely related but naturally attenuated virus belonging to TBEV serogroup was used. Surprisingly, it was shown that LGTV more readily crosses an in vitro endothelial barrier model than TBEV. Our results show that the ability of these viruses to traverse endothelial cells is dependent on a combination of proteins, laminin-binding protein (LBP), a putative receptor for TBEV and vimentin expressed on the cell surface. Nevertheless, transcytosis of virus across the endothelial barrier does not affect their barrier properties and is independent of virus replication within the endothelial cells.

The Blood-Brain Barrier (BBB) is a complex structure comprised of cell types such as astrocytes and pericytes closely interacting with compact endothelial cell layer and plays a critical role in maintenance of its barrier properties. Therefore, it is essential to consider the influence of the cells associated with the BBB on its barrier function during infection. To this end, an in vitro mouse endothelial barrier model was established in presence and absence of astrocytes, and its barrier function was assessed. While all tested viruses replicated in primary mouse brain microvascular endothelial cells to a similar extent in vitro, the more pathogenic TBEV and WNV were found to cross the endothelial-astrocyte barrier model with higher efficiencies than their low- to non-pathogenic relatives. Furthermore, viral crossing of the endothelial-astrocyte barrier in vitro was observed to happen without a significant impact on the integrity of the barrier.

Following entry into the CNS, TBEV encounters resident glial cells and the ensuing neuroinflammatory response is critical factor for the pathogenesis of TBEV. In the context of infection, neuroinflammation can either be beneficial in viral clearance or detrimental by causing neural tissue damage. Here the inflammatory response of individual glial cells and endothelial cells to TBEV and LGTV challenge was assessed and the results indicated that, while each cell type is more prone to infection by TBEV than by LGTV, both viruses induce significant inflammatory responses primarily in microglia and astrocytes.

In vitro models like those used in this study present valuable tools to assess critical steps in viral pathogenesis. Furthermore, such reliable models encourage researchers to limit the usage of experimental animals and support the 3R principles of “replace, reduce and refine”. While in vitro set-ups may help to dissect key mechanisms and mediators of viral pathogenesis, in vivo validation in relevant experimental models is indispensable for the success of developing therapeutic strategies. Overall, the aim of research conducted in the field of neuropathogenesis of orthoflavivirus infections is to limit their burden on human and animal health. Due to the increasing spread of arboviruses, their vectors and related zoonotic diseases, this burden is likely to increase in the coming years. Therefore, the work presented in this thesis, aims to contribute to the understanding of the neuropathogenesis of TBEV and other neurotropic orthoflavivirus infections. This may contribute to achieve the overall aim of limiting their burden on human and animal health.

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