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New Preventive and Therapeutic Approaches against Hepatitis E and Prevalence Studies in Laboratory Animals in Germany

Das Hepatitis-E-Virus (HEV) ist eine der Hauptursachen für akute Hepatitis E-Fälle beim Menschen. Die meisten Infektionen werden den Genotypen 1 bis 4 (HEV-1 bis HEV-4) innerhalb der Spezies Paslahepevirus balayani zugeschrieben. HEV-1 und HEV-2 werden hauptsächlich mit endemischen Ausbrüchen bei Menschen in Verbindung gebracht, insbesondere in Regionen mit schlechter Wasserhygiene und humanitären Krisen. Im Gegensatz dazu werden den Genotypen HEV-3 und HEV-4 weltweit sporadisch auftretende, autochthone Fälle zugeschrieben, die oftmals auf alimentärem Weg vom Reservoirwirt Schwein auf den Menschen übertragen werden. Weitere zoonotische HEV-Genotypen wurden bei Kaninchen, Kamelen und Nagern gefunden.

HEV-3 und HEV-4-Infektionen können sich auch in extrahepatischen Manifestationen äußern und schwere, fulminante Verläufe mit tödlichem Ausgang verursachen. Bei immunsupprimierten Patienten kann HEV auch zu chronischen Infektionen führen. Während HEV-4 durch den chinesischen HEV-Impfstoff Hecolin® abgedeckt wird, liegen keine Daten über die Abdeckung von HEV-3 durch Hecolin® vor. Die Behandlungsmöglichkeiten für chronische Hepatitis E beschränken sich derzeit auf eine Reduzierung der Dosierung der Immunsuppressiva, auf eine antivirale Therapie mit Ribavirin und eine immunstimulierende Therapie mit pegyliertem Interferon-α. Diese Ansätze werden jedoch durch Kontraindikationen, Nebenwirkungen und das Auftreten von HEV-Mutanten, die eine Resistenz gegen Ribavirin aufweisen, eingeschränkt, was zu Therapieversagen mit tödlichem Ausgang führen kann.

Die hier vorgestellte Arbeit adressiert drei Forschungsfragen in den Bereichen HEV-3-Prävention durch Impfung, neuartige HEV-3-Behandlungsmöglichkeiten und HEV-Reservoire.

Manuskript I befasst sich mit der Entwicklung eines HEV-3-Impfstoffs für Schweinebestände, um alimentäre zoonotische Übertragungen auf den Menschen über einen One Health-Ansatz zu vermeiden. Hierfür wurde ein Arbeitsablauf zur Bewertung von Impfstoffkandidaten etabliert, die darin bestand, die in immunisierten Kaninchen produzierten Antikörper hinsichtlich ihrer Reaktivität in Enzymimmunoassays (ELISA), Western Blots, Immunfluoreszenzfärbungen und Neutralisationstests sowie einer Aviditätsbestimmung in einem modifizierten ELISA zu charakterisieren. Mit diesem Ansatz wurden sieben verschiedene Impfstoffkandidaten bewertet, die entweder auf Proteinen oder Plasmiden basierten und deren Aufbau auf Basis des HEV-3 Kapsidproteins mit oder ohne Fusion an ORF3 die Bildung von virusähnlichen Partikeln (VLPs) versprach. Die zwei vielversprechendsten Impfstoffkandidaten, p429 und p429-ORF3, wurden in einer Infektionsstudie an Schweinen weiter untersucht. Die Impfung führte jeweils zu einer signifikanten Reduktion viraler RNA-Lasten im Schweinekot. Jedoch wurde weder eine vollständige Unterdrückung der Virusexkretion noch eine sterile Immunität erreicht, wie die Präsenz viraler RNA in Galleproben der geimpften Schweine 28 Tage nach der Infektion anzeigte. Der Rückgang impfstoffinduzierter Antiköper trotz einer Belastungsinfektion der Schweine wies zudem darauf hin, dass ein Schutz eher auf Mechanismen wie antrainierte Immunität (TRIM) zurückzuführen ist, als auf eine konventionell erworbene Immunantwort. Zukünftige Studien sollten sich auf Impfstoffkandidaten fokussieren, die die Virusausscheidung und Viruslast bei Schweinen unter die Nachweisgrenze reduzieren, um die Übertragung von HEV zwischen Schweinen und auf den Menschen durch HEV-kontaminierte Fleischprodukte zu reduzieren.

In einer zweiten Studie (Manuskript II) wurde das Potential monoklonaler Antikörper (mabs) zur Therapie chronischer Hepatitis E, ausgelöst durch HEV-3, evaluiert. Neun am FLI hergestellte murine mabs wurden in vitro mittels ELISA, Western blot, Immunfluoreszenzfärbung und Neutralisationstests auf ihre Reaktivität mit verschiedenen HEV-Kapsidproteinen untersucht. Der vielversprechendste Kandidat, mab 5F6A1, der gegen das HEV-3-Kapsidprotein gerichtet ist, wurde im Schweinemodell evaluiert. Hierzu wurden diese Antikörper Schweinen einen und sieben Tage nach einer HEV-3-Infektion injiziert, ein Therapie-Ansatz, der erstmalig versucht wurde. Die Behandlung führte zu einer signifikanten Verringerung der HEV-Ausscheidung über den Kot und der HEV-Replikation in Gewebeproben, sowie zum vollständigen Verschwinden der Anzeichen einer Virämie. Diese Ergebnisse unterstreichen das vielversprechende Potenzial einer mab-Therapie gegen HEV-Infektionen. Allerdings bleibt die genaue Wirkweise dieser murinen Antikörper in infizierten Schweinen unbekannt, da derzeit kaum Daten zu Fc-Rezeptorfunktionen von Mausantikörpern in Schweinen existieren. Zukünftige Studien sollten einen Fokus auf die Entwicklung von humanen und humanisierten Antikörpern mit einer definierten Antikörperklasse legen, um erwünschte Effektor-Funktionen wie Antikörper-abhängige zelluläre Phagozytose (ADCP), Antikörper-abhängige zelluläre Zytotoxizität (ADCC) oder Komplement-abhängige Zytotoxizität (CDC) zu erreichen.

Manuskript III untersucht die Prävalenz von HEV-Genotypen bei Frettchen, die sowohl als Haus- als auch als Labortiere gelten. 169 vorselektierte Seren von Frettchen aus zwei Forschungseinrichtungen in Deutschland wurden a) auf die Antikörperprävalenz (ELISA) und b) auf das Vorkommen von HEV-RNA in Leberhomogenaten und Kotproben (quantitative Polymerase-Kettenreaktion (qRT-PCR)) untersucht. Während bei Frettchen von der Insel Riems keine Hepatitis-Infektionen beobachtet wurden, wiesen Frettchen aus Hannover eine Seroprävalenz von 11,8 % und eine HEV-RNA-Prävalenz von 22,2 % im Lebergewebe auf. Die Isolate wurden Rocahepevirus ratti Genotyp C2 (HEV-C2) zugeordnet, ähnlich zu früheren Funden. Beim Menschen wurden bisher keine Fälle mit diesem Genotyp in Verbindung gebracht. Es sind jedoch weitere Untersuchungen erforderlich, um das potenzielle Risiko einer Übertragung auf prädisponierte Bevölkerungsgruppen, wie etwa immunsupprimierte Personen, zu bewerten. Daher kann ein zoonotisches Risiko einer Erreger-Übertragung von Frettchen auf den Menschen nicht ausgeschlossen werden. Dies unterstreicht die Bedeutung der Identifikation potenzieller Wirtsspezies als Reservoir für zoonotische HEV-Infektionen sowie die Notwendigkeit gezielter Interventionsstrategien zur Verhinderung einer Übertragung.

Hepatitis E virus (HEV) is a common cause of acute hepatitis E in humans. Most infections are attributed to genotypes 1 to 4 (HEV-1 to HEV-4) all belonging to the Paslahepevirus balayani species. HEV-1 and HEV-2 are primarily associated with human endemic outbreaks, especially in regions affected by poor water sanitation or during humanitarian crises. In contrast sporadic, autochthonous cases globally are attributed to HEV-3 and HEV-4, often transmitted zoonotically from the pig reservoir to humans through the alimentary route. Despite HEV-3 and HEV-4, several other HEV genotypes in rabbits, camels and rodents have been identified as zoonotic.

HEV infections can cause extrahepatic manifestations and severe fulminant courses with fatal outcomes have been reported. In immunocompromised patients, HEV can cause chronic infections, most commonly linked to HEV-3 or HEV-4. While HEV-4 is addressed by the Chinese HEV vaccine Hecolin®, data on vaccine coverage for HEV-3 remain lacking. Treatment options for chronic hepatitis E are currently limited to reducing immunosuppression, antiviral therapy with Ribavirin or immunostimulatory therapy with pegylated interferon-α. However, these approaches have limitations due to contraindications, side effects and the emergence of Ribavirin-resistant HEV mutants, which can lead to treatment failures and fatal outcomes.

Despite significant progress in HEV research on transmission, prevention and therapy over the past four decades, infections with zoonotic HEV genotypes remain a public health concern. This thesis therefore addresses three aspects of zoonotic HEV by evaluating strategies to prevent human infection, exploring mabs as a potential treatment option and investigating the host range of the virus.

To address the lack of HEV-3 vaccination, Manuscript I focuses on developing an HEV-3 vaccine for pig herds, aiming to reduce zoonotic transmission to humans in a One Health approach. A workflow for evaluating vaccine candidates was established, consisting of vaccination in rabbits as a small-animal model, followed by assessing the resulting antibodies for reactivity and neutralizing efficacy against HEV in vitro using enzyme-linked immunosorbent assay (ELISA), Western blot, immunofluorescence staining, neutralization assays and avidity ELISA. Seven different vaccine candidates, designed to form virus-like particles (VLPs) and either protein-based or plasmid-based, coding for HEV-3-derived capsid proteins with or without fusion with ORF3, were evaluated using this approach. Two protein-based vaccines, p429 and p429-ORF3, were identified as the most promising candidates. These were further assessed in an infection study in pigs, where vaccination with p429 and p429-ORF3 significantly reduced HEV-3 RNA loads in faeces. However, viral RNA remained detectable in bile samples of vaccinated pigs 28 days post-infection, indicating that sterile immunity and complete suppression of viral shedding were not achieved. The decline of vaccine-induced antibodies in vaccinated pigs after infection suggests that protection might involve mechanisms such as trained immunity (TRIM) rather than conventional adaptive immune responses. Therefore, future research should focus on vaccine candidates that can further reduce viral shedding and viral loads in pigs beyond detectable levels, with the goal of preventing HEV transmission between pigs and from pigs to humans through contaminated meat products.

Manuscript II focuses on the treatment of chronic HEV-3 infections, aiming to provide an additional therapeutic option for chronically infected patients. This study explores the potential of monoclonal antibodies (mabs) as a therapeutic approach. Nine mouse-derived mabs, generated at the FLI, were evaluated in vitro for their reactivity against different HEV capsid proteins using ELISA, Western blot, immunofluorescence staining and neutralization assays. The mab 5F6A1, directed against the HEV capsid protein, was identified as the most promising candidate. Its therapeutic potential was tested in a pig model, with administration at both one- and seven-days post-infection, an approach not previously explored for HEV mabs. This treatment resulted in a significant reduction in HEV shedding via faeces, decreased viral replication in tissues and the complete disappearance of viremia. These findings highlight the promising potential of mab therapy for HEV infections. However, the exact mode of action of mouse-derived antibodies in infected pigs remains unexplored, as data on Fc receptor functions of mouse antibodies in pigs are currently lacking. Further studies should investigate antibody-mediated mechanisms to gain a deeper understanding of their therapeutic effects. Additionally, future research should focus on the development of human or humanized antibodies. Selecting the appropriate antibody class will be essential to achieving the desired effector mechanisms, such as antibody-dependent cellular phagocytosis (ADCP), antibody-dependent cellular cytotoxicity (ADCC), or complement-dependent cytotoxicity (CDC).

Manuscript III investigates the prevalence of HEV genotypes in ferrets, which are both companion animals and widely used laboratory models. A total of 169 preselected ferrets from two research facilities in Germany were tested for HEV infection by screening serum samples for antibodies using ELISA and detecting HEV RNA in liver homogenates and faecal samples using real time quantitative polyermase chain reaction (qRT-PCR). While no HEV infections were observed in ferrets from the Island of Riems, those from Hannover exhibited a seroprevalence of 11.8% and an HEV RNA prevalence of 22.2% in liver tissue. The isolates were classified as ferret hepatitis E strains, clustering within Rocahepevirus ratti genotype C2 (HEV-C2), similar to previous findings. Although no human infections with HEV-C2 have been reported, its potential to infect immunocompromised individuals or those with liver disease remains unexplored. Therefore, the risk of zoonotic transmission from companion or laboratory animals to humans cannot be excluded. This underscores the importance of identifying host species that may serve as reservoirs for zoonotic HEV transmission and implementing targeted intervention strategies.

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