Wissenstransfer als Ausgangslage für eine Translation der Forschung in die Praxis für mehr Tierwohl und Tiergesundheit in der Geflügelwirtschaft : eine explorative Studie zu dem Potential qualitativer empirischer soziologischer Forschungsmethoden für die Life Sciences vor dem Hintergrund des One-Health-Ansatzes
Das Forschungsprojekt an der Klinik für Geflügel der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) untersucht den Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis, um Tierwohl und Tiergesundheit in der Geflügelwirtschaft zu fördern. Im Rahmen des One-Health-Ansatzes werden die Wechselbeziehungen zwischen Mensch, Tier und Umwelt analysiert, unter Berücksichtigung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen und des landwirtschaftlichen Transformationsprozesses in Deutschland. Mithilfe narrativer Interviews wird erforscht, wie Landwirt:innen Wissen erwerben, weitergeben und anwenden. Biografische und sozio-kulturelle Prägungen spielen dabei eine zentrale Rolle. Wissenstransfer wird als wechselseitiger Prozess verstanden, der an die Biografien und den „Wissenshabitus“ der Landwirt:innen angepasst werden muss, um effektiv zu sein. Fachtierärzt:innen und Berater:innen werden als Schlüsselakteure für praxisrelevantes Wissen identifiziert. Face-to-face-Formate, wie Fachveranstaltungen, fördern die Wissensvermittlung und schaffen Vertrauen sowie Reflexionsräume. Die Eigenständigkeit von Landwirt:innen als Entrepreneure in einem komplexen Umfeld wird hervorgehoben. Die biografischen Methode ergänzen quantitative Ansätze und bieten Einblicke in soziale Dynamiken des Wissenstransfers, um Strategien für die Translation von Forschung in die Praxis zu optimieren.
The research project at the Clinic for Poultry at the University of Veterinary Medicine Hannover (TiHo) examines knowledge transfer between research and practice to improve animal welfare and health in poultry farming. Using the One Health framework, it analyzes interactions between humans, animals, and the environment, considering societal structures shaping human actions. The transformation of agriculture in Germany provides a key context, requiring farmers to navigate sustainability challenges and regulatory demands. Narrative interviews explore how farmers acquire, share, and apply knowledge, with biographical and socio-cultural factors playing a crucial role. Knowledge transfer is viewed as a reciprocal process, requiring alignment with farmers' biographies and “knowledge habitus.” Specialist veterinarians and advisors are key in transferring practical knowledge. Face-to-face formats, such as professional events, foster trust and reflective spaces. The study highlights farmers’ autonomy as entrepreneurs in complex socio-regulatory contexts. Biographical methods complement quantitative approaches, offering insights into knowledge transfer dynamics and informing strategies for translating research into practice.
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