Bakterielle Erreger boviner Eutergesundheitsstörungen : epidemiologische, ätiologische und therapeutische Aspekte
Die Eutergesundheitsituation von Milchkühen stellt einen wesentlichen Faktor in der Milchviehindustrie dar, da durch Störungen der Eutergesundheit sowohl große Einschränkungen des Tierwohls als auch erhebliche ökonomische Verluste für den Betrieb entstehen können. Die Beurteilung der Eutergesundheitssituation ist von entscheidender Bedeutung sowohl für den einzelnen Betrieb als auch für die generelle Entwicklung der Milchviehhaltung in Deutschland. Mittels diagnostischer Untersuchung kann die Erregersituation in den Milchviehbetrieben überwacht werden. Eine regelmäßige Kontrolle über die Herdensammelmilch stellt dabei eine kostengünstige, schnelle und einfache Möglichkeit dar, um zu erkennen, ob ein Erreger im Betrieb vorhanden ist oder ob ein Erreger einen gewissen Schwellenwert überschreitet, der darauf hinweist, dass die Hygienesituation im Betrieb mangelhaft und der Erregerdruck stark erhöht ist. Die Überwachung mittels Herdensammelmilch stellt insbesondere für kontagiöse Erreger wie Streptococcus agalactiae, Mycoplasmopsis spp. bzw. Mycoplasmopsis bovis und Prototheca spp. eine sinnvolle Alternative zur herkömmlichen Untersuchung von Viertelgemelksproben dar. Das Ziel für einen Betrieb sollte es sein, eine Erregerfreiheit von diesen Pathogenen zu erreichen. Darüber hinaus ist es notwendig, die Resistenzsituation von Erregern zu beobachten, da dies sowohl im Zusammenhang mit der politischen Diskussion über die Entstehung von Antibiotikaresistenzen als auch für die Erhaltung der Therapierbarkeit von Bakterien in der Veterinärmedizin von Bedeutung ist. Eine Möglichkeit hierzu bietet die Untersuchung auf Oxacillin-resistente Staphylococcus aureus-Stämme.
Der Antibiotikaverbrauch in der Tierhaltung kann durch Einsatz geeigneter diagnostischer Untersuchungen und dem Einhalten eines genauen Bekämpfungsplans reduziert werden. Die Auswahl behandlungswürdiger Tiere bei der Therapie subklinischer Mastitiden stellt dabei einen zentralen Punkt dar. In Betrieben, die eine niedrige Neuinfektionsrate aufweisen, kann es sinnvoll sein, subklinische Mastitiden, die durch Erreger verursacht werden, die eine geringe Selbstheilung und eine hohe bakteriologische Heilungsrate bei Behandlung mit Antibiotika aufweisen, zu behandeln. Hierbei kann ein positiver Langzeiteffekt erreicht werden. Aber auch das Beispiel aus Schweden zeigt, dass durch einheitliche Richtlinien und den Verzicht auf antibiotische Behandlungen in der Laktation eine gute Eutergesundheit erreicht werden kann, und die Behandlung mit antimikrobiellen Mitteln oft nicht nötig ist (Rajala-Schultz et al., 2021).
Des Weiteren müssen neu auftretende Erkrankungen in der Eutergesundheit beobachtet werden. Die ischämische Zitzennekrose kann zu großen Tierwohleinschränkungen führen. Außerdem zieht sie große wirtschaftliche Schäden nach sich, da aktuell keine Therapiemöglichkeiten bekannt sind. Neben bakteriellen Erregern wie Staphylococcus aureus und Treponema spp. konnte gezeigt werden, dass vor allem nicht-infektiöse Ursachen eine wichtige Rolle in der Entstehung der Erkrankung spielen. Die Kenntnis über die genaue Ätiologie der Erkrankung ist entscheidend, um zu ermitteln, wo und wann eingegriffen werden kann, um die Folgen der Erkrankung zu verhindern oder zu reduzieren. Dabei muss vor allem die Entstehung von Ödemen, Verletzungen der Zitzen und die Melktechnik sorgfältig überprüft werden.
Udder health is a very important factor for dairy cows, as disorders can lead to significant welfare problems and economic losses for the farm. The evaluation of the udder health situation is therefore of crucial importance for the individual farm as well as for the general development in Germany. Diagnostic tests can be used to monitor the pathogen situation on dairy farms. Regular monitoring of the bulk tank milk is an inexpensive, quick and easy way to determine whether a pathogen is present on the farm or whether a pathogen exceeds a certain threshold, indicating that the hygiene situation on the farm is inadequate and the pathogen pressure is increased. Especially for contagious pathogens such as Streptococcus agalactiae, Mycoplasmopsis spp. or Mycoplasmopsis bovis and Prototheca spp., bulk tank milk monitoring is a reasonable alternative as the goal of a farm should be to eradicate these pathogens. In addition, the resistance situation of pathogens should be monitored both because of the political discussion on the development of antibiotic resistance and to maintain the treatability of bacteria in veterinary medicine. Testing for oxacillin-resistant Staphylococcus aureus strains is one possible approach.
The use of antibiotics in livestock production can be reduced by using appropriate diagnostic tests and following a precise control plan. The selection of cows to be treated for subclinical mastitis is a key issue. On farms with a low rate of new infections, it may be appropriate to treat subclinical mastitis caused by pathogens that have a low self-healing rate and a high bacteriological cure rate when treated with antibiotics. A positive long-term effect can be achieved here. However, the Swedish example also shows that good udder health can be achieved by following standardized guidelines and avoiding antibiotic treatment during lactation, and that antimicrobial treatment of subclinical mastitis is often unnecessary (Rajala-Schultz et al., 2021).
Furthermore, emerging diseases in udder health need to be monitored. Ischemic teat necrosis can be a major welfare problem. It also causes significant economic damage as there are currently no known treatments. In addition to bacterial pathogens such as Staphylococcus aureus and Treponema spp., non-infectious causes have been shown to play an important role in the development of the disease. Knowing the exact etiology of the disease is crucial to determine where and when to intervene to prevent or reduce the consequences of the disease. In particular, the development of edema, teat injuries and milking technique must be carefully examined.
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