Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)TiHo eLib

Vorsicht als Grundlage für einen adäquaten Umgang mit Schlachttierfeten

Die fetale Empfindungsfähigkeit ist ein zentraler Bestandteil der Debatte um den Schutz von Nutztierfeten im Rahmen der Schlachtung tragender Tiere. Bisher gibt es in der Naturwissenschaft weder belastbare Beweise für noch gegen das Vorliegen einer solchen Empfindungsfähigkeit. Auch im philosophischen Diskurs um Empfindungen zeigt sich eine Unsicherheit beziehungsweise Grenze hinsichtlich einer diesbezüglichen Einschätzung. Um trotz der bestehenden Unsicherheiten einen Schutz für die Feten von Schlachttieren erreichen zu können, wird in diesem Artikel ein Konzept vorgestellt, auf Grundlage dessen eine disziplinenübergreifende Positionierung und darauf basierend die Erarbeitung eines Schutzkonzeptes möglich ist. Eine pathozentrische Tierschutzposition zugrunde legend, wird vorgeschlagen, anhand des Vorsorgeprinzips mit tutioristischer Position den zukünftigen Umgang mit den Feten vorsichtiger zu gestalten. Dazu wird, in Anlehnung an unterschiedliche fetale Entwicklungsstadien, ein Weg vorgestellt, wie ein solcher Schutz aussehen kann und welche Konsequenzen sich daraus für den Umgang mit den Feten ergeben. Im Ergebnis dieser Überlegungen ergibt sich ein Konzept, das vorsieht, dass die Nutztierfeten ab der zweiten Trächtigkeitshälfte geschützt werden sollten. Dieses Konzept bietet eine Grundlage, um zukünftig die bestehende Praxis zu optimieren.

In the scope of slaughtering of pregnant animals, fetal sentience is a key component in the debate regarding the protection of farm animals‘ fetuses. To date, no scientific evidence for the existence of fetal sentience exists and the philosophical discussion on sentience lacks certainty as well. This article presents a model as a potential approach to accomplish a concept for fetal protection. This model serves as the foundation for the elaboration of such concept. Based on a pathocentric standpoint on animal protection, considering the precautionary principle with tutioristic position, the authors of this article suggest a more careful handling with these fetuses. In accordance with the different stages of fetal development, this article presents an approach concerning the implementation of a protection and the potential consequences regarding the handling with these fetuses. The result of these considerations is a concept that aims to protect the farm animals‘ fetuses from the beginning of the second half of pregnancy. This concept can be used as a basis to optimize the current practice in the future.

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