Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)TiHo eLib

Occurrence of asymmetrical claws and potential influences on the development of claw sole ulcerations in fattening pigs

Lameness in pigs caused by claw pathologies is an important problem in modern pig farming from the point of view of animal welfare, veterinary medicine as well as economics.
Especially asymmetrical main claws, causing an unequal weight distribution and load on the individual claws, seem to predispose further pathological changes in pigs`claws. In the present study thematize the occurrence of asymmetrical claws and their possible influence in the development of claw sole ulceration in fattening pigs from conventional housing.

The aim of the study was to evaluate the prevalence of claw asymmetries and their development during the life cycle of fattening pigs. For this purpose, a total of 517 experimental animals from conventional housing of the LSZ Boxberg were examined for claw asymmetries. Therefore, a three-step scoring system (A-Score) was developed.

Since asymmetric claws could already be detected at suckling piglet age, the authors suspect a genetic component in the development of this claw pathology. Also a significant increase in the prevalence and severeness of claw asymmetries over pigs’ lifetime could be recorded. At all three ages the claws of the hindlimbs were more frequently and severely affected by claw asymmetries than those of the forelimbs. This is in line with known results of other studies on this subject.

Ulcerations of the claw sole could only be detected in slaughter pigs, with a prevalence of 64.2 %. Furthermore, a statistical correlation between asymmetrical claws in finishing pigs and the occurrence of claw sole ulcerations could be demonstrated. Animals with highly asymmetrical claws (grade 3) had a 3.6-fold increased risk of claw sole ulceration compared to animals with only slightly asymmetric claws. Also, the risk for sole ulcerations was 2.7-fold higher in pigs with strong asymmetric claws than in those with intermediate asymmetric ones (grade 2).

Consequently, this study demonstrated that unequal, asymmetrically shaped claws have an increased risk for the occurrence of claw sole ulceration in finishing pigs.

Intermediate and severe ulcerations of the claws’ sole, associated with inflammation, necrosis and tissue loss, are considered by the authors to have a potential negative impact on animal welfare.
Overall, the results of this study show that although claw asymmetries in pigs already occur at all ages, they acquire greater clinical relevance for the older and heavier animals.

Since multifactorial reasons are suspected to be causal in the development of asymmetric claws in pigs, further studies on this topic are needed to establish adequate, prophylactic measures such as genetic selection, comprehensive housing adaptions, e.g. housing on suitable flooring, claw trimming and adapted feeding.

For future studies on this topic, the authors consider the use of an artificial intelligence for the analysis and evaluation of claw asymmetry in pigs. This would allow a practical evaluation of larger data sets and thus offer the possibility to investigate fundamental genetic and husbandry-related influences of this pathology and appropriate prophylactic and therapeutic measures for practice.

Durch Klauenpathologien bedingte Lahmheiten bei Schweinen stellen sowohl aus tierschutzrechtlicher und tiermedizinischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht ein wichtiges Problem der modernen Schweinehaltung dar.
Vor allem asymmetrische Hauptklauen, welche zu einer ungleichen Gewichtsverteilung und -belastung der einzelnen Klauen führen, scheinen prädisponiert für weitere pathologische Veränderungen bei Schweinen.

In der vorliegenden Arbeit wird die Problematik asymmetrischer Klauen und ihr möglicher Einfluss bei der Entstehung von Klauensohlenulzerationen bei Mastschweinen aus konventioneller Haltung thematisiert.
Ziel der Studie war eine Evaluation der Prävalenz von Klauenasymmetrien und deren Entwicklung während des Lebenszyklus der Mastschweine. Hierfür wurden insgesamt 517 Versuchstiere aus der konventionellen Haltung der LSZ Boxberg auf Klauenasymmetrien untersucht. Die Klauen der Tiere wurden am dritten Lebenstag, sowie im Alter von vier Wochen und an den Tierkörpern am Schlachtband fotografiert. Im Anschluss erfolgte eine manuelle Auswertung der Fotos und Bestimmung des Asymmetrie-Grades anhand des Flächenvergleiches der beiden Hauptklauen. Hierfür wurde ein eigenes Score System (A-Score) mit drei Schweregraden entwickelt. Da asymmetrische Klauen schon im Saugferkelalter nachgewiesen werden konnten, wird aus Sicht der Autoren eine genetische Komponente, bei der Entwicklung dieser Klauenpathologie, vermutet. Mit zunehmendem Alter und Gewicht der Tiere zeigte sich ein deutlicher Anstieg an asymmetrischen Klauen und deren Schweregrade. Hierbei ist zu erwähnen, dass die Klauen der Hintergliedmaßen zu allen drei Alterszeitpunkten der Tiere häufiger und schwerer von Klauenasymmetrien betroffen waren als die der Vordergliedmaßen. Dieses Ergebnis deckt sich mit bekannten Resultaten anderer Studien zu dieser Thematik.

Ulzerationen der Klauensohle konnten ausschließlich bei den Schlachtschweinen detektiert werden. Die Prävalenz betrug hierbei 64.2 %. Außerdem konnte eine statistische Korrelation zwischen asymmetrischen Klauen und dem Auftreten von Klauensohlenulzerationen bei Schweinen nachgewiesen werden.

Schweine mit stark asymmetrischen Klauen (Grad 3) hatten ein 3,6-fach erhöhtes Risiko für Klauensohlenulzerationen im Vergleich zu Tieren mit geringgradig asymmetrischen Klauen. Im Vergleich zu Klauen mit einer mittelgraden Klauenasymmetrie (Grad 2) ergab sich für die stark asymmetrischen Klauen ein 2,7- fach erhöhtes Risiko für das Auftreten von Klauensohlenulzerationen.

Folglich konnte anhand dieser Studie nachgewiesen werden, dass ungleiche, asymmetrisch geformte Klauen ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Ulzerationen der Klauensohle bei Mastschweinen bedingen. Mittelschwere und schwere Ulzerationen der Klauensohle, einhergehend mit Entzündungen, Nekrosen und Gewebeverlust, sind aus Sicht der Autoren als möglicherweise tierwohlgefährdend einzuschätzen.

Insgesamt zeigen die Ergebnisse dieser Studie, dass Klauenasymmetrien bei Schweinen zwar bereits in allen Altersgruppen auftreten, jedoch erst mit zunehmendem Alter und Gewicht eine größere klinische Relevanz für die Tiere erlangen.

Es wird eine multifaktorielle Genese bei der Entstehung und Entwicklung asymmetrischer Klauen bei Schweinen vermutet. Weitere Studien zu dieser Thematik werden benötigt, um adäquate, prophylaktische Maßnahmen wie beispielsweise genetische Selektion, umfassende Haltungsanpassungen, zum Beispiel Aufstallung auf geeignetem Bodenuntergrund, Klauenpflege und angepasste Fütterung etablieren zu können.

Bei zukünftigen Studien zu dieser Thematik, könnte aus Sicht der Autoren die Nutzung einer Künstlichen Intelligenz für die Analyse und Bewertung von Klauen hinsichtlich ihrer Symmetrie in Erwägung gezogen werden. Dies würde die praktikable Auswertung größerer Datensätze erleichtern und somit die Möglichkeit bieten grundlegende genetische und haltungsbedingte Einflüsse dieser Pathologie zu erforschen und geeignete Prophylaxe- und Therapiemaßnahmen für die Praxis zu etablieren.

Cite

Citation style:
Could not load citation form.

Access Statistic

Total:
Downloads:
Abtractviews:
Last 12 Month:
Downloads:
Abtractviews:

Rights

Use and reproduction:

Export