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The use of an automatic enrichment device by laying hens and its influence on behavior and plumage condition

Beschäftigungsmaterialien gelten als gute Option, um das Wohl der Tiere in verschiedensten Haltungen zu fördern. Besonders in der kommerziellen Nutztierhaltung haben solche Materialien eine hohe Bewandtnis, um eine anregende Umgebung für die Tiere zu schaffen und zum Ausüben von Normalverhalten zu motivieren. Dadurch soll auch das Vorkommen von Verhaltensproblemen verringert werden. Im Bereich der Legehennenhaltung werden besonders oft Picksteine oder/und (Luzerne-) Heuballen eingesetzt, aber auch automatische Beschäftigungsanlagen finden immer öfter ihren Einsatz im Stall. So soll das Auftreten von Federpicken und damit einhergehende Gefiederschäden vermindert und die Tiere zum arttypischen Picken und Scharren animiert werden.

Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die Nutzung einer automatisierten Beschäftigungsanlage im Wintergarten eines kommerziellen Bio-Legehennenstalles zu untersuchen. Dazu wurde in den Wintergärten des Stalles eine Beschäftigungsanlage installiert, die über in regelmäßigen Abständen angebrachte Fallrohre verfügt, welche in einem Pendelsystem enden, das durch ruckartiges Bewegen des darunter aufgehängten Picktellers Körner auf diesen Teller dosiert. Die Pickteller wurden in drei der Wintergärten in zwei verschiedenen Mengen angebracht und ein vierter Wintergarten diente als Kontrollgruppe ohne automatisierte Beschäftigung. In jeweils einem Bereich der vier Wintergärten wurden nachfolgend über die gesamte Legeperiode hinweg Videoaufnahmen angefertigt, sowie mit Hilfe von Wildtierkameras in regelmäßigen Abständen Fotos aufgenommen. Auf den Fotos wurden dann über den Tagesverlauf in vier Haltungsphasen (Legebeginn, -spitze, -mitte, und -ende) ausgezählt, wie viele Tiere sich in einem bestimmten Bereich aufhielten und wie viele Tiere jeweils am Pickteller in dem Bereich zu finden waren. Anhand der Videoaufnahmen wurden dann die von ausgewählten Tieren hauptsächlich ausgeführten Verhaltensweisen sowie deren Aufenthaltsdauer im Wintergarten ausgewertet. Bei regelmäßig stattfindenden Betriebsbesuchen wurden außerdem je Gruppe 30 Hennen gefangen und auf das Vorliegen von Gefiederschäden untersucht. Das Tiergewicht und die Schnabellänge wurden dabei ebenfalls erfasst.

Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen eine grundlegend gute Akzeptanz der Beschäftigungsanlage durch die Hennen. So wurden durchschnittlich 3,4 Tiere je Pickteller beobachtet und einzelne Tiere hielten sich dort zwischen 8 Sek. und 223 Sek. auf. Außerdem konnte das Beschäftigungsangebot die Nutzungsintensität der Wintergärten erhöhen. So wurden in zwei der drei Wintergärten mit Beschäftigungsanlage signifikant mehr Tiere (p < 0,05) gezählt als in dem Bereich ohne Anlage. In dem Wintergarten, in dem die meisten Pickteller angeboten wurden, blieben die Tiere zudem signifikant länger (p < 0,05) als in den Gruppen ohne und mit weniger Picktellern. Zum Ende der Haltungsphase gingen die beobachteten Tierzahlen sowohl im Wintergarten als auch im Bereich des Picktellers signifikant zurück (p < 0,05). Auch die Anzahl beobachteter Verhaltensweisen im Wintergarten war am Ende der Legephase am niedrigsten (p < 0,05). Dagegen konnte rund um den Pickteller keine Abnahme beobachteter Verhaltensweisen nachgewiesen werden. Grundsätzlich war Umgebungspicken in allen Wintergärten das am häufigsten gezeigte Verhalten und machte durchschnittlich 86 % der beobachteten Verhaltensweisen aus. Im Bereich des Picktellers wurde dieser häufig bepickt (46 % der beobachteten Verhaltensweisen), wobei Umgebungspicken nach wie vor die meisten (51 %) Aktionen ausmachte.

Der Zustand des Gefieders wurde in allen Gruppen über den gesamten Haltungsverlauf stetig schlechter, wobei erste Gefiederschäden in der 35. Lebenswoche und somit während der Phase der Legespitze festgestellt wurden. Die ersten fehlenden Federn wurden im Halsbereich beobachtet, wobei im weiteren Haltungsverlauf die Gefiederschäden im Rückenbereich alle weiteren Körperstellen im Schweregrad übertrafen. Es fiel auf, dass die Hennen aus den Gruppen ohne und mit vielen Picktellern ein schlechteres Gefieder aufwiesen als die Gruppe mit weniger Beschäftigungsangebot. Die Tiergewichte und Schnabellängen unterschieden sich nicht zwischen den einzelnen Gruppen.

Die in dieser Arbeit gewonnenen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die getestete automatische Beschäftigungsanlage von den Legehennen gut angenommen wurde. Es scheint außerdem einen positiven Einfluss des Beschäftigungsangebots auf die Nutzung des Angebotsbereiches zu geben. Inwiefern die erhöhten Tierzahlen in den Wintergärten tatsächlich mit der Beschäftigungsanlage zusammenhängen und welche weiteren beeinflussenden Faktoren vorgelegen haben, konnte nicht abschließend geklärt werden. Ebenso scheint der Gefiederzustand durch mehr Faktoren beeinflusst worden zu sein, als im Projekt erfasst wurden. Weitergehende Forschung unter Einbeziehung weiterer Faktoren könnte darüber Aufschluss geben.

Environmental enrichment is considered a good option to promote the welfare of animals in a wide variety of husbandry systems. Especially in commercial livestock farming, such materials have a high relevance to create a stimulating environment for the animals and motivate them to perform normal behaviors. This has also been shown to reduce the incidence of behavioral problems. In the field of laying hen husbandry, pecking stones or (alfalfa) hay bales are preferably used as environmental enrichment but automatic enrichment devices are also increasingly used in the henhouse. This aims to reduce the occurrence of feather pecking and the associated plumage damage and to encourage the birds to peck and scratch as an expression of their normal foraging behavior.

The aim of the present work was to investigate the use of an automatic enrichment device in the winter garden of a commercial organic laying hen farm. For this purpose, an automatic enrichment device, which had downpipes at regular intervals ending in a pendulum system that dispensed grains onto rough coated plates hung below by pecking at these was installed in the winter gardens of the henhouse. The pecking plates were placed in three of the winter gardens in two different quantities and a fourth winter garden served as a control group without automatic enrichment. Video recordings were then made in one area of each of the four winter gardens throughout the laying period and photographs were taken at regular intervals using wildlife cameras. The photos were then used to determine how many hens stayed in the area and in proximity to the pecking plate during the day in four housing phases (start, peak, middle, and end of laying). These video recordings were used to evaluate the main behaviors performed by selected animals and how long they stayed in the winter garden. During regularly scheduled farm visits, 30 hens per group were scored for the presence of plumage damage and skin lesions. Animal weight and beak length were also recorded.

The results of this on-farm study show a generally good acceptance of the enrichment device by the hens. On average, 3.4 birds were observed per pecking plate and individual birds stayed there for between 8 sec and 223 sec. In addition, the enrichment offer was able to increase the intensity of use of the winter garden areas. Thus, in two of the three winter gardens with enrichment devices, significantly more animals (p < 0.05) were counted than in the winter garden without. In addition, in the winter garden where the most pecking plates were offered, the animals stayed significantly longer (p < 0.05) compared to the groups without and with fewer pecking plates. At the end of the laying phase, animal numbers decreased significantly in both the winter garden and the pecking plate area (p < 0.05). Also, the number of observed behaviors in the winter garden was lowest at the end of the laying phase (p < 0.05). In contrast, no decrease in observed behaviors was detected around the pecking plate. Generally, environmental pecking was the most frequently exhibited behavior in all winter gardens and accounted for an average of 86 % of the observed behaviors. Around the pecking plate, pecking at the device was frequent (46 % of observed behaviors), with environmental pecking still accounting for the majority (51 %) of actions.

The condition of the hens’ plumage steadily deteriorated in all groups throughout the laying phase, with the first plumage damage noted at 35 weeks of age and thus during the peak of the laying phase. The first missing feathers were observed in the neck area, with feather damage in the back area exceeding all other body areas in severity as the laying phase progressed. It was noticeable that the hens from the groups without and with many pecking plates had poorer plumage than the group with less enrichment offered. Animal weights and beak lengths did not differ between groups.

The findings obtained in this work indicate that the tested automatic enrichment device was well accepted by the laying hens. There also appears to be a positive influence of the device on the use of the area of offering. The extent to which the increased numbers of birds in the winter gardens were actually related to the enrichment device and what other influencing factors were present could not be conclusively determined. Similarly, plumage condition appears to have been influenced by more factors than were recorded in the project. Further research including additional influencing factors could shed light on this.

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