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Detektion von Schmerzen, Stress und Übelkeit anhand von Gesichtsanalysen : Klinische Anwendung bei Hunden und Katzen

Das zuverlässige Erkennen von Schmerzen ist von großer Bedeutung, um ein präzises Analgesie-Management zu ermöglichen. Aktuell kommt es jedoch trotz des Einsatzes verschiedener Schmerzskalen zu untersucherabhängigen Ergebnissen. Zudem wird bislang in keiner der Skalen der Einfluss anderer Ursachen für Unwohlsein berücksichtigt. Zu den nicht-schmerzhaften Gründen für Unwohlsein zählen Übelkeit und Stress, deren Pathogenese sehr vielschichtig und bis heute nicht vollständig geklärt ist. Im Rahmen unserer zweiten Studie ließ sich bestätigen, dass es bei zwei validierten Scores für Katzen nichtmöglich war, Schmerzen von anderen Ursachen für Unwohlsein zuverlässig zu unterscheiden. Durch die Unkenntnis über deren Ausprägungen werden sie häufig als Bestandteil des Schmerzverhaltens fehlinterpretiert.

Für den Hund existiert ein validierter Score zur Evaluation von Übelkeit. Dieser Score kam in unserer ersten Studie zur Anwendung, bei der zudem die Wirksamkeit von Ondansetron, einem potenziellen Wirkstoff gegen Übelkeit, ermittelt wurde. Die durch die Untersuchenden erzielten Ergebnisse wurden im Anschluss durch die Messung von Arginin-Vasopressin bestätigt. Es ließ sich schlussfolgern, dass Übelkeit und Erbrechen, anders als bislang üblich, getrennt voneinander therapiert werden sollten.  

Insgesamt lässt sich also feststellen, dass weitere Forschung im Bereich von Stress und Übelkeit nötig ist, um ein besseres Verständnis über deren Ausprägungen zu erlangen.

Ein möglicher Weg zur weiteren Standardisierung von Scores ist die Entwicklung automatisierter Programme. In unserer dritten Studie zeigen sich vielversprechende Ansätze bezüglich der Unterscheidung von Katzen mit hohen Ergebnissen und Katzen mit niedrigen Ergebnissen bei der Beurteilung mit dem Glasgow composite measure pain scale. Um diese Programme weiter anlernen zu können, ist eine zuverlässige Unterscheidung zwischen den jeweiligen Ursachen für Unwohlsein nötig. Um dies zu ermöglichen, sind validierte Skalen essenziell, die die einzelnen Ursachen zuverlässig zu erkennen und eine entsprechende Therapie ermöglichen.

Reliable detection of pain is of great importance to enable precise analgesic management. Currently, however, despite the use of different pain scales, results are dependent of the examiner. Moreover, none of the scales so far considers the influence of other causes of distress. Among the non-painful causes of distress are nausea and stress, the pathogenesis of which are very complex and not yet fully understood. Our second study confirmed that two validated scores for cats were unable to reliably distinguish pain from other causes of distress. Due to the lack of knowledge about their manifestations, they are often misinterpreted as a component of pain behavior.

A validated score for the evaluation of nausea exists for dogs. This score was used in our first study, which also assessed the efficacy of ondansetron, a potential antinausea medication. The results obtained by the investigators were subsequently confirmed by measuring arginine vasopressin. It could be concluded that nausea and vomiting should be treated separately from each other, contrary to previous practice. 

Overall, it can be concluded that further research regarding stress and nausea is needed to gain a better understanding of their manifestations.

One possible way for further standardization of scores is the development of automated programs based on artificial intelligence. In our third study, promising results could be seen regarding the differentiation of cats with high scores and cats with low scores when assessed with the Glasgow composite measure pain scale-feline. To further train these programs, reliable discrimination between the respective causes of distress is needed. To enable this, validated scales are essential to reliably identify each cause and hence provide appropriate therapy.

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