Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)TiHo eLib

Untersuchung zum Transfer-Denken von Studierenden der Tiermedizin im Rahmen einer strukturierten simulationsbasierten Ausbildung

Ziel dieser Untersuchung war die Erstellung und Evaluation von Lehrstationen, die den Studierenden die Möglichkeit bieten, das Kombinieren von Fertigkeiten zu erlernen. Basierend auf den bereits existierenden und evaluierten Einzelstationen des Clinical Skills Labs wurden vier Simulationen erstellt, in denen die Studierenden mehrere Fertigkeiten kombinieren können. Diese wurden als Wahlpflichtveranstaltung unter dem Titel „Management von Notfallsituationen beim Hund“ im Wintersemester 2020/2021 und im Sommersemester 2021 für insgesamt 32 Studierende des 6. bis 8. Semesters angeboten. Jede dieser Simulationen umfasst eine komplette Behandlung mit klinischer Untersuchung, Anamnese, Diagnostik und Therapie. Die Wahlpflichtveranstaltung begann mit einer einführenden Vorlesung. Dann wurden die Studierenden auf Gruppe I (Versuchsgruppe) und Gruppe II (Kontrollgruppe) aufgeteilt. Die Versuchsgruppe absolvierte 3 Simulationen, im CSL kombinierte Stationen genannt, die Kontrollgruppe durchlief zehn reguläre Einzelstationen. Die zehn Einzelstationen waren so auf die kombinierten Stationen aufgeteilt, dass keine Einzelstation zweimal enthalten war. Danach absolvierten beide Gruppen eine ihnen unbekannte kombinierte Station. Dieses Abschlussszenario absolvierten die Studierenden einzeln, mit einem unbekannten Simulator und einer Zeitbegrenzung von 50 Minuten. Eine Tierärztin des CSL bewertete die Leistungen der Studierenden fachlich mittels einer OSCE-Checkliste, um einen Vergleich zwischen objektiver und Selbsteinschätzung ziehen zu können.

Im Verlauf der Wahlpflichtveranstaltung wurde im Rahmen von drei Zeitpunkten die Selbstwirksamkeitserwartung der Studierenden abgefragt: Nach der Einführungsveranstaltung, nach der letzten Übung und nach dem Abschlussszenario. Nach dem Abschlussszenario füllten die Studierenden ein Arbeitsblatt aus, das mehrere Fragen zur Wahlpflicht enthielt und als zweite objektive Einschätzung diente. Die Fragebögen, die Checkliste und das Arbeitsblatt waren mit einer Chiffre kodiert, um sie miteinander in einen Zusammenhang bringen zu können. Zusätzlich konnten die Studierenden nach dem Abschlussszenario einen anonymen Feedbackfragebogen ausfüllen.

Die Selbstwirksamkeitseinschätzungen der Studierenden stiegen vom ersten zum zweiten Fragebogen an. Die Studierenden der kombinierten Stationen sahen sich nach dem Abschlussszenario im Durchschnitt genauso gut wie im zweiten Fragebogen. Die Selbstwirksamkeit der Einzelstations-Studierenden hingegen sank beim dritten Fragebogen. Bei der objektiven Überprüfung schnitten die Studierenden der kombinierten Stationen signifikant besser ab. Der Vergleich der objektiven Überprüfung mit den Selbsteinschätzungen zeigte, dass die Einschätzungen der Studierenden der kombinierten Stationen realistischer sind. Der Feedbackfragebogen wurde von allen Teilnehmenden ausgefüllt und zeigt, dass sie mit der Wahlpflicht zufrieden waren. Beide Gruppen waren sich einig, dass die gewählten Szenarien praxisrelevant sind und dass die Verknüpfung der Einzelstationen zu einem Gesamtszenario sinnvoll ist. Schlussendlich scheint diese Art von Lehrmodul einen stärkeren Zuwachs und eine realere Einschätzung der eigenen Fertigkeiten zu bieten und sollte weiterhin angeboten und ausgeweitet werden.

The aim of this study was to create and evaluate teaching stations that offer students the opportunity to learn how to combine skills.

Based on the already existing and evaluated individual stations of the Clinical Skills Lab, four simulations were created in which the students can combine several skills. These were offered as compulsory electives under the title "Management of emergency situations in dogs" in the winter semester 2020/2021 and in the summer semester 2021 for a total of 32 students in the 6th to 8th semester. Each of these simulations includes a complete treatment with clinical examination, anamnesis, diagnostics and therapy. The elective course began with an introductory lecture. Then the students were divided into group I (experimental group) and group II (control group). The experimental group completed 3 simulations, called combined stations in the CSL, the control group went through ten regular individual stations. The ten individual stations were divided among the combined stations in such a way that no single station was included twice. Then both groups completed a combined station unknown to them. The students completed this final scenario individually, with an unknown simulator and a time limit of 50 minutes. A CSL veterinarian evaluated the students' performance using an OSCE checklist to be able to draw a comparison between objective and self-assessment.

During the elective course, the students' self-efficacy expectations were queried at three points in time: after the introductory course, after the last exercise and after the final scenario. After the final scenario, the students filled out a worksheet containing several questions about compulsory electives and served as a second objective assessment. The questionnaires, the checklist and the worksheet were coded with a code to relate them to one another. In addition, the students were able to fill out an anonymous feedback questionnaire after the final scenario.

The self-efficacy assessments of the students increased from the first to the second questionnaire. After the final scenario, the students of the combined stations saw themselves as well on average as they did in the second questionnaire. The self-efficacy of the single stations students, on the other hand, fell in the third questionnaire. In the objective review, the students from the combined stations performed significantly better. The comparison of the objective review with the self-assessments showed that the assessments of the students of the combined wards are more realistic. The feedback questionnaire was completed by all participants and shows that they were satisfied with the compulsory electives. Both groups agreed that the selected scenarios are relevant to practice and that linking the individual stations to an overall scenario makes sense.

Finally, this type of teaching module seems to offer a more incremental and real assessment of one's skills and should continue to be offered and expanded.

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