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Einfluss der Fütterung von Luzerneheu auf die Magenschleimhaut von Warmblutpferden

Mit der vorliegenden Studie wurde der Einfluss von Luzerneheu auf die Magenschleimhaut von erwachsenen Warmblutpferden evaluiert.

In einer verblindeten prospektiven Studie mit Cross-over-Design, wurden zehn gesunde, adulte Warmblutpferde zwischen Oktober und Dezember 2018 nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen mit jeweils fünf Pferden unterteilt. Alle zehn Pferde waren Wallache zwischen acht und 24 Jahren und einem mittleren Alter von 13,7 ± 4,1 Jahren sowie einem mittleren Körpergewicht von 625 ± 59 kg. 24 Stunden vor dem Studienbeginn wurden alle Pferde von der ganztägigen Weidehaltung in eine Boxenhaltung mit Stroheinstreu und täglich vierstündigem Paddockgang verbracht und unter gleichen Haltungs- und Fütterungsbedingungen gehalten. In beiden Gruppen erhielten die Pferde täglich je 2 kg/100 kg Körpergewicht Luzerne- oder Wiesenheu in zwei Fütterungsperioden von jeweils 21 Tagen. Zwischen beiden Fütterungsperioden fand eine Auswaschperiode von 21 Tagen statt, nach welcher die Pferde in die jeweils andere Raufuttergruppe wechselten.

Vor der Fütterung lag das Gewicht der Pferde in der Wiesenheugruppe bei 631 ± 51,5 kg und in der Luzerneheugruppe bei 630 ± 55,5 kg ohne signifikante Unterschiede (p=0,81) zwischen den beiden Fütterungsgruppen. Während des Fütterungsversuches nahm das Gewicht in der Luzernegruppe um 0,6 % (635 ± 55,6 kg) zu und in der Wiesenheugruppe um 0,5 % (627 ± 53,4 kg) ab. Es gab keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich des BCS zwischen beiden Gruppen vor und nach dem Fütterungsversuch.

Vor dem Fütterungsversuch wurden Schleimhautläsionen mit einer Prävalenz von 100 % und einem medianen Score von 1 festgestellt. Nach den Fütterungsperioden hatte sich an der squamösen Schleimhaut der kleinen Kurvatur in der Luzernegruppe der mediane Score von eins auf null signifikant (p < 0,05) verringert. Die Wiesenheugruppe wies in dieser Region zu beiden Zeitpunkten einen Score von null auf. Im Saccus caecus ventriculi zeigten sich in beiden Gruppen keine Läsionen vor und nach der Fütterungsphase.

An der squamösen Schleimhaut der großen Kurvatur fanden sich zu Beginn der Fütterungsperiode bei jeweils einem Pferd beider Gruppen Läsionen des Scores eins. Es gab keine Veränderungen in beiden Gruppen zum Ende der Fütterungsperiode mit einem medianen Score von null (p > 0,05). Die medianen Scores von null blieben an der glandulären Schleimhaut der großen Kurvatur im Verlauf des Versuches in beiden Gruppen unverändert. Im Antrum pyloricum zeigten die Pferde der Luzerneheugruppe zu Beginn und zum Ende der Fütterungsperiode einen medianen Score von eins. Die Wiesenheugruppe hatte zu Beginn einen medianen Score von 1,5 und am Ende der Fütterungsperiode einen medianen Score von eins (p > 0,05). Am Pylorus fand sich zu Beginn ein Score von null, welcher in beiden Gruppen zum Ende bei 0,5 lag (p > 0,05).

Der pH-Wert des Kotes in der Wiesenheugruppe lag bei 7,0 vor und bei 6,65 nach der Fütterung ohne einen signifikanten Abfall. Die Luzerneheugruppe wies einen signifikanten Anstieg des pH-Wertes zwischen Beginn und Ende der Fütterungsstudie von 6,85 auf 7,75 (p < 0,05) auf, welcher nach der Auswaschperiode wieder auf 6,8 abfiel.

Bezüglich der fäkalen Partikelgrößen zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen vor den Fütterungsversuchen. Nach der Fütterungsperiode von Luzerneheu ergab sich ein Anstieg in der 8 mm Fraktion und ein Abfall der Kotpartikelgrößen in der < 1 mm Fraktion. Dagegen stieg der Anteil der Partikellängen im Kot nach der Wiesenheufütterung für die < 1 mm Fraktion an und sank für die > 8 mm Fraktion ab.

Die Serum-Amyloid-A-Werte lagen vor und nach den Fütterungsperioden im Normbereich und zeigten keine signifikanten Unterschiede zwischen der Luzerneheugruppe und der Wiesenheugruppe.

Es lässt sich zusammenfassen, dass Luzerneheu im Vergleich zu früheren Studien, in denen Luzernehäcksel zu Läsionen am Pylorus und Antrum pyloricum geführt haben, keine nachteiligen Effekte auf die glandulären Magenregionen zu haben scheint. Auch an der squamösen Schleimhaut fanden sich, wie schon in früheren Studien, keine sichtbaren negativen Einflüsse auf die Schleimhautintegrität. Schlussfolgernd kann Luzerneheu, welches bisher noch nicht routinemäßig in der Fütterung von Pferden in Deutschland eingesetzt wird, für die Ernährung von gesunden Pferden empfohlen werden. Offen bleibt allerdings, ob die erhobenen Befunde auch auf Pferde mit erheblichen Läsionen am Pylorus oder Antrum pyloricum zu übertragen sind. Des Weiteren werden weiterführende Studien benötigt, die sich mit den Auswirkungen der vorliegenden größeren Partikelgrößen bei der Fütterung von Luzerneheu, vor allem bei älteren Pferden mit vorhandenen Zahnproblematiken, befassen.

 

This study evaluated the influence of alfalfa hay on the stomach mucosa of adult warmblood horses.

In a blinded prospective study with cross-over design, ten healthy adult warmblood horses were randomly divided into two groups of five horses each between October and December 2018. All ten horses were geldings between eight and 24 years of age, with a mean age of 13.7 ± 4.1 years and a mean body weight of 625 ± 59 kg. 24 hours prior to the start of the study, all horses were moved from the all-day grazing to a stall with straw bedding and a four-hour paddock stay daily and were kept under the same housing and feeding conditions. In both groups the horses received daily 2 kg/100 kg body weight each of alfalfa or meadow hay in two feeding periods of 21 days each. Between the two feeding periods, there was a washout period of 21 days, after which the horses changed to the other roughage group.

Before feeding, the weight of the horses was 631 ± 51.5 kg in the meadow hay group and 630 ± 55.5 kg in the alfalfa hay group without significant differences (p=0.81) between the two feeding groups. During the feeding trial, the weight increased by 0.6 % (635 ± 55.6 kg) in the alfalfa group and decreased by 0.5 % (627 ± 53.4 kg) in the meadow hay group. There were no significant differences in BCS between both groups before and after the feeding trial.

Prior to the feeding trial, mucosal lesions were found with a prevalence of 100 % and a median score of 1. After the feeding periods the squamous mucosa of the small curvature in the alfalfa group the median score reduced significantly (p < 0.05) from 1 to 0. The meadow hay group had a score of 0 at both times in this region. In the saccus caecus ventriculi no lesions were found in both groups before and after the feeding periods.

In the squamous mucosa of the large curvature, lesions with a score of 1 were found at the beginning of the feeding period in one horse of both groups. There were no changes in both groups at the end of the feeding period with a median score of 0 (p > 0.05). The median score of 0 remained unchanged in both groups at the glandular mucosa of the large curve during the experiment. In the antrum pyloricum, the horses of the alfalfa hay group showed a median score of 1 at the beginning and at the end of the feeding period. The meadow hay group had a median score of 1.5 at the beginning and a median score of 1 at the end of the feeding period (p > 0.05). At the beginning of the pylorus there was a score of 0, which in both groups ended up at 0.5 (p > 0.05).

The pH of faeces in the meadow hay group was 7.0 before and 6.65 after feeding without a significant decrease. The alfalfa hay group showed a significant increase in pH from 6.85 to 7.75 (p < 0.05) between the beginning and the end of the feeding study, which dropped back to 6.8 after the washout period.

Regarding faecal particle sizes, no significant differences were found between the two groups before the feeding experiments. After the feeding period of alfalfa hay there was an increase in the 8 mm fraction and a decrease in faecal particle sizes in the < 1 mm fraction. In contrast, the proportion of particle lengths in faeces after hay feeding increased for the < 1 mm fraction and decreased for the > 8 mm fraction.

The Serum amyloid A levels were in the normal range before and after the feeding periods and showed no significant differences between the alfalfa hay group and the meadow hay group.

In summary, alfalfa hay, which has not yet been routinely used in the feeding of horses in Germany, can be recommended for the feeding of healthy horses. It remains unclear, however, whether the findings obtained can also be transferred to horses with more severe lesions on the pylorus or antrum pyloricum. Additionally, further studies are needed to investigate the effects of the larger particle sizes when feeding alfalfa hay, especially in older horses with dental problems.

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