Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)TiHo eLib

Vergleich verschiedener Auftaumethoden von Rindertiefgefriersperma in einem Feldversuch

Anhand von 3047 Besamungen von laktierenden Holsteinkühen in einem Betrieb wurde der Einfluss von drei verschiedenen Auftaumethoden auf die Konzeptionsrate (KR) untersucht. Zu diesem Zweck wurden die Tiere in drei Methodengruppen unterteilt, die jeweils ein anderes Auftauregime darstellten. Hierbei handelte es sich um zwei Auftaumethoden im warmen Wasserbad (38°C) für entweder 11 (Methode A) oder 35 Sekunden (Methode B), sowie eine Auftaumethode im Genitaltrakt der Kuh für 30 Sekunden (Methode C). Im Weiteren wurden zusätzliche Parameter erhoben und der Einfluss auf die KR der Tiere in einem verallgemeinerten linearen gemischten Modell (GLMM) ausgewertet. Es konnte kein signifikanter Unterschied der KR aus dem GLMM zwischen den Auftaumethoden ermittelt werden (Methode A / B / C, 28,5 % / 26,6 % / 24,7 %; P > 0,05). Die Datenanalyse ergab, dass Tiere mit höheren Laktationszahlen eine niedrigere KR aufwiesen als Tiere mit niedrigeren Laktationszahlen (P = 0,0013) und eher gekeult wurden als Tiere mit niedrigeren Laktationszahlen. Es konnte ein signifikanter monatlicher Einfluss auf die KR festgestellt werden (P < 0,0001), mit einer signifikant höheren KR im Vergleich zum Durchschnitt über alle Monate im Versuchszeitraum im Monat März 2018. Insgesamt waren die KR im Frühjahr und Frühsommer höher als im Spätsommer, Herbst und Winter. Die Tiere, die terminiert nach Ovsynch besamt wurden, hatten eine niedrigere KR als die Tiere, die aufgrund einer natürlichen Brunst besamt wurden (P = 0,0001), wobei hier wahrscheinlich eine Verzerrung der Daten aufgrund der von vorherein schlechteren Fertilität der Ovsynch-Tiere, vorlag. Der Besamungstechniker, die Umgebungstemperatur, die DIM, der Zyklus und die Besamungsnummer hatten keinen signifikanten Einfluss auf das Besamungsergebnis. Auch konnten keine signifikanten Interaktionen zwischen den Einflussgrößen und den Auftaumethoden ermittelt werden. Auch wenn keine signifikanten Unterschiede zwischen den Methoden gefunden werden konnten, empfiehlt sich nach den vorliegenden Daten eher das Auftauen im warmen Wasserbad mit anschließendem Schutz der Pailletten vor der Umgebungstemperatur als das direkte Auftauen in der Kuh. Es ist möglich, dass der Unterschied zwischen den Auftaumethoden mit einer geringeren Spermienanzahl pro Besamungsportion und höherer Stichprobengröße signifikant werden könnte.

The influence of three different thawing methods on conception rate (CR) was investigated on the basis of 3047 inseminations of lactating Holstein cows on one farm. For this purpose, the animals were divided into three groups of methods, each representing a different thawing regime. These were two thawing methods in a warm water bath (38°C) for either 11 (method A) or 35 seconds (method B), and one thawing method in the genital tract of the cow for 30 seconds (method C). Further, additional parameters were collected and the influence on the animals' CR was evaluated in a generalized linear mixed model (GLMM). No significant difference in CR from the GLMM could be determined between thawing methods (method A / B / C, 28.5% / 26.6% / 24.7%; P > 0.05). Data analysis revealed that animals with higher lactation numbers had lower CR than animals with lower lactation numbers (P = 0.0013) and were more likely to be culled than animals with lower lactation numbers. A significant monthly effect on CR was detected (P < 0.0001), with a significantly higher CR compared with the average for all months during the experimental period in the month of March 2018. Overall, CR were higher in spring and early summer than in late summer, fall, and winter. Animals terminally inseminated after Ovsynch had lower CR than animals inseminated due to natural oestrus (P = 0.0001), although here there was likely a bias in the data due to the inherently poorer fertility of Ovsynch animals. Insemination technician, ambient temperature, DIM, cycle, and insemination number had no significant effect on insemination outcome. Also, no significant interactions between the influencing variables and the thawing method could be determined. Although no significant differences were found between the methods, the available data suggest that thawing in a warm water bath followed by protection of the straws from the ambient temperature is preferable to direct thawing in the cow. It is possible that the difference between thawing methods could become significant with lower sperm count per insemination portion and higher sample size.

 

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