Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Vergleich zweier Fütterungsstrategien trockenstehender Milchkühe in Hinblick auf die ante- und postpartale Trockenmasseaufnahme und die Tiergesundheit sowie die Milchleistung

Ziel dieser Studie war es, eine einphasige mit einer zweiphasigen Trockensteherfütterung zu vergleichen. Die beiden Fütterungsstrategien wurden im Hinblick auf die Trockenmasseaufnahme (TMA) sowohl antepartal als auch postpartal, Milchleistung und Tiergesundheit verglichen. Dazu bekamen jeweils 50 Kühe (primi- und pluripare Tiere) des Versuchs- und Bildungszentrum Landwirtschaft Haus Riswick der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen während der gesamten Trockenstehzeit entweder eine einphasige (5,9 MJ NEL/kg TM) oder eine wie von der DLG (2012) empfohlenen zweiphasige Trockensteherfütterung (far-off: 5,6 MJ NEL/kg TM bis 14 Tage a.p.; close-up: 6,6 MJ NEL/kg TM). Die einphasige Ration war eine mit Stroh verdünnte Totale Mischration für laktierende Kühe. Ab der Kalbung bis 42 Tage p.p. bekamen alle Tiere dieselbe Ration (7,0 MJ NEL/kg TM). Während des Versuchszeitraums wurde über Wiegetröge tierindividuell die tägliche TMA ermittelt. Zudem wurden wöchentlich Blutproben genommen, der BSC bestimmt und der Bewegungsscore ermittelt. Das Lebendgewicht wurde in der Trockenstehzeit wöchentlich erfasst. Nach der Kalbung wurden die Tiere täglich nach dem Melken gewogen. Wöchentliche Blutproben lieferten die Daten für die Bestimmung der Konzentrationen von nicht veresterten Fettsäuren (NEFA), ß-Hydroxybutyrat (BHB), Insulin, Insulin-like-growth-factor-1 (IGF-1) und Glucose im Serum. Zudem wurde eine Blutprobe am Tag der Kalbung zusätzlich auf Calcium (Ca), Magnesium (Mg) und Phosphor (P) untersucht. Der Progesterongehalt wurde in der Woche 3 und 5 p.p. bestimmt. Der größte Unterschied wurde bei der TMA a.p. festgestellt. Während in der einphasigen Gruppe eine kontinuierliche Abnahme zu verzeichnen war, war die TMA in der zweiphasigen Gruppe zunächst in der far-off-Periode auf einem signifikant niedrigerem Niveau. Mit Umstellung auf die close-up-Ration zwei Wochen vor dem errechneten Kalbetermin stieg die TMA an, sodass diese höher war als die der einphasigen Gruppe. Die Aufnahme der Nährstoffe war entsprechend der TMA. Obwohl die TMA in der Trockenstehzeit sich signifikant unterschied, war p.p. hinsichtlich der TMA und anderer Fütterungsparameter kein Unterschied festzustellen. Ebenfalls gab es in Bezug auf die Stoffwechselparameter, Tiergesundheit und Milchleistung keine signifikanten Unterschiede. Anhand nummerisch höheren NEFA-und BHB-Konzentrationen im Blut und Milchfettgehalten wurde eine höhere Körperfettmobilisation in der einphasigen Gruppe festgestellt. Die einphasige Trockensteherfütterung sollte eine praxistaugliche Alternative zum zweiphasigen Fütterungssystem sein. Deswegen wurde eine auf 25 kg Milch ausgelegte Ration mit 3 kg Stroh verdünnt. Durch den recht hohen Energiegehalt und damit der erhöhten Verfettungsgefahr der Tiere muss die Länge der Trockenstehzeit beachtet und lange Trockenstehzeiten vermieden werden.  Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die in dieser Studie verfütterte einphasige Trockensteherfütterung ebenso wie das von der DLG (2012) und dem NRC (2001) empfohlene zweiphasige Fütterungssystem in der Praxis eingesetzt werden können, da keine signifikanten Unterschiede der beiden Fütterungsregime im Hinblick auf die Tiergesundheit und Milchleistung festgestellt wurden.

 

The aim of the study was to compare a one-phase-diet with a two-phase-diet in the dry period with regard to dry matter intake a.p. and p.p., milk yield and dairy cow heath. Onehundred dry animals (primi- and pluriparous) from the Agricultural Research and Teaching Centre Haus Riswick of the Chamber of Agriculture in Northrhine-Westfalia, Germany were fed either a one-phase-diet (5.9 MJ NEL/kg DM) or a two-phase-diet (far-off: 5.6 MJ NEL/kg DM until 14 d a.p.; close-up: 6.6 MJ NEL/kg DM), which is recommended by the DLG (2012). The one-phase-diet was a diet for lactating dairy cows plus straw. After parturition, all cows received the early lactation TMR (7.0 MJ NEL/kg DM). All diets were mixed once daily and offered in individual feeding troughs equipped with scales for the determination of daily dry matter intake (DMI) of every cow. From the beginning of drying off onwards, blood samples were taken at weekly intervals, at the day of calving and then at weekly intervals until 6 weeks post partum. The blood samples were analyzed for serum NEFA, BHB, Insulin, IGF-1 and glucose concentrations. The samples at parturition were additionally tested for Ca, Mg and P. The progesterone-concentration were determined in Week 3 and 5 p.p. Also weekly, the BSC, locomotionscore and body weight were determined. After parturition, the cows were weighed twice a day after milking.  The one-phase-group had a very constant DMI with a slow and even decrease until calving. In the two-phase-group, an initial increase in DMI two weeks a.p. was followed by a sharp drop at week 1 a.p. After parturition DMI did not differ between groups. There were also no significant differences in terms of metabolic parameters, animal health and milk yield.  A greater fat mobilization was determined in the one-phase-group by concentrations of NEFA and BHB, and higher milkfat percent. The one-phase-diet should be a practical alternative to the two-phase-diet. For this reason, a diet for lactating dairy cows calculated for a milk yield of 25 kg was diluted with 3 kg of straw. Due to the very high energy content and the increased risk of obesity, the length of the dry period must be observed and long dry periods avoided.  This study demonstrated that both the one-phase-diet and the two-phase-diet, which is recommended by the DLG (2012) and the NRC (2001), can be used for feeding dry cows, because there are no differences with regard to animal health and milk yield.

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