Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Prävalenz und Risikofaktoren für das Vorkommen von Extended-Spektrum-Betalaktamase Escherichia coli bei Kälbern und deren Müttern aus großen deutschen Milchviehbeständen

Ziel der Studie war, die ESBL-E. coli-Prävalenz von Saugkälbern und deren Müttern in großen deutschen Milchviehbetrieben zu erheben sowie Risikofaktoren für dessen Vorkommen zu ermitteln. Auf Betriebsebene konnten in allen 72 Betrieben ESBL-E. coli nachgewiesen werden. Die Prävalenz der untersuchten Kälber lag bei 63,5 % (95 % CI: 57,4-69,5), die der Mütter bei 18 % (95 % CI: 12,5-23,5). In 13,6 % aller Kälber-Mütter-Paare war sowohl das Kalb als auch das zugehörige Muttertier ESBL-E. coli-positiv. Unter den Ergebnissen der Betriebe herrschte eine starke Diversität und zum Teil waren beträchtlich mehr Muttertiere einzelner Betriebe besiedelt als deren Kälber. Im Einklang mit anderen Studien stellte sich die Verfütterung antibiotikahaltiger Sperrmilch als Risikofaktor für das Vorkommen von ESBL-E. coli bei Saugkälbern heraus. Eine alltägliche Reinigung der Kälber-Tränkevorrichtung war ebenso mit einer höheren Kälberprävalenz assoziiert. Demgegenüber hatte die Anwendung von Präventivmaßnahmen bei den Kühen, die strikte Umsetzung von Behandlungsplänen der Jungtiere, das Vorhandensein einer betriebseigenen Biogasanlage als auch der betriebliche Einsatz von Chinolonen innerhalb der letzten sechs Monate einen positiven Effekt auf deren Besiedelungsraten. Als Risiko für die Kolonisation der Muttertiere mit ESBL-E. coli hat sich die Eigenproduktion des Grundfutters herausgestellt. Eine trockene Reinigung der Zitzen vor dem Melken, eine fehlende Desinfektion des Abkalbebereichs als auch eine hohe aktuelle Lebensleistung der Milchkuhherde waren hingegen mit einer geringeren Mütterprävalenz vergesellschaftet. Um den Eintrag von Antibiotika in die Umwelt und die Resistenzförderung innerhalb der Milchviehbetriebe zu minimieren, müssen dringend Konzepte zur Antibiotika-Reduktion in die Tat umgesetzt werden. Außerdem müssen Strategien zur Bioremediation von Sperrmilch realisiert oder deren Einsatz in der Kälbernahrung verboten und jene unschädlich beseitigt werden.

The objectives of this study were to assess the prevalence of ESBL-E. coli in young calves and their dams in large German dairy farms and to identify risk factors for their occurrence. At farm level, the multi drug resistant pathogens were detected in every single farm. 63.5 % (95 % CI: 57.4-69.5) of the calves` fecal samples were found to be positive, followed by cows with 18 % (95 % CI: 12.5-23.5) harboring ESBL-producing E. coli. In addition, 13.6 % of all sampled pairs, both calf and dam were colonized. Among the within-farm results there has been great diversity, and in parts considerably more dams of individual farms were found to be positive than their calves. Consistent with other studies, feeding waste milk (WM) containing antibiotic residues turned out to be a risk factor for the occurrence of ESBL-E. coli in suckling dairy calves. Daily cleaning of the nursing buckets was also associated with higher calf prevalence. In contrast, preventive treatment for cows, treatment schedules for calves, presence of in-house biogas plant as well as the application of quinolones in the past six months had a positive effect on calves` colonization rates. For ESBL-E. coli prevalence of the dams, the self-production of the main feed was identified to be a significant risk factor. In contrast, dry teat cleaning before milking, lack of disinfection of the calving pen as well as high current dairy herd life production performance were associated with a lower maternal prevalence. In order to minimize the spread of antimicrobial drugs into the environment and to prevent resistance within dairy farms, concepts for antibiotic reduction urgently need to be implemented in dairy practice. Furthermore, strategies for bioremediation of drug-containing WM need to be realized or their use in rearing calves must be prohibited in order to eliminate it harmlessly.

Cite

Citation style:
Could not load citation form.

Rights

Use and reproduction:

Export