Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Akute interstitielle Pneumonie beim Fohlen : Befunde der klinischen, röntgenologischen, ultrasonographischen und histopathologischen Untersuchung

Punsmann, Sophia GND

Ein Ziel der vorliegenden Studie (Manuskript 1) war es das Wissen über die Ätiologie der akuten interstitiellen Pneumonie (AIP) des Fohlens zu erweitern. Hierzu wurden post-mortem Untersuchungen von neun betroffenen Fohlen durchgeführt; sieben Fohlen verstarben während der akuten Phase, wo hingegen zwei Fohlen bereits von der AIP genesen waren und aus nicht lungenassoziierten Gründen euthanasiert werden mussten. Anhand der klinisch bereits genesenen Fohlen konnte die Abheilung der Lungenläsionen untersucht werden. Es wurden eine vollständige Obduktion, inklusive spezieller histologischer Färbungen der Lungenschnitte, sowie virologische und mikrobiologische Untersuchungen durchgeführt. Die Mikrobiologie ergab Escherichia coli, Rhodococcus equi und Klebsiella pneumoniae als häufigste bakterielle Erreger. Das equine Herpesvirus 2 wurde bei allen Fohlen mittels PCR, Pneumocystis carinii ausschließlich bei den akut erkrankten Fohlen, jedoch bei keinem der zwei genesenen Fohlen, nachgewiesen. Die genesenen Fohlen zeigten ein nahezu normal belüftetes Lungenparenchym, sowie eine physiologische alveoläre Struktur ohne Hinweise auf chronische Fibrosen in der histopathologischen Untersuchung. Eine vollständige Regeneration des Lungenparenchyms nach überstandener Erkrankung scheint somit möglich. Der zweite Teil der Studie (Manuskript 2) beschäftigte sich mit der diagnostischen Bildgebung, der Röntgenuntersuchung, sowie der nur spärlich beschriebenen ultrasonographischen Untersuchung von Fohlen mit AIP. 18 Fohlen mit AIP und 20 gesunde Kontrollfohlen der gleichen Altersgruppe wurden in die Studie eingeschlossen. Ergebnisse der ultrasonographischen Untersuchung von 18 Fohlen mit AIP am Tag der Diagnosestellung wurden mit den Ultraschallbefunden der Kontrollfohlen, ultrasonographische Befunde am Todestag (n = 9) mit den Ergebnissen der post-mortem Untersuchung verglichen. Die Anzahl an Kometenschweifartefakten bei Fohlen mit AIP war im Vergleich zu gesunden Kontrollfohlen signifikant höher (p < 0,0001). Die ultrasonographischen Befunde stimmten sehr gut mit den Ergebnissen der post-mortem Untersuchungen überein. Eine röntgenologische Untersuchung des Thorax wurde bei Fohlen mit AIP zu drei definierten Zeitpunkten durchgeführt. Die Röntgenaufnahmen wurden über zwei verschiedene semi-quantitative Beurteilungsschemata von drei verschiedenen Beurteilern zu jeweils zwei Zeitpunkten bewertet; anschließend wurde die Inter- und Intrauntersuchervarianz mittels Kappa-Werten ermittelt. Es zeigte sich, wie auch in der Humanmedizin bekannt, eine deutliche Variabilität in der Beurteilung der Röntgenaufnahmen sowohl zwischen den Beurteilern (Interuntersuchervarianz) wie auch in der Wiederholungsbeurteilung der einzelnen Untersucher (Intrauntersuchervarianz).

One aim of the present study (manuscript 1) was to increase knowledge about the aetiology of acute interstitial pneumonia (AIP) in foals. Therefore, post-mortem examinations of nine affected foals were performed; seven foals died during the acute phase, whereas two foals had already recovered from AIP and had to be euthanised for non-lung related reasons. On the basis of the clinically recovered foals, it was possible to investigate the healing of lung lesions after an AIP. A complete necropsy, including special histological stainings of lung sections, as well as virological and microbiological examinations were performed. Microbiology revealed Escherichia coli, Rhodococcus equi and Klebsiella pneumoniae as the most common bacterial pathogens. The equine herpes virus 2 was detected in all foals by PCR, Pneumocystis carinii only in acutely ill foals, but not in any of the two recovered foals. The recovered foals showed an almost normally ventilated lung parenchyma and a physiological alveolar structure without evidence of chronic fibrosis in the histopathological examination. A complete regeneration of the lung parenchyma after surviving an AIP seems possible. The second part of the study (manuscript 2) dealt with diagnostic imaging, radiological examination, and the only sparsely described ultrasonographic examination. 18 foals with AIP and 20 healthy age-matched control foals were included in the study. Results from ultrasonographic examination of 18 foals with AIP on the day of diagnosis were compared to ultrasound findings of control foals, ultrasonographic findings on the day of death (n = 9) were compared with results of post-mortem examination. The number of comet tail artefacts in foals with AIP was significantly higher (p < 0.0001) compared to healthy control foals. Ultrasonographic findings were consistent with results from post mortem examinations. A radiological examination of the thorax was performed in foals with AIP at three defined times. The radiographs were assessed twice by three different observers using two different semi-quantitative assessment scores; subsequently, the inter- and intrarater agreement was determined using kappa values. As known from human medicine, the evaluation of thoracic radiographs in foals with AIP showed high variability in inter- and intrarater agreement.

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