Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Häufigkeit, Art und Verlauf von Vergiftungen in tierärztlichen Praxen - eine Sentinelstudie

Allkämper, Svenja

Da es zu Vergiftungen bei Haustieren derzeit keine systematische Datenlage gibt, war das Ziel dieser Arbeit einen aktuellen Überblick zu bedeutsamen Vergiftungen zu erstellen sowie Häufigkeit, Behandlung und Verlauf von Vergiftungen in der Praxis zu erfassen. Eine Literaturrecherche zeigte eine Gefährdung von Hund und Katze durch eine Vielzahl anthropogener Stoffe. Pestizide, vor allem Cumarinderivate, und Arzneimittel haben hier bei Hunden die größte Bedeutung. Bei Katzen besteht neben der Aufnahme von Pestiziden, Pflanzen und Chemikalien vor allem eine Gefährdung durch aus dem Fell aufgenommene Arzneimittel. Bei Nutztieren sind bei den seltenen Fällen einer Vergiftung größere Tierzahlen betroffen, während bei Pferden weiterhin Giftpflanzen bedeutsam bleiben. Eine Untersuchung von toxikologischen Einsendungen an die Tierärztliche Hochschule Hannover zeigte kein repräsentatives Abbild der Fälle in der tierärztlichen Praxis. In 11 nach Lage und Größe exemplarischen Kleintierpraxen wurden in einer zweijährigen retrospektiven Computerrecherche sowie in einer einjährigen prospektiven Untersuchung mit Erhebungsbögen die im Praxisalltag vorgestellten Vergiftungsverdachtsfälle erfasst. Diese ergab, dass von einer klinisch relevanten Vergiftung etwa 1 von 200 Hunden und 1 von 500 Katzen betroffen waren. Als häufigste Ursache einer Vergiftung wurden Cumarinderivate, Arzneimittel und Schokolade festgestellt. Die zugrundeliegende Praxispopulation bestand aus rund 32.000 Patienten (Hund 48%, Katze 36%, Heimtier 16%). Bei Erbrechen und blutigem Durchfall lag häufiger ein Magen-Darm-Infekt vor, während der Verdacht bei kritischem Allgemeinzustand und zentralnervösen Störungen überwiegend begründet war. Auf Erhebungsbögen wurden vor allem Fälle mit ausgeprägtem Krankheitsbild notiert, da es trotz erhöhtem Bewusstsein zu einer Mindererfassung von Fällen aufgrund von Zeitmangel kam.

As there is currently no systematic data on poisoning in pets, the aim of this work was to provide an up-to-date overview of significant poisonings and to record the frequency, treatment and course of poisoning in practice. A literature research showed that dogs and cats were endangered by a variety of anthropogenic substances. Pesticides, especially coumarin derivatives, and drugs are of the greatest importance in dogs. In cats, in addition to the intake of pesticides, plants and chemicals, there is moreover a danger from drugs taken from the fur. In the rare cases of poisoning in farm animals larger numbers are affected, while in horses poisonous plants remain important. An examination of toxicological submissions to the Hannover Veterinary School did not show a representative picture of cases in veterinary practice. In 11 small animal practices exemplified by location and size, a two-year retrospective computer search and a one-year prospective examination with survey sheets recorded the suspected cases of poisoning presented in daily practice. This showed that clinically relevant poisoning affected about 1 in 200 dogs and 1 in 500 cats. The most common causes of poisoning were found to be coumarin derivatives, medicines and chocolate. The underlying practice population consisted of around 32,000 patients (dogs 48%, cats 36%, other pets 16%). In the case of vomiting and bloody diarrhoea there was more frequently gastrointestinal infection, while the suspicion was mainly right in cases with critical general condition and central nervous disorders. There was a decrease in the number of cases due to lack of time despite increased awareness as mostly cases with a pronounced clinical picture were recorded on questionnaires.

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Allkämper, Svenja: Häufigkeit, Art und Verlauf von Vergiftungen in tierärztlichen Praxen - eine Sentinelstudie. Hannover . Tierärztliche Hochschule Hannover.

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