Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Zytologische und bakteriologische Untersuchungen von Sekreten der Sinūs paranasales des Pferdes

Gergeleit, Hauke

Einseitiger Nasenausfluss ist das häufigste Symptom bei Erkrankungen der Nasennebenhöhlen des Pferdes. Eine ätiologische Diagnose über die zugrundeliegende Erkrankung kann in vielen Fällen erst im Rahmen einer Kombination aufwendiger bildgebender Verfahren gestellt werden. Das primäre Ziel dieser Studie war die Beschreibung mikrobiologischer und zytologischer Befunde von Sekreten der Nasennebenhöhlen bei gesunden Pferden und Pferden mit unterschiedlichen Formen einer Sinusitis. Im Weiteren sollte der potentielle diagnostische Nutzen dieser Untersuchungsmethoden geprüft werden. Im Rahmen von klinischen, röntgenologischen, endoskopischen und computertomographischen Untersuchungen sowie Maulhöhlenuntersuchungen wurden bei 50 Pferden mit einseitigem Nasenausfluss unterschiedliche Ätiologien von Sinusitiden diagnostiziert. Bei diesen Pferden wurden transendoskopisch mithilfe eines flexiblen, manuell steuerbaren Katheters Sekretproben aus dem Drainagewinkel der Apertura nasomaxillaris entnommen. Bei neunzehn Pferden konnte nach chirurgischer Eröffnung zu therapeutischen Zwecken zusätzlich eine Probe direkt aus den Nasennebenhöhlen entnommen werden. Zehn gesunde Kontrollpferde wurden auf die gleiche Weise transendoskopisch und nach Trepanation beprobt. Außerdem wurden bei 35 Pferden der Probandengruppe transendoskopisch Kontrollproben der kontralateralen, klinisch gesunden Kopfseite gewonnen. Alle Proben wurden mikrobiologisch und zytologisch untersucht. Die mikrobiologische Untersuchung der Proben ergab ein hochsignifikant höheres Auftreten von Streptococcus equi ssp. zooepidemicus bei Pferden mit primärer Sinusitis, als bei Pferden mit dentogener Sinusitis oder gesunden Kontrollpferden, wohingegen Anaerobier hochsignifikant häufiger mit dentogenen Sinusitiden assoziiert waren. Von allen untersuchten Pferden wiesen solche mit dentogener Sinusitis zudem die höchste Diversität an Keimen auf. Die zytologische Auswertung der Sekretproben wurde lichtmikroskopisch an nach Pappenheim gefärbten Ausstrichen von zwei Untersuchern vorgenommen. Neutrophile Granulozyten waren bei allen Formen der Sinusitis der dominierende Zelltyp und hatten häufig degenerativen Charakter. Zellen in Lyse traten insbesondere dann auf, wenn auch Bakterien lichtmikroskopisch nachgewiesen wurden. Zudem wurden häufig Epithelzellen und seltener Makrophagen und andere Entzündungszellen gefunden. Das Auftreten von extra- und intrazellulären Bakterien war häufiger und in größerem Ausmaß bei dentogenen als bei anderen Sinusitiden zu beobachten. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass die mikrobiologische Untersuchung von transendoskopisch gewonnenen Sekretproben der equinen Nasennebenhöhlen eine Abgrenzung von dentogenen Sinusitiden gegenüber anderen Formen der Sinusitis, insbesondere der primären Sinusitis, ermöglichen kann. Die zytologische Untersuchung dieser Sekrete ermöglicht die Differenzierung von gesunden und erkrankten Sinus paranasales. In bestimmten Fällen ist ferner eine Abgrenzung dentogener gegenüber anderen Sinusitiden möglich. Fallzahlbedingt konnte zur Diagnostik von anderen Erkrankungen der NNH über die Sekretanalyse in der vorliegenden Arbeit keine abschließende Aussage getroffen werden. Die mikrobiologische und zytologische Sekretuntersuchung ist geeignet, die etablierten bildgebenden Verfahren zu ergänzen, um eine ätiologische Verdachtsdiagnose abzusichern, kann diese aber nicht ersetzen.

Unilateral nasal discharge is the most common clinical symptom of paranasal sinus diseases in horses. An exact etiological diagnosis of the underlying cause can often only be achieved by a combination of several diagnostic imaging tools only. The primary aim of this study was to describe the cytological and bacteriological features of secretions from the paranasal sinuses in healthy horses and horses with different forms of sinusitis. Furthermore, the ancillary diagnostic value of the examination of these secretions was assessed. Fifty horses with a history of unilateral nasal discharge were included. Following clinical, radiographic, endoscopic and computed tomography examinations as well as examinations of the oral cavity, the horses were diagnosed with a specific paranasal sinus disease. In these horses the secretion samples were transendoscopically collected from the drainage angle of the nasomaxillary aperture by using a wire- guided, flexible catheter. In nineteen horses that underwent sinus surgery for therapeutic reasons, samples could be taken directly from the affected sinus. Samples were also collected from ten healthy control horses during endoscopic examination and following trephination. Additionally, in thirty-five diseased horses samples were taken transendoscopically from the contralateral side that was clinically unaffected. All samples were examined microbiologically and cytologically. Streptococcus equi ssp. zooepidemicus was isolated significantly more in primary sinusitis than in dental sinusitis and healthy sinuses, whereas anaerobic bacteria were associated significantly more often with dental sinusitis. Furthermore, sinusitis with a dental origin showed a significantly higher diversity in the microbiological profile than all other horses. For the cytological examination, the secretion samples were stained using the ‘Pappenheim’ stain and evaluated by light-microscopy by two observers. Neutrophilic granulocytes were the dominating cell type in all forms of sinusitis and these cells often showed a degenerative character. Cells in lysis were closely associated with the detection of bacteria by light microscopy. Additionally, epithelial cells were detected frequently whereas macrophages and other inflammatory cells were found less often. Intra- and extracellular bacteria were found more often and in higher numbers in dental sinusitis than in other forms of sinusitis. The results indicate that the microbiological examination of secretions from the paranasal sinuses that are taken under endoscopic guidance can help to distinguish between a dental sinusitis and other forms of sinusitis, especially primary sinusitis. The cytological examination of these secretions allows to differentiate between healthy and diseased paranasal sinuses. In specific cases a distinction of dental sinusitis from other forms of sinusitis is possible. Due to the small number of cases no final conclusion could be made regarding the diagnostic value of the analysis of secretions for other paranasal sinus diseases. The microbiological and cytological examination of secretions provides an ancillary diagnostic tool in equine sinusitis, however, it cannot replace the established diagnostic imaging modalities.

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Gergeleit, Hauke: Zytologische und bakteriologische Untersuchungen von Sekreten der Sinūs paranasales des Pferdes. Gießen 2019. Cuvillier Verlag.

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