Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Tail biting in pigs : Influence of food and management during weaning procedure

Naya, Ashley Frances

The present thesis was set to gather reliable information on the influence of a four to five weeks prolonged suckling period, group housing before weaning or an increased fibre content during the growing period on abnormal tail biting behaviour. Therefore, two studies were conducted with undocked pigs on two different, practical farms. For the first experimental set-up, a total of 835 piglets were split into three treatment groups to observe the effect of housing conditions before weaning on tail biting in growing pigs. In group SH-4 (n=291), the piglets were kept conventionally for four weeks with their sows in farrowing pens. For SH-5 (n=277), the piglets were also kept in single-housing farrowing pens but the suckling period was prolonged to five weeks. During the five-week suckling period of GH-5 (n=267), six sows and their litters were housed in a group-housing system. At weaning, piglets were split into rearing pens which accommodated two litters of the same treatment group each. The second study concentrated on the influence of a dietary ration (DR; n=821) with increased fibre content during rearing in comparison to a conventional ration (CR; n=810). Based on previous studies, scoring of tails was carried out in both experiments once a week from birth to the end of the rearing period. The scoring scheme differed between several scores for tail lesions (0 = no injuries to 3 = large injuries) and tail losses (0 = no tail loss to 2 = partial or complete tail loss). In experiment one, tail position (0 = curled/lifted or 1 = wagging, hanging or jammed) was also scored. Scoring was carried out at animal level in experiment one, respectively at pen level in experiment two. For statistical analysis, multiple marginal binomial models of tail lesions (fixe effects: week after weaning, batch, group, interaction batch*group) and tail losses (fixe effects: batch, group, interaction batch*group) were set by usage of the statistical language R. Additionally, in experiment one the effect of the tail position of the previous week and in experiment two the influence of food composition on weight gain were also evaluated. In both studies, a highly significant effect of week after weaning was observed. Tail biting started in both experiments in the second week after weaning, independent of the weaning age. Lesions increased for one to two weeks and then started to decrease. No clear explanation for this observation could be found but it is possible that the stress of weaning (loss of the dam, no more suckling possibility, mixing with foreign piglets, etc.) is increased by the stress of the new environment (fights for hierarchy, latent infections with new pathogens, etc.) and leads to abnormal behaviour after an individual threshold is exceeded. Batch in interaction with treatment group had also a significant effect on tail lesions and tail losses in both studies. It varied between batches as to which groups had the highest or lowest level of tail biting and no trend could be found. For example, group GH-5 of experiment one had the lowest level of uninjured tails in batch three (23.0%) but the highest one in batch four (74.1%). Furthermore, in contrast to batches one and three almost no partial or complete tail losses occurred in batches two and four. In the second experiment, there were no significant differences between treatment groups for any score of lesions or losses in batches four, eight and nine whereas in other batches score levels differed in part significantly. A possible explanation for these inconclusive findings might be an overlay of the investigated factor ‘treatment group’ by influential other factors. In this context, the factor ‘batch’ probably include other factors which were not observed directly such as for example health status, climate, intensity of observation and intervention by staff. In experiment one, tail posture was observed and it was found that the tail posture of pigs in the previous week is linked to the observed tail lesion. Therefore, tail posture seems to be helpful to predict tail biting outbreaks. In the second experiment, weight gain from weaning to end of rearing period was investigated. CR showed an average daily weight gain of 452g (DR=433g) and was moved to fattening pens with a one kilogram higher weight (27.2 kg versus 26.2 kg). Those differences were not significant. Tail biting in weaning pigs was not prevented by group housing before weaning, a prolonged suckling period or a higher fibre content of the rearing ration. Observed effects might have been overlaid by the influence of other factors and further investigations into the nature of ‘batch-effect’ are necessary. Therefore, keeping undocked pigs remains a challenging task and needs a lot of knowledge, observation time, prevention and intervention strategies as well as the ‘will’ to succeed by the farmer. Scientific research is essential to find ways of keeping long-tailed pigs but also a more holistic approach should be taken into account due to the multifactorial nature of the abnormal behaviour ‘tail biting’.

Das Ziel der vorliegenden Dissertation war es, den Einfluss einer fünfwöchigen Säugezeit, einer Gruppenhaltung vor dem Absetzen bzw. eines erhöhten Fasergehalts in der Aufzuchtration auf die Verhaltensstörung ‚Schwanzbeißen‘ zu untersuchen. Dazu wurden zwei Untersuchungen mit nicht kupierten Ferkeln in zwei Praxisbetrieben durchgeführt. Für den ersten Versuch wurden insgesamt 835 Saugferkel auf drei Versuchsgruppen aufgeteilt. Dabei ging es darum, den Effekt der Haltungsbedingungen vor dem Absetzen auf das Schwanzbeißverhalten in der Aufzucht zu untersuchen. In Gruppe SH-4 (n=291) wurden die Ferkel während der vierwöchigen Säugezeit konventionell in Abferkelbuchten mit einem Kastenstand für die Sau gehalten. Bei der Gruppe SH-5 (n=277) wurden Ferkel und Sauen ebenfalls in konventionellen Abferkelbuchten gehalten, doch die Säugezeit wurde auf fünf Wochen verlängert. In der ebenfalls fünfwöchigen Säugezeit der Gruppe GH-5 (n=267) wurden sechs Sauen und ihre Würfe in einem Gruppenhaltungssystem gehalten. Zum Absetzen hin wurden die Ferkel auf konventionelle Aufzuchtbuchten aufgeteilt, in denen jeweils zwei Würfe derselben Versuchsgruppe untergebracht waren. Die zweite Studie konzentrierte sich auf den Einfluss einer diätetischen Ration (DR; n=821) mit erhöhtem Faseranteil während der Aufzucht im Vergleich zu einer konventionellen Rationsgestaltung (CR; n=810). Basierend auf vorangegangenen Studien wurden Schwanzbonituren in beiden Studien einmal wöchentlich von Geburt bis zum Ende der Aufzuchtphase durchgeführt. Das Boniturschema unterschied dabei zwischen mehreren Noten für Schwanzläsionen (0 = ‚keine Verletzungen‘ bis 3 = ‚großflächige Verletzungen‘) und Schwanzverluste (0 = ‚kein Schwanzverlust‘ bis 2 = ‚Teil- oder Komplettverlust‘). Im ersten Versuch wurde auch die Schwanzhaltung bonitiert (0 = ‚geringelt/erhoben‘ oder 1 = ‚wedelnd, hängend oder eingeklemmt‘). Die Bonituren wurden im ersten Versuch auf Einzeltierebene und im zweiten Versuch auf Buchtenebene durchgeführt. Für die statistische Auswertung wurden multiple, marginale Binomialmodelle der Schwanzverletzungen (fixe Effekte: Woche nach dem Absetzen, Durchgang, Gruppe, Interaktion Durchgang*Gruppe) und Schwanzverluste (fixe Effekte: Durchgang, Gruppe, Interaktion Durchgang*Gruppe) mit Hilfe des Statistikprogramms R analysiert. Zusätzlich wurde im ersten Versuch der Einfluss der Schwanzhaltung in der Vorwoche und im zweiten Versuch der Einfluss der Futterzusammensetzung auf die Gewichtszunahme ausgewertet. In beiden Studien war der Effekt der Woche nach dem Absetzen hoch signifikant. Das Schwanzbeißen begann in beiden Versuchen in der zweiten Woche nach dem Absetzen, unabhängig vom Absetzalter. Die Anzahl der Schwanzverletzungen nahm für ein bis zwei Wochen danach zu, bevor sie anfing wieder abzufallen. Es konnte keine eindeutige Erklärung für diese Beobachtung gefunden werden, aber es ist möglich, dass der Stress des Absetzens (Verlust der Mutter, Verlust der Sauenmilch, Mischen mit fremden Ferkeln, etc.) durch den Stress der neuen Umgebung (Rangordnungskämpfe, latente Infektionen, etc.) verstärkt wird und zu Verhaltensstörungen führt, wenn ein individuelles Stresslevel überschritten ist. Die Interaktion von Durchgang und Versuchsgruppe hatte ebenfalls in beiden Studien einen signifikanten Einfluss auf Schwanzverletzungen und -verluste. Die Versuchsgruppe mit dem höchsten beziehungsweise niedrigsten Level an Schwanzbeißen variierte zwischen den Durchgängen sodass kein Trend erkennbar war. Zum Beispiel hatte Gruppe GH-5 des ersten Versuchs in Durchgang drei prozentual die wenigsten Schwänze ohne Verletzungen (23,0%) aber in Durchgang vier den höchsten Anteil unverletzter Schwänze (74,1%). Zudem traten im Gegensatz zu den Durchgängen eins und drei in zwei und vier fast keine Teil- oder Komplettverluste auf. Im zweiten Versuch gab es in den Durchgängen vier, acht und neun sowohl bei Schwanzverletzungen als auch bei Schwanzverlusten keine signifikanten Unterschiede zwischen den Versuchsgruppen wohingegen sich in anderen Durchgängen das Vorkommen einzelner Boniturnoten zwischen den Gruppen teilweise deutlich voneinander unterschied. Eine mögliche Erklärung für diese, in Bezug auf den Einfluss der Versuchsgruppe, wenig aussagekräftigen Ergebnisse könnte eine Überlagerung des Effektes ‚Versuchsgruppe‘ durch andere beeinflussende Faktoren sein. In diesem Zusammenhang beinhaltet der Faktor ‚Durchgang‘ wahrscheinlich andere, nicht direkt beobachtete Faktoren wie zum Beispiel Gesundheitsstatus, Stallklima, Intensität der Tierbeobachtung und Eingreifen bei schwerem Schwanzbeißen durch das Stallpersonal. Im ersten Versuch wurde auch die Schwanzhaltung bonitiert und die Ergebnisse zeigen, dass die Schwanzhaltung der Vorwoche im Zusammenhang mit den beobachteten Schwanzverletzungen steht. Daher scheint die Schwanzhaltung hilfreich bei der Früherkennung eines Schwanzbeißausbruches zu sein. Im zweiten Versuch wurde die Gewichtszunahme vom Absetzen bis zum Ende der Aufzucht untersucht. Gruppe CR zeigte eine durchschnittliche tägliche Gewichtszunahme von 452g (DR = 433g). Bei Einstallung in die Mast hatten die Tiere der CR-Gruppe im Durchschnitt ein Kilogramm mehr Gewicht als die Tiere der DR-Gruppe (27,2 kg versus 26,2 kg). Diese Unterschiede waren statistisch nicht signifikant. Das Schwanzbeißen bei Aufzuchtferkeln wurde durch Gruppenhaltung vor dem Absetzen, eine verlängerte Säugezeit oder einen höheren Fasergehalt in der Aufzuchtration nicht verhindert. Diese beobachteten Effekte könnten durch den Einfluss anderer Faktoren überlagert wurden sein und weiterführende Untersuchungen bezüglich der Hintergründe des Durchgangseffektes sind notwendig. Daher bleibt die Haltung von nicht kupierten Schweinen eine Herausforderung, die nur mit intensiverer Tierbeobachtung und fundiertem Wissen über Prävention und Interventionsstrategien sowie einer hohen Eigenmotivation des Tierhalters zu bewältigen ist. Wissenschaftliche Untersuchungen sind die Grundlage um einen Weg zur Haltung von Langschwanz-Schweinen zu finden, doch sollte aufgrund der multifaktoriellen Natur der Verhaltensstörung ‚Schwanzbeißen‘ ein ganzheitlicherer Ansatz als bisher in Betracht gezogen werden.

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Naya, Ashley: Tail biting in pigs. Influence of food and management during weaning procedure. Hannover 2018. Tierärztliche Hochschule Hannover.

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