Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Erfolgsbeeinflussende Faktoren im Rahmen der Embryonengewinnung beim kommerziellen ET des Rindes unter besonderer Berücksichtigung verschiedener Superovulationsschemata und Besamungstypen

Hupka, Susanne

ET-success, bovine, influencing factors. - In der vorliegenden Arbeit sollten erfolgsbeeinflussende Faktoren im kommerziellen Embryotransfer beim Rind analysiert werden. Besondere Berücksichtigung fanden dabei die Untersuchung der Eignung von Ovagen® zur Superovulationsinduktion sowie die Doppelbesamung mit zwei verschiedenen Bullen zur potentiellen Verbesserung der Resultate der Embryogewinnung. Auf der ET-Station Georgsheil des Vereins Ostfriesischer Stammviehzüchter wurden die im Beobachtungszeitraum Mai 1991 – April 1999 erzielten Resultate der Embryonengewinnung bei Deutschen Holstein Friesian nach einer Superovulationsbehandlung (1934 ET-Protokolle) bearbeitet. Die Qualitätsbeurteilung der Embryonen (d7) erfolgte gemäß IETS-Standard. Berücksichtigte potentielle Einflüsse von Seiten der Donorkuh waren das Alter (Rind, Färse, Kuh), die Anzahl von Superovulationen in der Laktation, sowie die Rastzeit der Spenderkühe. Des weiteren wurde die Bedeutung des zur Superovulationsinduktion verwendeten Gonadotropins (FSH-P®, Folltropin-V®, Ovagen®, Intergonan® und Anti- PMSG ), der Einfluß des Herkunftsbetriebes, der Saison und des Jahrs analysiert. Paternale Einflüsse in Bezug auf die untersuchten Merkmale sowie auf das Geschlechterverhältnis der Nachkommen waren ebenfalls Gegenstand der Analyse (Ermittlung des genetischen Vaters im Falle der Besamung mit zwei verschiedenen Bullen mittels PCR durch die RPN-Verden). Eine mögliche Korrelation zwischen der NRR der Bullen im KB- Einsatz und ihrem Erfolg im Embryotransfereinsatz wurde überprüft. Außerdem wurden drei verschiedene Besamungsschemata (Einzelbesamung mit einem Bullen, Doppelbesamung mit dem selben Bullen im Abstand von zwölf Stunden, Doppelbesamung mit zwei verschiedenen Bullen im Abstand von zwölf Stunden) analysiert. Als signifikant galten P- Werte von P < 0,05. Folgende Ergebnisse wurden ermittelt: Das Alter der Donorkuh übte einen signifikanten Einfluß auf die Gesamtzahl gewonnener Eizellen/ Embryonen und die Qualität der Embryonen aus. Mit steigender Anzahl von Superovulationen innerhalb einer Laktation verschlechtertet sich die Embryonenqualität signifikant bei von der Superovulationsanzahl unbeeinflußten Gesamtgewinnungszahlen. Das verwendete Gonadotropin zur Superovulationsbehandlung beeinflußte die Embryonengewinnungzahl und die Embryonenqualität signifikant, wobei FSH-P® (Schering- Plough-Animal-Health) und Folltropin-V® (Vetrepharm) den Präparaten Ovagen® (ICP) und PMSG (Intergonan®, Intervet) signifikant überlegen waren. Bei dem Prozentsatz transfertauglicher Embryonen erwies sich Ovagen® dem FSH-P® bzw. dem Folltropin-V® als gleichwertig. Bezüglich der Besamungsform bestand ein deutlicher, jedoch statistisch nicht abgesicherter Trend zu verbesserten Gesamtgewinnungszahlen und einer verbesserten Embryonen-qualität nach Doppelbesamungen mit zwei verschiedenen Bullen. Der eingesetzte Besamungsbulle beeinflußte die Qualität der Embryonen signifikant. Dabei bestanden zwischen einzelnen Bullen diesbezüglich signifikante Unterschiede. Der Erfolg eines Bullen im KB- Einsatz, repräsentiert durch seine NRR, stand in keiner Korrelation zu seinem Erfolg im ET- Einsatz. Eine Beeinflussung des Geschlechterverhältnisses durch die eingesetzte Bullenpopulation bestand nicht, obwohl bei einzelnen Bullen im Beobachtungszeitraum eine deutliche Verschiebung zu Gunsten oder zu ungunsten männlicher Nachkommen vorlag (> 60 %, < 40%). Der Herkunftsbetrieb der Spenderkuh beeinflußte die Anzahl gewonnener Embryonen und die Qualität der Embryonen hochsignifikant. Ein Einfluß der Saison, des Jahres oder der Rastzeit der Spenderkühe auf die Superovulationsergebnisse konnte nicht nachgewiesen werden.

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Hupka, Susanne: Erfolgsbeeinflussende Faktoren im Rahmen der Embryonengewinnung beim kommerziellen ET des Rindes unter besonderer Berücksichtigung verschiedener Superovulationsschemata und Besamungstypen. Hannover 2000. Tierärztliche Hochschule.

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