Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Röntgenologische und arthroskopische Untersuchung im Vergleich zur lichtmikroskopischen Synoviadiagnostik am klinisch gesunden Fesselgelenk des Pferdes

Zimmering, Tanja

horse, fetlock joints, arthroscopy. - In der vorliegenden Arbeit wurden 41 klinisch gesunde Fesselgelenke von 13 Pferden im Alter von 2 bis 20 Jahren röntgenologisch und arthroskopisch untersucht sowie eine lichtmikroskopische Synoviadiagnostik durchgeführt. Röntgenologisch zeigten die Fesselgelenke ausschließlich Zufallsbefunde ohne klinische Symptomatik. Bei der arthroskopischen Untersuchung wurde in erster Linie geringgradiger oberflächlicher Abrieb in Form von oberflächlichen Fibrillationen, Schliffusuren und Rauhigkeiten des Gelenkknorpels festgestellt, begleitet von einer geringgradigen Vergrößerung der Synovialiszotten. In der parallel durchgeführten lichtmikroskopischen Synoviadiagnostik befanden sich in der Synovia dieser Gelenke geringgradig Knorpelfragmente ellipsoider und/oder polymorpher Gestalt sowie geringgradig Synovialdeckzellen vom Typ A. Lagen arthroskopisch sichtbare Einrisse der Gelenkknorpeloberfläche und fokale Knorpeldefekte mit unregelmäßigen Rändern vor, befanden sich meist auch in der Synovia mittelgradig Knorpelfragmente und Synovialdeckzellen. Befanden sich im Zusammenhang mit arthroskopischen fokalen Knorpeldefekten in Form von grübchenartigen Vertiefungen keine oder nur wenige Knorpelfragmente in der Synovia, wurden diese als Variation des normalen Gelenkknorpels angesehen. An insgesamt 10 der 41 klinisch gesunden Fesselgelenke bestand anhand der arthroskopischen und synoviadiagnostischen Untersuchungsergebnisse der Verdacht auf eine Alteration des Gelenkknorpels. Die Ergebnisse der arthroskopischen Untersuchung und der lichtmikroskopischen Synoviadiagnostik zeigten eine gute Übereinstimmung. Zusammengefasst können beim klinisch gesunden Fesselgelenk diverse geringgradige arthroskopische Veränderungen der Gelenkknorpeloberfläche sowie Knorpelfragmente in der Synovia festgestellt werden, was offensichtlich nicht zu einer klinischen Symptomatik führt, solange die entstandenen Knorpelfragmente von der Synovialmembran phagozytiert werden können und eine massive Entzündungsreaktion der Synovialis ausbleibt. Aufgrund der guten Sensitivitität der lichtmikroskopischen Synoviadiagnostik kann sie als zuverlässiges Verfahren im Rahmen der Gelenkdiagnostik, auch im Hinblick auf die Früherkennung von Arthropathien angesehen werden und die diagnostische Arthroskopie weitgehend ersetzen.

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Zimmering, Tanja: Röntgenologische und arthroskopische Untersuchung im Vergleich zur lichtmikroskopischen Synoviadiagnostik am klinisch gesunden Fesselgelenk des Pferdes. Hannover 2000. Tierärztliche Hochschule.

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