Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Nachweis feliner Coronavirus-RNA im Blut von klinisch gesunden sowie an Feliner Infektiöser Peritonitis erkrankten Katzen

Liessmann, Katja

Ziel dieser Arbeit war es, mit Hilfe der Reversen Transkriptase-Polymerase Kettenreaktion (RT-PCR) genomische RNA von felinen Coronaviren in Plasma, Aszites und Vollblut von klinisch gesunden sowie klinisch FIP-verdächtigen Katzen nachzuweisen und zu überprüfen, ob dieser Nachweis eine Verbesserung bei der Diagnosefindung dieser Erkrankung darstellt. In die Untersuchung wurden 95 klinisch gesunde und 93 FIP-verdächtige Katzen einbezogen. Plasma, Aszites und Vollblut wurden mittels RT-PCR auf das Vorhandensein von Coronavirus-RNA untersucht. Außerdem wurden noch der Antikörpertiter gegen Coronaviren, das Gesamtprotein und die einzelnen Eiweißfraktionen mittels Proteinelektrophorese bestimmt. Aufgrund der Anamnese, die im nachhinein bei den einsendenden Tierärzten erfragt wurde, und der bestimmten Laborwerte wurden die Katzen mit Hilfe des Algorithmus nach ROHRER (1992) in die Gruppe der FIP-verdächtigen Katzen eingeteilt. Klinisch gesunde Katzen durften keine Krankheitssymptome aufweisen. Es zeigte sich, dass signifikant mehr Tiere (53%) in der FIP-verdächtigen Gruppe Coronavirus-RNA in Vollblut , Plasma oder Aszites aufwiesen als Tiere aus der gesunden Gruppe. Es war jedoch auch bei 26% der gesunden Katzen Coronavirus-RNA in Plasma oder Vollblut nachzuweisen. Der Gesamteiweißgehalt war bei den verdächtigen Tieren signifikant erhöht. Ein erniedrigter Albumingehalt und ein erhöhter Globulingehalt, insbesondere ein erhöhter g-Globulingehalt, und somit ein erniedrigter Albumin-Globulin-Quotient, traten signifikant häufiger bei den FIP-verdächtigen Katzen auf. In dieser Gruppe hatten zudem auch signifikant mehr Katzen einen Titer von > 400, jedoch wiesen einige gesunde Katzen ebenfalls Titer bis 1600 auf. In der vorliegenden Arbeit wurde somit gezeigt, dass die Diagnose einer FIP-Erkrankung nicht allein durch einen diagnostischen Test zu erzielen ist, sei es durch das PCR-Verfahren oder durch eine Antikörpertiterbestimmung gegen Coronaviren. Beide Verfahren können nicht zwischen avirulenten und virulenten felinen Coronaviren unterscheiden. Ebensowenig ist eine Prognose anhand dieser Testergebnisse möglich. Die Diagnose muß aufgrund der klinischen Parameter unter Zuhilfenahme der Hämatologie und der klinischen Chemie erfolgen. Die Ergebnisse des direkten Coronavirusnachweises und der Serologie können hierbei nur als zusätzliche Hilfen bei der Diagnosefindung dienen. Da jedoch chronische Ausscheider ausfindig gemacht werden können, dürfte sich die RT-PCR als nützlich bei der Prävention und Elimination von Coronaviren in Katzenzuchten und -haltungen erweisen.

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Liessmann, Katja: Nachweis feliner Coronavirus-RNA im Blut von klinisch gesunden sowie an Feliner Infektiöser Peritonitis erkrankten Katzen. Hannover 2000. Tierärztliche Hochschule.

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