Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Auswertung eines Sanierungsverfahrens zur Bekämpfung der Paratuberkulose in Rinderbeständen in Nordrhein-Westfalen

VomSchloß, Annette

Die Paratuberkulose des Rindes verursacht in infizierten Betrieben hohe finanzielle Verluste und wird als eine der möglichen Ursachen für die Erkrankung Morbus Crohn des Menschen diskutiert. In Nordrhein-Westfalen wird die Paratuberkulose seit 1993 bekämpft. Infizierte Betriebe können sich freiwillig einem Sanierungsverfahren anschließen. In dieser Arbeit wurde der Sanierungserfolg des Bekämpfungsprogrammes überprüft. Es wurden 13 Versuchsbetriebe ausgewertet und diese zwischen Februar 1998 und April 1999 viermal serologisch und kulturell auf eine Infektion mit M. paratuberculosis untersucht. In den verbleibenden 33 Betrieben erfolgte die Bekämpfung der Paratuberkulose ausschließlich durch die kulturelle Untersuchung der Kotproben im Abstand von sechs Monaten. Die Sanierungserfolge in beiden Betriebsgruppen wurden mittels der relativen Prävalenzverringerung definiert und miteinander verglichen. Ein signifikanter Sanierungserfolg konnte erst nach einer Sanierungsdauer von mehr als 5 Jahren erreicht werden. Weiterhin wurde festgestellt, dass die Kombination serologischer (ELISA) und kultureller Untersuchungsmethoden zu einer effizienteren Erkennung infizierter Tiere beiträgt. Bei der Auswertung spezifischer Betriebsparameter, die für die Weiterverbreitung der Paratuberkulose von besonderer Bedeutung sind, wurden folgende Einflußfaktoren als Risiko ermittelt: die Rinderrasse Schwarzbunt, die zusätzlich Haltung anderer Nutztiere, die Düngung der Weideflächen mit Gülle, der Einsatz eines Zuchtbullen und die Anbindehaltung als Stallhaltungsform. Protektiv wirken dagegen die Haltung einer großen Anzahl von Rindern, die Haltung von Kreuzungsrassen und keine sofortige Trennung der Kälber von den Muttertieren p.p.. Keinen nachweisbaren Einfluß auf die Prävalenz in den untersuchten Herden hatten dagegen das Hygienemanagement der Betriebe, die Betriebsgröße anhand der Nutzungsflächen und die pH-Werte der Böden. Als signifikant hohes Risiko für den Eintrag des Erregers in die Herde wurde der Zukauf von Rindern mit unbekanntem Infektionsstatus ermittelt. Darüber hinaus konnte festgestellt werden, dass die Möglichkeit der Übertragung der Paratuberkulose vom Muttertier auf die Nachkommen sehr wahrscheinlich ist.

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VomSchloß, Annette: Auswertung eines Sanierungsverfahrens zur Bekämpfung der Paratuberkulose in Rinderbeständen in Nordrhein-Westfalen. Hannover 2000. Tierärztliche Hochschule.

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