Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

In vitro Analyse der Interaktion von IgA und bakteriellen IgA-Immunkomplexen mit murinen Dendritischen Zellen

Dollriess, Ellen

Dendritische Zellen (DC) gehören zu den professionellen antigenpräsentierenden Zellen und sind in der Lage, besonders effektiv ruhende Lymphozyten zu stimulieren. Die Isolierung der Vorläuferzellen aus dem Knochenmark mit anschließender Kultivierung bietet dabei im Gegensatz zur direkten Isolierung von DC aus den Geweben ein System, das es erlaubt, relativ große Mengen an homogenen DC zu gewinnen. Dabei konnte mit Hilfe des von LUTZ et al. (1999) abgeleiteten Protokolls gegenüber der Methode von Inaba et al. (1998) besonders effektiv DC gewonnen werden. Auf diesen in vitro induzierten DC konnte die Bindung von polyklonalem und monoklonalem IgA nachgewiesen werden. Die Bindung von IgA einer von mir isolierten Isotyp-Switch-Variante mit Spezifität für das bakterielle groEL-Protein konnte ebenfalls gezeigt werden. Bei der Verwendung von polymerem IgA ergab sich eine deutliche Dosisabhängigkeit. Mit steigender Konzentration an eingesetztem IgA banden mehr DC IgA auf ihrer Oberfläche. Eine Stimulaion der DC mit TNF a führte im Gegensatz zu publizierten Befunden während einer kurzen Inkubationszeit zu einer Abnahme der Bindung IgA. Unter der Wirkung von TNF a über einen Zeitraum von 24 Stunden konnte in hohen Konzentrationen von TNF a eine Abnahme und in niedrigen Konzentrationen ein Steigerung der Bindung von IgA beobachtet werden. Bakterielles Lipopolysaccharid führte dagegen zu einer erhöhten IgA- und geringfügig verminderten IgG-Bindung. Ein getesteter Phorbolester (PMA) führte bei DC nicht wie bei publizierten Befunden bei Leukozyten zu einer Zunahme sondern sowohl bei der Bindung von IgA als auch der Bindung von IgG zu einer Abnahme. Mit Hilfe des chemotaktischen Peptids fMLP konnte dagegen ähnlich wie bei Granulozyten dosisabhängig und im Gegensatz zu IgG eine Steigerung der Bindung von IgA hervorgerufen werden. In dieser Arbeit konnte ebenfalls die Bindung von Antigen-IgA-Komplexen bei DC nachgewiesen werden. Dazu wurde Salmonella typhimurium mit monoklonalem IgA mit der Spezifität für ein Lipopolysaccharid dieser Bakterien opsonisiert. Es konnte beobachtet werden, dass Bakterien, die mit polymerem IgA opsonisiert waren, stärker gebunden wurden, als Salmonellen, die mit monomerem IgA opsonisiert wurden. Eine Opsonisierung mit IgG bewirkte jedoch die stärkste Bindung. Das es sich bei der Bindung von IgA-opsonisierten Salmonellen um eine durch einen Fca -Rezeptor-vermittelte Bindung handelt, konnte durch Inhibitionsversuche mit polyklonalem IgA gezeigt werden. Eine Absättigung mit polyklonalem IgG hatte dagegen keine Folgen. Die DC waren ebenso wie B-Lymphozyten und Granulozyten in der Lage, das Ausmaß der Fca -Expression zu erhöhen, nachdem sie mit polymerem IgA vorinkubiert wurden.

Zitieren

Zitierform:

Dollriess, Ellen: In vitro Analyse der Interaktion von IgA und bakteriellen IgA-Immunkomplexen mit murinen Dendritischen Zellen. Hannover 2000. Tierärztliche Hochschule.

Rechte

Nutzung und Vervielfältigung:
Alle Rechte vorbehalten

Export