Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Experimentelle Untersuchungen zur Wirkung transzervikaler intrauteriner Applikation von Seminalplasma auf die ovarielle Aktivität und auf den Ovulationszeitpunkt im Sexualzyklen bei hemihysterektomierten Pferden

Asjanowa, Ija

Die vorliegende Arbeit hatte folgende Untersuchungsziele: -festzustellen, ob eine ovulationsbeeinflussende Wirkung intrauterin verabreichten, homologen Seminalplasmas beim Pferd besteht. -festzustellen, ob diese Wirkung gegebenfalls über eine lokale oder systemische Übermittlung erfolgt. Die Untersuchungen wurden in der Zeit von September 1998 bis September 2000 in der Klinik für Pferde der Tierärztlichen Hochschule Hannover in ingesamt 19 ovulatorischen Sexualzyklen an 2 mittels unilateraler Hysterektomie vorbereiteten Stuten durchgeführt. Die Untersuchung bestand auch aus zwei Abschnitten: Abschnitt 1. Durchführung einer partiellen Hysterektomie bei zwei Stuten, in Modifikation des Tiermodells "Mariensee" für das Schwein, um einen denkbaren lokalen oder systemischen Einfluß der intauterin verabreichten Medien abzugrenzen und zu beurteilen. Abschnitt 2. Intrauterine Applikation von Seminalplasma bzw. NaCl- Lösung (Kontrolle) und deren Einfluss auf den jeweiligen Ovulationszeitpunkt. In den 19 vorgegebenen ovulatorischen Sexualzyklen wurde die intrauterine Infusion von 70ml des spermienfreien Mediums (Seminalplasma oder 0,9%ige NaCl-Lösung als Kontrollmedium) vorgenommen. Als entscheidendes Kriterium für den Infusionszeitpunkt diente das Erreichen einer Ovar-Follikelgröße von 3,7 cm Durchmesser. Die transrektale und ultrasonographische Follikelkontrolle nach der intrauterinen Infusion erfolgte in 12-stündigen Abständen bis zur Ovulation. Täglich entnommene Blutproben dienten zur Bestimmung von Hormonserumkonzentrationen von Progesteron, Östrogen und LH in diesem Zeitabschnitt. Es wurden folgenden Ergebnisse erzielt: Bei ipsi- und kontralateralen Ovulationen wurde nach intrauteriner Anwendung von Seminalplasma oder NaCl unabhängig von der Behandlung jeweils ein kontinuierliches Follikelwachstum bis zur Ovulation beobachtet. Ein ovulationsbeinflussender Effekt bei ipsi- und kontralateral erfolgten Ovulationen nach der intrauterinen Verabreichung von Seminalplasma oder NaCl bei Stuten war nicht festzustellen. Ein signifikanter Unterschied in den Verlaufskurven von LH, Östrogen und Progesteron nach der intrauterinen Infusion von Seminalplasma bzw. Kochsalzlösung und im interöstrischen Zeitraum bei ipsi- und kontralateralen Ovulationen war nicht zu beobachten. Die Hormonprofile für LH, Östrogen und Progesteron wiesen einen für das Pferd typischen Verlauf im Östrus und Interöstrus auf. Die Frage nach einer durch lokale und/oder systemische Vermittlung erfolgenden Beeinflussung der Ovulationsvorgänge durch die intauterine Applikation homologen Seminalplasmas beim Pferd, gekennzeichnet durch eine Terminierung des Ovulationszeitpunktes, muss nach den vorliegenden Untersuchungsergebnissen eher verneint werden. Als zusätzliche Fragestellung der Arbeit ergab sich, ob eine Trächtigkeit bei partiell hysterektomierten Stuten möglich und erfolgreich sein kann. Um dies festzustellen, wurde am Ende des zweiten Versuchsteils eine künstliche Insemination einer der beiden vorbereiteten Stuten mit nativem Sperma durchgeführt, die zur Konzeption und zur Austragung einer reifen und vitalen Leibesfrucht führte.

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Asjanowa, Ija: Experimentelle Untersuchungen zur Wirkung transzervikaler intrauteriner Applikation von Seminalplasma auf die ovarielle Aktivität und auf den Ovulationszeitpunkt im Sexualzyklen bei hemihysterektomierten Pferden. Hannover 2001. Tierärztliche Hochschule.

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