Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Licht- und transmissionselektronenmikroskopische Untersuchungen von Synovia, Synovialis und Knorpel am Fesselgelenk des Pferdes nach vorausgegangener Radiosynoviorthese mit Yttrium-90

Deißner, Sabine

Die vorliegende Studie sollte den Einsatz der Radiosynoviorthese mit Yttrium-90 als neue Therapiemethode von verschiedenen Arthropathien des Pferdes morphologisch untersuchen und bewerten. Das Untersuchungsgut setzte sich aus 31 equinen Fesselgelenken von insgesamt 11 Pferden zusammen, von denen zu Versuchsbeginn keine Vorerkrankungen bekannt waren. In 20 dieser Gelenke erfolgte eine Injektion eines Yttrium-90-Silikatkolloides mit einer Strahlungsaktivität von 185 bzw. 310 MBq, zum Teil kombiniert mit einem Kortikosteroid. Innerhalb der folgenden 6 Monate wurden die Pferde nach festgelegten Zeitabständen euthanasiert und Proben der Synovia, der Synovialis und des Gelenkknorpels gewonnen. Bei der licht- und transmissionselektronenmikroskopischen Untersuchung der Synovia und der Synovialis fiel besonders die ungleichmäßige Verteilung und Ausprägung der gefundenen Veränderungen auf. Die dorsalen Recessus der behandelten Gelenke zeigten kaum Befunde, wogegen die palmaren/plantaren Recessus nach der Radiosynoviorthese mittel- bis hochgradige Synovialitiden aufwiesen. Dabei standen eine starke Fibrinextravasation, die Ausbildung von multifokal auftretenden, zum Teil tiefreichenden Nekrosen und verschiedene Aktivierungs- und Entzündungszeichen der Synovialis im Vordergrund. Die kleinen Gefäße in der Subsynovialis zeigten häufig Degenerationserscheinungen und zum Teil obliterierte Lumina. Die verschiedenen applizierten Aktivitäten (185 bzw. 310 MBq) und die gleichzeitige, intraartikuläre Gabe eines Kortikosteroids schienen keinen Einfluß auf die Ausprägung der Veränderungen in den Gelenken zu besitzen. Die Befunde deuteten auf eine persistierende Strahlensynovialitis hin, die in dem untersuchten Zeitraum von 6 Monaten keine wesentliche Heilungstendenz zeigte. Zusammenfassend kann festgestellt werden, daß die Radiosynoviorthese beim Pferd mit dem Radionuklid Yttrium-90 und den in dieser Studie eingesetzten Dosierungen aufgrund des ungleichmäßigen Auftretens von anhaltenden, schweren Entzündungserscheinungen und Nekrosen aus morphologischer Sicht nur eingeschränkt zu empfehlen ist.

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Deißner, Sabine: Licht- und transmissionselektronenmikroskopische Untersuchungen von Synovia, Synovialis und Knorpel am Fesselgelenk des Pferdes nach vorausgegangener Radiosynoviorthese mit Yttrium-90. Hannover 2001. Tierärztliche Hochschule.

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