Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Replikation des Virus der Klassischen Schweinepest in verschiedenen permanenten porzinen Zellinien

Fischer, Sebastian

Die Klassische Schweinepest (KSP) wird durch ein Pestivirus (KSPV) aus der Familie Flaviviridae hervorgerufen. Da die Diagnose dieser anzeigepflichtigen Tierseuche unter Verwendung permanenter porziner Zellinien erfolgt, stellen diese Zellinien einen bedeutenden Faktor sowohl bei der Diagnostik als auch bei der Bekämpfung der Seuche dar. In der vorliegenden Arbeit wurde die Replikation des KSPV in permanenten porzinen Zellinien analysiert, um eine Optimierung der Diagnostik der KSP zu ermöglichen. Untersucht wurden die maximal erreichten Virustiter in den verschiedenen Zellinien, der Zelltyp der Wirtszellen, der Einfluß der Virusinfektion auf die Zellproliferation sowie die Verteilungsverhältnisse von freiem und zellgebundenem Virus in der Zellkultur. Die untersuchten KSPV?Stämme vermehrten sich sowohl in Epithelzellen als auch in fibroblastoiden Zellen. Die Titer des virulenten KSPV-Stammes EYSTRUP und des avirulenten KSPV-Stammes C?STAMM wurden in 16 permanenten porzinen Zellinien ermittelt. Dabei wurden die klonierten Referenz-Zellinien des EU-Referenzlabors für KSP, HODEN/STE und NIERE/PK(15)A in die Untersuchungen einbezogen. Der KSPV-Stamm EYSTRUP erreichte in 14 Zellinien, der KSPV-Stamm C-STAMM nur in fünf Zellinien hohe Virustiter. Die Virustiter des KSPV-Stammes C?STAMM lagen dabei ca. 2 log10-Stufen unter denen des Stammes EYSTRUP. In den Zellinien NIERE/5-1, NIERE/8, HODEN/STE, HODEN/278 und HAUT/388 replizierten beide untersuchten KSPV-Stämme zu Titern ³ 104,8 KID50/ml. Die Virustiter wurden jeweils 48 h und 120 h p. i. bestimmt, wobei die höchsten Titer immer erst 120 h p. i. erreicht wurden. Die Untersuchung des Einflusses der Virusinfektion auf die Zellproliferation zeigte, daß nur zwei Zellinien, NIERE/5-1 und HODEN/STE, nach Infektion mit dem virulenten KSPV?Stamm EYSTRUP eine verminderte Proliferationsrate aufwiesen. In weiterführenden Untersuchungen wurde die Replikation von 11 KSPV?Feldisolaten mit einer Auswahl der untersuchten Zellinien analysiert. Bei den Virusisolaten handelte es sich um die genetischen Typen 2.3 Spante, 2.1 Paderborn, Typ 1 und Typ 2.2 unterschiedlicher Herkunft. In den Zellinien NIERE/5-1 und HODEN/278 replizierten alle eingesetzten Feldisolate. Die Ergebnisse für die Zellinien HODEN/STE und NIERE/PK(15)A entsprachen früheren Untersuchungsergebnissen des EU?Referenzlabors: Die untersuchten Isolate replizierten nicht oder nur zu sehr niedrigen Titern. Auf das Verteilungsverhältnis von freiem und zellgebundenem Virus in der Zellkultur hatten sowohl die verwendete Zellinie als auch der eingesetzte Virusstamm Einfluß. Der KSPV?Stamm C?STAMM war in fünf untersuchten Zellinien 48 h und 120 h p. i. überwiegend frei im Zellkulturüberstand zu finden. Dagegen gab es unter den mit dem KSPV?Stamm EYSTRUP infizierten Zellkulturen eine Linie (NIERE/5-1) mit vorwiegend freiem und eine Zellinie (NIERE/PK(15)A) mit überwiegend zellgebundenem Virus. In drei Zellinien änderten sich die Verhältnisse im Laufe der Kultivierung. Unter Einbeziehung noch durchzuführender Zusatzuntersuchungen, die ein größeres Spektrum an KSPV?Isolaten und den Einfluß des Nährmediums beinhalten, können die Zellinien NIERE/5?1 und HODEN/278 für die KSPV-Diagnostik empfohlen werden.

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Fischer, Sebastian: Replikation des Virus der Klassischen Schweinepest in verschiedenen permanenten porzinen Zellinien. Hannover 2001. Tierärztliche Hochschule.

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