Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Application of the new radiopharmaceutical Tekappran to aid in diagnosing inflammation of soft tissue in horses using scintigraphic imaging

Frank, Kirsten

Diese Arbeit hatte zum Ziel, das bei Labortieren untersuchte und bereits in der Humanmedizin erprobte und noch im Test sich befindende Radiopharmazeutikum Tekappran in der Anwendung am Pferd für die Entzündungsszintigraphie zu untersuchen. Die Idee ist letztlich, es als Alternative zur Leukozytenmarkierung, die nach wie vor als "golden standard’ gilt, auf den veterinärmedizinischen Markt zu bringen. Tekappran, dessen Name sich aus der Aminosäuresequenz, aus der es besteht, ableitet, ist biochemisch betrachtet ein Antagonist zu tuftsin, einem zentralen Bestandteil von Leukokinin. Wie der Agonist tuftsin besitzt Tekappran Affinität zu Rezeptoren auf neutrophilen Granulozyen und Monozyten/Makrophagen. Während der Agonist mit Bindung an den Rezeptor eine Stimulierung und Aktivierung der betroffenen weißen Blutkörperchen zum Zwecke der Immunabwehr bewirkt, dient Tekappran allein der Markierung der Zellen. Zu einer Zellaktivierung kommt es nicht. Die Studie setzte sich zusammen aus einem pharmakokinetischen Teil für das Verständnis der Aufnahme, Verteilung und Ausscheidung des Diagnostikums und einem klinischen Teil zwecks Beurteilung der Anwendung von Tekappran für die Entzündungsszintigraphie als bildgebendes Verfahren beim Pferd. Alle beteiligten Pferde wurden mit einer Dosis von ca. 2,75 GBq (75 mCi) 99mTc-Tekappran über intravenösen Zugang versehen. Es konnte gezeigt werden, daß Tekappran, welches mit 99mTechnetium radioaktiv markiert wird, ein sicheres und gut toleriertes Radiopharmazeutikum ist. Es zeigt ein gutes Potential, Weichteilentzündungen beim Pferd bildlich darzustellen. An sechs erwachsenen gesunde Stuten konnte gezeigt werden, daß 99mTc-Tekappran mit einer durchschnittlichen Halbwertszeit von 33,25 Minuten aus dem Blutsystem eliminiert wird. Das Radiopharmazeutikum wird mit durchschnittlich 36,48 % (kumulativer Wert acht Stunden nach Injektion) vorwiegend über die Nieren ausgeschieden. Die Ausscheidung über den Kot ist mit 1,37 % (kumulativer Wert acht Stunden nach Injektion) nur sehr gering. An der klinischen Studie waren insgesamt fünfzehn Pferde beteiligt, bis auf einen Jährling alles adulte Tiere. Auswahlkriterien für die Selektion waren aktive Entzündungsprozesse, septisch oder aseptisch, deren Vorhandensein anhand der klinischen Untersuchung und/oder mindestens eines renommierten Verfahrens ( Ultraschall, Knochenszintigraphie, Röntgen) diagnostiziert sein mußte. Bei sechs von acht Pferden mit entzündlichen Veränderungen an Bändern und Sehnen konnte das Problem szintigraphisch nachvollzogen werden. In den zwei anderen Fällen zeigte die Szintigraphie eine vermehrte Aufnahme von radioaktiv markiertem Tekappran nicht nur in den klinisch auffälligen Gliedmaßen, sondern auch an klinisch unverdächtigen Gliedmaßen. In drei von drei Fällen, die an akuten Hufreheschüben erkrankt waren, fand die Diagnose Bestätigung auf den szintigraphischen Bildern. Bei einem Pferd mit Strahlbein-Syndrom fand sich vermehrte Ansammlung von 99mTc-Tekappran im betroffenen Gebiet. Bei einem Pferd mit juveniler Osteoarthritis konnte die Diagnose auf den Szintigraphien bestätigt werden. Ein Pferd war betroffen von focaler septischer Huflederhautentzündung nach Hufwandverletung und auch hier zeigten die szintigraphischen Bilder Übereinstimmung. Bei einem Pferd blieb die Enddiagnose offen. Szintigraphisch konnte die vermutete Entzündung, die sich allerdings sonographisch als bereits in Regeneration sich befindend darstellte, nicht eindeutig erkannt werden. Bezüglich des zeitlichen Rahmens, in dem opimale Bildqualität gewonnen wurde, stellten wir fest, daß dies innerhalb der ersten 90 Minuten post injectionem der Fall ist. Eine Ausnahme bildete die Osteoarthritis, die auf Bildern vier Stunden post injectionem , am besten darstellbar war. Alle Pferde, die an der Studie teilgenommen hatten, wurden 24 Stunden nach Injektion von 99mTc-Tekappran nach komplikationslosem Verlauf aus der Radioisolierbox des Equine Research Centre (Guelph) Inc. an die Eigentümer entlassen. Anmerkung: Tekappran ist derzeit weder im nordamerikanischen noch im europäischen Raum erhältlich.  

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Frank, Kirsten: Application of the new radiopharmaceutical Tekappran to aid in diagnosing inflammation of soft tissue in horses using scintigraphic imaging. Hannover 2001. Tierärztliche Hochschule.

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