Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Restitution warmischämisch vorgeschädigter Schweineherzen nach verschiedenen Konservierungsverfahren und orthotoper Transplantation

Funcke, Claudia Bettina

Ziel dieser Studie war die erfolgreiche orthotope Transplantation von Herzen nach mindestens 15-minütigem Kreislaufstillstand, sogenannten non-heart-beating donor (NHBD) Herzen, und einer anschließenden 180-minütigen Konservierung in Hypothermie. Die Verwendung solcher Herzen wäre eine neue Möglichkeit, um die sehr geringe Zahl von Spenderherzen zu vergrößern und mehr Patienten auf der Warteliste mit einem Transplantat zu versorgen. Für diese Studie wurden verschiedene Konservierungslösungen und Konservierungstechniken gewählt, um die Restitution von Herzen nach orthotoper Transplantation nach verschiedenen Konservierungsverfahren zu vergleichen. Dafür wurden Herzen mit der weit verbreiteten HTK-Konservierungslösung konserviert oder mit einer mittels 2,3-Butandion Monoxim, Hyaluronidase, Adenosin und Calcium modifizierten HTK-Lösung. Desweiteren wurden in einer dritten Gruppe Herzen mit mBHTK konserviert und zusätzlich während der Lagerung durch coronare Sauerstoffpersufflation (COP) oxygeniert. Nur die Herzen der Gruppe mBHTK+COP konnten nach Abschalten der Herz-Lungen-Maschine über die Testperiode von einer Stunde den Kreislauf aufrecht halten. Die Herzen der Gruppe mBHTK konnten ohne Sauerstoffpersufflation den Kreislauf nur 13 Minuten ohne Unterstützung der Herz-Lungen-Maschine (HLM) aufrecht halten, wohingegen die Herzen der Gruppe HTK den Kreislauf ohne Unterstützung der HLM gar nicht aufrecht halten konnten. Die niedrigsten Ergebnisse der Herzfunktion und der Adeninnukleotide wurden im Vergleich zu den anderen Gruppen in der Gruppe HTK ermittelt. Der Wassergehalt und der Laktatgehalt des Myokards waren in dieser Gruppe signifikant höher als in den anderen Versuchsgruppen. Diese Ergebnisse zeigen, dass die HTK Konservierungslösung, die in der Klinik für die Konservierung nicht vorgeschädigter Herzen für drei bis vier Stunden erfolgreich angewendet wird, für die Konservierung von Herzen nach über 15-minütiger warmer Ischämie nicht ausreicht. Durch die Modifizierung der HTK zu mBHTK konnte bereits eine bessere Restitution der Herzen erreicht werden. Diese Herzen waren jedoch nicht in der Lage, den Kreislauf über die Testperiode ohne HLM aufrecht zu halten. Die höchsten Ergebnisse der Herzfunktion, die beste Erhaltung der energiereichen Phosphate im Myokard und die niedrigsten cardialen Troponin T Werte im Serum des Empfängers zeigten die Herzen der Gruppe mBHTK+COP. Die Funktionsprüfung der Coronararterien zeigte im Vergleich zur Normalfunktion bei keiner Versuchsgruppe eine Verschlechterung der endothelabhängigen Dilatation. Dadurch konnte gezeigt werden, dass weder durch die über 15-minütige warme Ischämie noch durch die Gasdurchströmung der Coronarien (COP) im Rahmen der Konservierung eine Schädigung der endothelialen Funktionsfähigkeit auftritt. Diese Studie zeigt, dass die Verwendung von modifizierter HTK-Lösung zusammen mit der coronaren Sauerstoffpersufflationstechnik die Konservierung von NHBD-Herzen mit im Mittel 16,7-minütiger Ischämiephase und 3,3-stündiger hypothermer Konservierung ermöglicht. Diese Technik ermöglicht eine gute Funktions- und Stoffwechselerholung bei unverändert guter Endothelfunktion der Coronararterien.

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Funcke, Claudia Bettina: Restitution warmischämisch vorgeschädigter Schweineherzen nach verschiedenen Konservierungsverfahren und orthotoper Transplantation. Hannover 2001. Tierärztliche Hochschule.

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