Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Untersuchungen zur Interaktion von Salmonellen-Immunkomplexen mit murinen M-Zellen mittells Konfokaler Lasermikroskopie

Wendt, Markus

Das primäre Ereignis zur Überwindung der gastro-intestinalen Barriere erfolgt bei S. Typhimurium durch selektive Invasion der murinen M-Zellen des Dom-Epithels der Peyerschen Plaques (PP). Im Zuge dieser Arbeit konnte ein System aufgebaut werden, das es mit Hilfe der konfokalen Mikroskopie erlaubte, die direkte Interaktion von S. Typhimurium mit den M-Zellen zu quantifizieren. In den Untersuchungen konnte dokumentiert werden, daß der gegenüber der Infektion mit S. Typhimurium empfindliche Mausstamm Balb/c (Itys) verglichen mit dem resistenten Mausstamm C3H/HeN (Ityr) keine signifikanten Unterschiede in der primären Interaktion von S. Typhimurium mit M-Zellen aufwies. Demgegenüber zeigte die im Mausmodell avirulente Spezies S. Abortusequi im Vergleich zu pathogenen S. Typhimurium eine geringe Fähigkeit zur Interaktion mit M-Zellen. Die Eigenschaft virulent bzw. avirulent manifestierte sich also bereits auf der Stufe der M-Zell-Interaktion. Des weiteren zeigten die im Ileal-Loop-Modell durchgeführten Infektionen, daß polyIgA-opsonisierte im Vergleich zu nicht opsonisierten S. Typhimurium eine signifikant vermehrte Interaktion mit M-Zellen aufwiesen. Doch nur bei aktiv invasiven S. Typhimurium kam es in etwa proportional zur gestiegenen Adhärenz auch zur Erhöhung der in die M-Zellen eingedrungenen Organismen. Bei inaktivierten S. Typhimurium begründete sich die gesteigerte Interaktion nur auf einer vermehrten Adhärenz an M-Zellen. In einem alternativen Versuchssystem mit Latex(Polystyrene)-Beads als Träger für das polyIgA konnte der Effekt der erhöhten Interaktion mit M-Zellen im Vergleich zu BSA-gekoppelten Latex-Beads bestätigt werden. Es zeigte sich in diesem Fall, daß neben der gesteigerten Adhärenz auch die Menge an Latex-Beads, die durch M-Zellen aufgenommenen wurden, in etwa gleichem Maße erhöht wurde. Eine Opsonisierung von S. Typhimurium mit agglutinierenden Konzentrationen an polyIgA führte im Gegensatz zu publizierten Befunden für Epithelzellen bei M-Zellen nicht zu verminderten Adhärenz und Invasion der Bakterien. Es zeigte sich vielmehr die Tendenz einer verstärkten Interaktion. Ein Vergleich von polyIgA- und IgG2b-gekoppelten Latex-Beads und ihrer Interaktion mit M-Zellen spricht für die These, daß die Bindungen von Immunglobulinkomplexen an M-Zellen über einen Fc-Rezeptor, der nicht Isotyp-spezifisch ist, vermittelt werden.

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Wendt, Markus: Untersuchungen zur Interaktion von Salmonellen-Immunkomplexen mit murinen M-Zellen mittells Konfokaler Lasermikroskopie. Hannover 2001. Tierärztliche Hochschule.

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