Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Tiefgefrierung von flowzytometrisch gesextem Ebersperma

Beßeling, Markus

Zielsetzung der vorliegenden Arbeit war es, ein alternatives Verfahren zur Samenzellkonzentrierung unter Umgehung der etablierten Zentrifugation zu prüfen. Es sollte die Anwendung der Crossflowfiltrationstechnik und der Zentrifugation auf verschiedene Aspekte in der Eberspermienbehandlung miteinander verglichen und ein Tiefgefrierverfahren für flowzytometrisch gesextes Ebersperma entwickelt werden. Dazu gliederte sich die Arbeit in drei Abschnitte, in dessen ersten Teil verdünntes Ebersperma nach einer Konzentrierung durch Zentrifugation bzw. Crossflowfiltration auf Samenzellverluste untersucht wurde. Die Crossflowfiltrationstechnik war durch ihre vollständige Spermienrückgewinnung der Zentrifugation, bei der ein Verlust von 13,9 ± 6,5 % auftrat, signifikant überlegen. In einer nach Konzentrierung und Resuspendierung von verdünntem Sperma durchgeführten Halteprobe über 5 Tage ergaben sich anhand der Motilität, der Morphologie und einer Vitalfärbung mit Eosin keine Unterschiede zwischen den mit Crossflowfiltration und Zentrifugation konzentrierten Proben. Im Versuchsabschnitt 2 zeigten sich die Crossflowfiltration und die Zentrifugation bei angepassten Versuchsaufbau während des Abkühlprozesses auf 5° C zur Vorbereitung für die Tiefgefrierung als gleichwertig hinsichtlich erhobener Motilitäts- und Morphologieparameter. Es konnte statistisch kein Unterschied zwischen den beiden Konzentrationsmethoden festgestellt werden. Eine, wahrscheinlich durch das verfahrenstechnisch nicht zu eliminierende Restvolumen des Vorverdünners verursachte Koagulation des eidotterhaltigen Kühlverdünners überdeckte die Auftauergebnisse. Im dritten Versuchsabschnitt erzielte die Crossflowfiltration einer der Zentrifugation an Geschwindigkeit überlegene Verdichtung der Samenzellen. Die Motilität der aufgetauten flowsortierten Spermien war bei den mit Crossflowfiltration eingefrorenen Proben mit 7,9 ± 6,5 % vs. 16,8 ± 11,2 % gegenüber der Zentrifugation signifikant unterlegen, während der Vergleich der Kopfkappen (NAR) mit 18,5 ± 7,7 vs. 14,3 ± 6,8 % statistisch keinen Unterschied belegte. Die Crossflowfiltration ist bei optimalen Bedingungen eine zur Zentrifugation alternative Methode der Samenverdichtung. Wegen des schnellem und vor allem spermienverlustfreien Arbeitens kann sie der Zentrifugation trotz geringgradiger Einbußen an Samenqualität überlegen sein, insbesondere wenn es sich wie bei den gesexten Spermien um eine limitierte Samenzellanzahl handelt.

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Beßeling, Markus: Tiefgefrierung von flowzytometrisch gesextem Ebersperma. Hannover 2001. Tierärztliche Hochschule.

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