Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Untersuchung zum Einsatz eines Low-Power-Lasers in der Therapie katarrhalischer Mastitiden beim Rind

Hackenfort, Eva-Maria

Das Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die Effektivität der Low-Power-Laser-Therapie als alternative Behandlungsweise zum Einsatz von Antibiotika in der Therapie katarrhalischer Mastitiden zu testen und anhand der klinischen und bakteriologischen Heilungsraten und anhand des Verlaufs der Zellgehalte drei und 4 Wochen nach der letzten Behandlung zu manifestieren. Hierzu wurden 65 an katarrhalischer Mastitis erkrankte Euterviertel zufällig in eine Versuchsgruppe (n=32), die mit einem Low-Power-Laser (BMS-Sport-Laser IR 904 nm der Firma Bio Medical Systems, Wiesbaden) behandelt wurde, und eine antibiotisch behandelte Kontrollgruppe (n=33) eingeteilt. Die Laserbehandlung erfolgte am ersten, zweiten, dritten, 5. und 7. Tag der Erkrankung und die antibiotische Behandlung je nach Angaben der Hersteller. Am ersten, zweiten, dritten, 5., 7. und 10. Tag seit Behandlungsbeginn und am 22. bis 24. und 29. bis 31. Tag nach der jeweils letzten Behandlung wurde eine klinische Untersuchung der behandelten Kühe und eine spezielle Untersuchung des betroffenen Euterviertels in Form von palpatorischen Untersuchungen des Euters und Untersuchungen der Eutersekrete durchgeführt. Zudem wurden alle Eutersekrete vor der ersten Behandlung und am 22. bis 24. Tag sowie am 29 bis 31. Tag nach der letzten Behandlung bakteriologisch untersucht, wobei an den beiden letztgenannten Untersuchungszeitpunkten noch eine exakte zytologische Feststellung der Zellgehalte mittels Fossomatic erfolgte. Die klinische Heilungsrate der mit einem Low-Power-Laser therapierten Euterviertel betrug 84,4% und unterschied sich nicht signifikant von der klinischen Heilungsrate der antibiotisch behandelten Kontrollgruppe (97,0%) (P>0,05). Am 5., 7. und 10. Tag seit Behandlungsbeginn waren jedoch in der Antibiotikagruppe statistisch signifikant mehr Euterviertelsekrete flockenfrei als in der Lasergruppe (P<0,05), während sich die Palpationsbefunde zu keinem Untersuchungszeitpunkt signifikant unterschieden (P>0,05). In beiden Behandlungsgruppen wurden vor der ersten Behandlung in insgesamt 9 Mastitisfällen Staphylococcus (S) aureus (13,9%), in 11 Fällen Streptococcus (Sc.) uberis (16,9%), in 4 Fällen Sc. agalactiae (6,2%), einmal Sc. dysgalactiae (1,5%), dreimal E. coli (4,6%), einmal Hefen (1,5%) und dreimal ein unpezifischer Keimgehalt (4,6%) nachgewiesen. In 50,8% der Euterviertelgemelksproben (n=33) konnten keine Erreger nachgewiesen werden. Zwischen der Gruppe der erregerfreien Euterviertelsekrete und der infizierten Euterviertelsekrete gab es keine signifikanten Unterschiede bezüglich der klinischen Symptome und der klinischen Heilungsrate (P>0,05). Die bakteriologische Heilungsrate war in der Lasergruppe mit 25,0% signifikant niedriger als in der antibiotisch behandelten Kontrollgruppe mit 68,8% (P<0,05). Die Neuinfektionsraten drei Wochen nach der letzten Behandlung lagen in der Gruppe der erregerfreien Euterviertelsekrete nach der Antibiotikabehandlung bei 23,5% (n=4) und nach der Lasertherapie bei 37,5% (n=6). Für die infizierten Euterviertel konnten Neuinfektionsraten von 6,3% (n=1) in der Antibiotikagruppe und 0,0% in der Lasergruppe festgestellt werden. Die Häufigkeiten unterschieden sich statistisch nicht signifikant zwischen den beiden Behandlungsgruppen (P>0,05). In der Gruppe aller behandelten Euterviertel ergab die 2-faktorielle Varianzanalyse weder einen signifikanten Gruppeneffekt noch einen signifikanten Zeiteffekt oder signifikante Differenzen für die Interaktion der Faktoren mit Laser behandelt / antibiotisch behandelt und der Zeit hinsichtlich der mittleren Zellgehalte, d.h. dass die Euterviertel im Durchschnitt hinsichtlich der Zellgehalte in beiden Behandlungsgruppen und zu beiden Untersuchungszeitpunkten gleich waren. Innerhalb der Gruppe der chronischen katarrhalischen Mastitiden wurden bei einem Behandlungsgruppenvergleich in der Lasergruppe signifikant höhere Zellgehalte als in der Antibiotikagruppe festgestellt. Ebenso wiesen die Euterviertelsekrete der Kühe, die länger als zwei Laktationen im Einsatz waren und die der Kühe in den Laktationsstadien 101 bis 200 Tage und über 200 Tage p.p. in der Lasergruppe signifikant höhere mittlere Zellgehalte für die Untersuchungszeitpunkte als in der Antibiotikagruppe auf (P<0,05). In allen Gruppen erfolgte eine Abnahme des Gehaltes an somatischen Zellen vom Untersuchungszeitpunkt 22 bis 24 Tage nach der letzten Behandlung bis zum Untersuchungszeitpunkt 29 bis 31 Tage nach der letzten Behandlung, jedoch konnte diese Beobachtung nur für die Mastitispatientinnen, die länger als zwei Laktationen im Melkeinsatz waren, durch die 2-faktorielle Varianzanalyse, die für den Untersuchungszeitraum einen signifikanten Zeiteffekt ergab, bestätigt werden (P<0,05). In der Lasergruppe wiesen drei Wochen nach der letzten Behandlung statistisch signifikant weniger Euterviertelsekrete (9,4% und 34,4%) Zellgehalte von unter 100 000 Zellen/ml und unter 400 000 Zellen/ml auf als in der Antibiotikagruppe (36,4% und 57,6%). Vier Wochen nach der letzten Behandlung hatten signifikant weniger Euterviertelsekretproben aus der Lasergruppe (40,6%) als aus der Antibiotikagruppe (66,7%) Zellgehalte von unter 400 000 Zellen/ml.

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Hackenfort, Eva-Maria: Untersuchung zum Einsatz eines Low-Power-Lasers in der Therapie katarrhalischer Mastitiden beim Rind. Hannover 2001. Tierärztliche Hochschule.

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