Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Vergleichende Untersuchung von drei Antigen-Capture ELISAs zum Nachweis von Bovinem Virusdiarrhoe Virus- (BVDV) Antigen im Blut von Rindern

Kenklies, Susanne Annette

Das Virus der Bovinen Virusdiarrhoe (BVD-Virus) verursacht erhebliche ökonomische Verluste in rinderhaltenden Gebieten. Daher sind einige BVD-Bekämpfungsprogramme erstellt und begonnen worden. In Niedersachsen existiert seit 1993 ein von der Tierseuchenkasse Niedersachsen unterstütztes BVD-Bekämpfungsprogramm, welches auf Impfung der weiblichen Nachzucht vor dem ersten Belegen und der Identifizierung und Merzung persistent infizierter Tiere basiert. Für die Identifizierung der virusausscheidenden Tiere im Rahmen dieses Programmes hat sich der Antigen-Capture-ELISA für Massenuntersuchungen bewährt. Ein im Institut für Virologie der Tierärztlichen Hochschule Hannover verwendeter BVD-Virusantigen-ELISA (Chekit®-BVD-Virus) hat sich als zeitweise wenig sensitiv und als arbeitsaufwendig herausgestellt. In dieser Arbeit wurden zwei Weiterentwicklungen (Chekit®-BVD-Virus-II a) und b)) dieses Tests anhand 606 Blutproben BVD-verdächtiger Einzeltiere vergleichend mit dem Vormodell geprüft. Die Virusisolierung in der Zellkultur diente als Referenzmethode. Die Probenaufarbeitung wurde in den weiterentwickelten ELISAs erheblich vereinfacht. Anstelle der Leukozytenpräparation aus gerinnungsgehemmtem Blut ist eine Zentrifugation der Blutprobe und die direkte Verwendung des Plasmas oder Serums möglich. Es wurden die jeweiligen Sensitivitäten und Spezifitäten (Testgüten) der ELISAs miteinander verglichen. Dafür wurden die Proben in verschiedene Fallgruppen eingeteilt, um die Auswirkung der Proben-Beschaffenheit auf die Sensitivität und Spezifität zu untersuchen. Es wurde deutlich, dass für die Fallgruppe „Heparin-Blutproben“ zwei der untersuchten ELISAs (Chekit®-BVD-Virus und Chekit®-BVD-Virus-II b)) sowie für die Fallgruppe „Kälber“ ein ELISA (Chekit®-BVD-Virus) eine signifikant geringere Sensitivität aufwies als für die entsprechenden Fallgruppen „EDTA-Blutproben“ und „adulte Tiere“. Der Sensitivitätsverlust für die Fallgruppen „Kälber“ und „Heparin-Blutproben“ war durch Veränderung des Cut-off-Wertes nicht auszugleichen. Einer der ELISAs (Chekit®-BVD-Virus-II a)) zeigte keinerlei Veränderungen der Sensitivität bei Auswertung der unterschiedlichen Fallgruppen. Die Einteilung in Fallgruppen hatte keinen Einfluss auf die Spezifität der untersuchten ELISAs. Für den Einsatz im Rahmen des BVD-Bekämpfungsprogrammes hat sich einer der ELISAs (Chekit®-BVD-Virus-II a)) als nicht geeignet herausgestellt. Er wies eine mangelhafte Testgüte auf. Der herkömmliche ELISA (Chekit®-BVD-Virus) erreichte bei der Verwendung von EDTA-Blutproben und von adulten Tieren stammenden Proben eine gute Sensitivität. Da jedoch die Probenaufarbeitung zeitintensiv war und die Identifizierung der persistent infizierten Tiere in einem frühen Lebensalter sinnvoll ist, wurde die Produktion dieses ELISA vom Hersteller eingestellt. Der zweite weiterentwickelte ELISA (Chekit®-BVD-Virus-II b) erwies sich dagegen als für die BVD-Virusantigen-Diagnostik gut geeignet. Jedoch kann zu einer Verwendung von EDTA-Blutproben oder Serumproben geraten werden, da die Sensitivität für die Fallgruppe „Heparin-Blutproben“ signifikant geringer war. Der ELISA Chekit-BVD-Virus-II b) beurteilte die untersuchten BVD-Virus-Genotyp-2‑haltigen Zellkul-turüberstände positiv und zeigte auch bei von Jungtieren stammenden Blutproben eine gute Sensitivität und Spezifität.

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Kenklies, Susanne Annette: Vergleichende Untersuchung von drei Antigen-Capture ELISAs zum Nachweis von Bovinem Virusdiarrhoe Virus- (BVDV) Antigen im Blut von Rindern. Hannover 2001. Tierärztliche Hochschule.

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