Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Tierärztliche Empfehlungen für die Unterbringung von Ziervögeln in Tierheimen

Burfeindt, Karin

Das Ziel dieser Untersuchung war es, die derzeitige Unterbringungssituation von Ziervögeln in Tierheimen zu erfassen und deren Haltung aus tierärztlicher Sicht zu beurteilen. Das Interesse galt hierbei vor allem den häufig als Ziervögel gehaltenen Kanarien, Prachtfinken, Wellensittiche, Nymphensittiche, Agaporniden, Großpapageien und Beos. Die Befragung fand in zehn Tierheimen in Niedersachsen, Schleswig – Holstein, Nordrhein – Westfalen und Hessen statt. Die Tierheime wurden einschließlich der Außenanlagen besichtigt. In den für Ziervögel vorgesehenen Haltungsräumlichkeiten wurden Messungen der Temperatur, der relativen Luftfeuchtigkeit und der Raumgröße vorgenommen. Die Käfige und Volieren wurden vermessen sowie Einstreu und Ausstattung untersucht und den gesetzlichen Forderungen sowie Gutachten und Empfehlungen gegenübergestellt. Es stellte sich heraus, dass nicht jedes Tierheim auf die Unterbringung aller oben genannten Ziervögel vorbereitet war. Die Kenntnisse zur art- und verhaltensgerechten Haltung von Ziervögeln waren nicht immer ausreichend. Nur wenige hatten für Neuzugänge oder Pensionstiere eine Quarantänestation oder eine separate Unterbringungsmöglichkeit für erkrankte Vögel. Die angegebenen Quarantänezeiträume waren den Inkubationszeiten nicht immer angepasst. Einen gesonderten Raum für die Unterbringung der Vögel gab es nicht immer, so dass die Tiere zum Teil Küchendämpfen, Zugluft oder Rauch ausgesetzt waren. In den meisten Fällen wurden die klimatischen Bedingungen in den für Ziervögel vorgesehenen Räumen durch die Außentemperatur beeinflusst, so dass die Klimawerte größeren Schwankungen unterlagen. Die Käfiggrößen lagen zum Teil unter den Mindestanforderungen des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Das Sicherheitsgefühl der Vögel wurde beim Aufstellen der Käfige nicht immer ausreichend berücksichtigt, sie wurden zum Teil frei im Raum oder zu niedrig positioniert. Großpapageien wurden mit einer Ausnahme nicht in Volieren, sondern in Käfigen untergebracht, dabei wurden in zwei Tierheimen auch runde Käfige benutzt. Ferner hielten zwei Tierheime Pensionstiere (Großpapageien) in Stangenhaltung. Die Häufigkeit des Einstreuwechsels sowie der Käfig- und Volierenreinigung war in den wenigsten Tierheimen ausreichend. Zur Fütterung wurde meist das jeweils kostengünstigste kommerziell erhältliche Mischfutter für die entsprechende Ziervogelart verwendet. Ergänzungsfuttermittel wurden in unterschiedlichem Ausmaß und Qualität angeboten.

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Burfeindt, Karin: Tierärztliche Empfehlungen für die Unterbringung von Ziervögeln in Tierheimen. Hannover 2001. Tierärztliche Hochschule.

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