Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Kardio- und vaskuloprotektive Wirkung selektiver Östrogenrezeptormodulatoren in adulten, spontan hypertensiven Ratten

Leitzbach, Daniela

Die koronare Herzkrankheit ist in den entwickelten Industriestaaten die häufigste Todesursache, wobei Frauen vor der Menopause durch das Hormon Östrogen geschützt werden und wesentlich seltener als gleichaltrige Männer betroffen sind. In dieser Arbeit wurde die pharmakologische Wirkung von selektiven Östrogenrezeptormodulatoren in weiblichen und männlichen adulten, spontan hypertensiven Ratten untersucht. Der Fokus dieser Arbeit lag in der Beurteilung der kardio- und vaskuloprotektiven Eigenschaften von Raloxifen und AVE 2006. Dazu wurden Parameter wie die Aortenendothelfunktion, Stickstoffmonoxid- und Superoxidfreisetzung, Plasmaspiegel verschiedener Blutparameter und die kardiale Pumpfunktion herangezogen. Bei den männlichen Tieren diente eine Gruppe adulter, unbehandelter Ratten und bei den weiblichen eine Gruppe adulter, unbehandelter, nicht ovarektomierter sowie ovarektomierter Tiere als Kontrollgruppen. Die weiblichen Ratten der behandelten Gruppen waren ebenfalls ovarektomiert, um den postmenopausalen Zustand zu simulieren. Durch die Langzeitbehandlung mit selektiven Östrogenrezeptormodulatoren konnte die Endothelfunktion der männlichen und weiblichen Tiere verbessert werden. Untersuchungen der Stickstoffmonoxid- und Superoxidfreisetzung des Aortenendothels ergaben eine positive Beeinflussung durch die chronische Behandlung mit beiden Substanzen. Die Plasmaspiegel von Cholesterin und der LDL-Fraktion waren signifikant niedriger als die Plasmaspiegel der Kontrollgruppen. Die Pumpfunktion der isoliert perfundierten Herzen, die in der Working-Heart-Apparatur untersucht wurden, war nicht signifikant verbessert. Die eNOS-Expression in den Herzen war bei den männlichen, behandelten Gruppen deutlich herabgesetzt. Die Ergebnisse der Testosteronspiegel wiesen vor allem bei der mit AVE 2006 behandelten, männlichen Gruppe auf östrogene Effekte hin. Die Ergebnisse dieser Arbeit sprechen für eine positive Beeinflussung der Endothelfunktion durch selektive Östrogenrezeptormodulatoren bei beiden Geschlechtern. Eine direkte kardioprotektive Wirkung konnte dagegen nicht nachgewiesen werden. Diese tierexperimentellen Befunde decken sich weitgehend mit den Ergebnissen, die in großen klinischen Studien an postmenopausalen Frauen und in sehr kleinen Studien an Männern mit selektiven Östrogenrezeptormodulatoren bisher beobachtet wurden.

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Leitzbach, Daniela: Kardio- und vaskuloprotektive Wirkung selektiver Östrogenrezeptormodulatoren in adulten, spontan hypertensiven Ratten. Hannover 2001. Tierärztliche Hochschule.

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