Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Nachweis von T. canis, T. leonina und A. caninum in Kot-, Gras- und Sandproben von öffentlichen Plätzen in Costa Rica mittels Flotation und PCR

Paquet-Durand, Isabelle

Der weltweit verbreitete Befall von Hunden und Katzen mit Spul- und Hakenwürmern der Arten T. canis, T. leonina und A. caninum führt teilweise zu starker Kontamination von öffentlichen Plätzen. Für den Menschen besteht hierdurch das Risiko der Larva migrans. Bisherige Untersuchungen von Bodenproben öffentlicher Anlagen auf Eier von T. canis basierten auf der mikroskopischen Identifizierung der Parasiten und wiesen größtenteils niedrige Sensitivitäten bis 43,1 % (HORN, 1986) auf. In Costa Rica, mit klimatisch optimalen Bedingungen für Entwicklung und Überleben der untersuchten Arten, hatte ein Studie Fälle von Toxocarose bei Kindern im ganzen Land gezeigt (pers. Mitt. C. Witzendorf 01.09.1998). Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde im Institut für Parasitologie der Tierärztlichen Hoch-schule Hannover der Nachweis von Toxocara canis, Toxascaris leonina und Ancylostoma caninum mit der PCR etabliert. Die Möglichkeit des Nachweis einzelner Parasitenstadien (1 Ei-PCR) und die Nachweisgrenzen genomischer DNA von 0,18 pg für A. caninum und 1,5 pg für T. canis wiesen auf eine mögliche Sensitivitätssteigerung mit Hilfe der PCR hin. Es wurden dann Methoden evaluiert zur DNA-Extraktion aus Boden und Sandproben. Hohe Inhibitoren-gehalte der Bodeneluate machten Aufreinigungsverfahren nötig. Der erfolgreiche DNA-Nachweis, der vorher zugegebenen Parasitenstadien in der PCR, war nur nach Reduktion des Probengewichts und bei Untersuchung des inhibitorenärmeren Sandes möglich. Die PCR-Methode stellte durch den möglichen Nachweis von 2 Larven der Art A. caninum in 2,5 g eine Alternative zur mikroskopischen Untersuchung dar. Bei der ermittelten Sensi-tivität der Methode mit Eiern von T. canis spricht die Mindest-zahl von 500 Eiern pro 2,5 g für ein noch ungelöstes Lysisproblem, vor allem in Anbetracht der gefundenen Sensitivität im Picogramm-Bereich bei Untersuchung von genomischer DNA in Sand. Es wurden Methoden evaluiert zur Untersuchung von Sand- und Grasproben mit der Flotation, die mit 64,8 % bzw. 67,7 % durchschnittlicher Wiederfindungsrate eine zufriedenstellende Sensitivität aufwiesen. Im Rahmen der epidemiologischen Studie in Costa Rica wurden von 53 öffentlichen Plätzen Kot- und Grasproben, sowie von 16 Stränden Kot- und Sandproben gesammelt und mit Hilfe der Flotationsmethoden untersucht. 25 von 243 Sandproben wurden vergleichend mit der entwickelten PCR-Methode untersucht. Die Ergebnisse der Flotationsuntersuchung der Kotproben liegen mit 7 % Toxocara spp. und 55 % Ancylostomatidae im Rahmen der publizierten Prävalenzen. Die Anteile positiver Plätze in den Grasproben liegen mit 20 % Toxocara spp. und 68 % Strongyliden höher als bei den Kotproben, was durch eine Anreicherung der exogenen Stadien in der Umwelt zu erklären ist. In den gesammelten Sandproben wurden mit Hilfe der Flotation in 0,8 bzw. 1,2 % der Proben Stadien von Toxocara spp. bzw. Strongyliden nachgewiesen. Positive Proben wurden in einzelnen Aliquoten von 2 der 16 untersuchten Strände gefunden. Die gefundenen Prävalenzen zeigen ein deutliches Infektionsrisiko für den Menschen auf öffentlichen Anlagen in Costa Rica. Bei der Verteilung der positiven Proben in verschiedenen Klimazonen konnten signifikant mehr positive Proben in der sehr feuchten Klima-region (Zone 3) und in der Regenzeit gefunden werden. Dies bestätigt die beschriebene Abhängigkeit der Entwicklung und Überlebensdauer der untersuchten Parasiten-stadien in der Umwelt von der Feuchtigkeit. Die mit Hilfe der PCR gefundenen Prävalenzen in Sandproben liegen mit 50 % für T. canis und 66,6 % für A. caninum deutlich höher als bei der Flotationsuntersuchung. Dies deutet auf eine höhere Sensitivität der Methode hin, kann jedoch auch durch freie DNA schon zersetzter oder abgestorbener Parasitenstadien verursacht sein. Der DNA-Nachweis bietet eine bessere Spezifität, da bei der mikroskopischen Untersuchung nur Strongylidenstadien identifiziert werden und keine Aussage über die Zoonose-Gefahr durch A. caninum gemacht werden kann. Ein Nachteil des DNA-Nachweis ist jedoch die Unmöglichkeit der Überprüfung der Infektionsfähigkeit der Parasiten. Somit empfiehlt sich der Nachweis von Zoonoseerregern mit Hilfe von DNA in der PCR nur in Kombination der mit der Mikroskopie zum Nachweis der Infektionsfähigkeit. Nachteile der PCR sind weiterhin die höheren Kosten im Vergleich zur Flotationsuntersuchung, kleine Probenmengen und die Einschränkung der Untersuchung auf Arten für die bereits Primer vorhanden sind.

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Paquet-Durand, Isabelle: Nachweis von T. canis, T. leonina und A. caninum in Kot-, Gras- und Sandproben von öffentlichen Plätzen in Costa Rica mittels Flotation und PCR. Hannover 2001. Tierärztliche Hochschule.

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