Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Entwicklung und Evaluation des computerunterstützten Lernprogramms:"Erbliche Erkrankungen des Hundes- Gelenke, Knochen, Muskulatur"/ vorgelegt von Svenja Petri

Petri, Svenja

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde das interaktive Lernprogramm „Erbliche Erkrankungen des Hundes – Gelenke, Knochen, Muskulatur“ entwickelt. Es wendet sich an Hundezüchter und -halter, wie auch an Studierende der Tiermedizin und Tierärztinnen und -ärzte. Das Programm bietet umfassende Grundlageninformationen zu allen bisher bekannten erblichen Erkrankungen der Gelenke, der Knochen und der Muskulatur des Hundes und gibt auch Auskunft über Verbreitung und Genetik der einzelnen Erkrankungen. Weitere für die praktische Zuchtarbeit sehr hilfreiche Informationsquellen findet man in dem Programm zu den für die Entscheidung für oder gegen den Zuchteinsatz eines Tieres wichtigen Fragestellungen, wie z.B. zu der weiteren Zuchtverwendung beim Auftreten einer Erkrankung beim Probanden selbst oder von verwandten Tieren, zu der Beurteilung von Erkrankungen hinsichtlich des Gutachtens von §11b des Tierschutzgesetzes, wie auch zu den aktuellen Zuchtmaßnahmen von vielen Rassehundezuchtvereinen. Zu jeder Erkrankung wird eine prägnante Definition gegeben, daran schließt sich eine eingehende Erläuterung des Krankheitsbildes an, die mit Röntgenbildern, erklärenden Röntgen-skizzen und Fotos mit typischen klinischen Symptomen illustriert ist. Dann folgen Differentialdiagnose, Ursachen der Erkrankung und Therapievorschläge. Für jede Erkrankung werden die genetischen Grundlagen mit Erbgang und speziellen Zuchtempfehlungen erörtert. Zusätzlich bietet das Programm zum Verständnis der Erbgänge und Zuchtmaßnahmen ein spezielles Kapitel für die Genetik mit vielen einprägsamen Beispielen an, die durch Animationen unterlegt sind. Ein Rassenlexikon mit ca. 200 Rassen in Text und Bild sowie ein Glossar mit sämtlichen Fachbegriffen runden das Programm ab. Die Inhalte werden multimedial vermittelt, so dass der Leser sich über Links zu allen interessanten Querverbindungen bewegen kann. Auch kann der Benutzer verschiedene Zugänge zu den einzelnen Erkrankungen wählen. Er kann über die Hunderasse, ein bestimmtes Organ, über synonyme Begriffe oder über das Inhaltsverzeichnis zu der entsprechenden Erkrankung gelangen. Zusätzlich verfügt das Programm über eine Hilfedatei. Die möglichst einfache Beschreibung der Erkrankungen und das Glossar, in dem jeder Fachbegriff erklärt wird, erleichtern die Nutzung des Programms für Nicht-Tiermediziner und Studenten. Da für die Programmierung die Hyper Text Markup Language (HTML) benutzt wurde, kann für das Programm auch über das Internet ein Zugang geschaffen werden. Ein weiterer Vorteil ergibt sich daraus für Benutzer mit einem Anschluss an das Internet. Sie können die ca. 80 weiterführenden Internet-Links einsetzen und zusätzliche vertiefende Informationen gewinnen. Das Lernprogramm wurde von Studierenden des 2. und 3. Studienjahres, von Tierärzten (Doktoranden des Instituts für Tierzucht und Vererbungsforschung sowie Doktoranden der Klinik für kleine Haustiere der Tierärztlichen Hochschule Hannover) und von Hundezüchtern evaluiert. Das Lernen am Computer wurde von allen sehr positiv beurteilt. Das Programm erhielt im Durchschnitt eine Note von 2,06 ± 0,77. Der Beruf hatte einen signifikanten Einfluss auf die Beurteilung des Programms und die Erfahrung mit Computern. Die Hundezüchter beurteilten das Programm signifikant besser als die Studenten. Hundezüchter und Tierärzte wiesen signifikant höhere Erfahrungsklassen bezüglich der Erfahrung mit Computern auf als die Studenten. Studentinnen und Tierärztinnen beurteilten das Programm signifikant besser als Studenten und Tierärzte. Innerhalb der Gruppe der Züchter bestand kein Unterschied zwischen den Geschlechtern. Die Einstellung zu Computern und die Computererfahrung hatten keinen Einfluss auf die Beurteilung des Programms.

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Petri, Svenja: Entwicklung und Evaluation des computerunterstützten Lernprogramms:"Erbliche Erkrankungen des Hundes- Gelenke, Knochen, Muskulatur"/ vorgelegt von Svenja Petri. Hannover 2001. Tierärztliche Hochschule.

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