Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Untersuchungen zur Bedeutung der Heimtiere in der tierärztlichen Fortbildung in Bezug zur Entwicklung des Heimtieranteils am Gesamtaufkommen der Patienten der Klinik für kleine Haustiere, der Klinik für Zier- und Wildvögel sowie der Klinik für Fischkrankheiten der Tierärztlichen Hochschule Hannover

Rheker, Ina

In der vorliegenden Untersuchung werden im Zeitraum vom 01.01.1990 bis zum 31.12.1999 die Themeninhalte der Fortbildungsveranstaltungen für Tiermediziner in der Bundesrepublik Deutschland ausgewertet. Daneben werden für den gleichen Zeitraum die Patientendaten der Klinik für kleine Haustiere, der Klinik für Zier- und Wildvögel sowie der Klinik für Fischkrankheiten erfaßt. Dabei wurden bei den Fortbildungsveranstaltungen der quantitative Anteil der Referate mit Heimtierbezug und deren Themen, sowie die Patientendaten der Kliniken auf Anteil und Zusammensetzung der Heimtierpatienten sowie deren Diagnosen untersucht. Die Daten der Heimtierpatienten wurden jährlich erfaßt und einander gegenübergestellt. Im Untersuchungszeitraum waren neben Kaninchen (3356 Patienten) und Meerschweinchen (2352 Patienten) auch Igel (508 Patienten), Chinchilla (487 Patienten), Ratten (480 Patienten), Schildkröten (470 Patienten), Hamster (375 Patienten) und Frettchen (362 Patienten) die häufigsten Heimtierpatienten. Von 1990 bis 1999 wurden bei insgesamt 182778 Patienten in der Klinik für kleine Haustiere 9826 Heimtiere vorgestellt. Daraus ergibt sich ein Heimtieranteil von durchschnittlich 5,4 % (3,9 % - 8,0 %). Als häufigste Diagnosen für Kleinsäuger konnten bei 11435 Heimtierbehandlungen Zahnerkrankungen (11,7 %), Kastrationen (9,3 %) und Abszesse (5,6 %) ermittelt werden. Daneben traten Traumata, Hauterkrankungen sowie Erkrankungen der Atemwege und des Magen- und Darmtrakts mehrfach auf. Die Anzahl der Wildvögel zeigte eine schwankende Entwicklung, während die Zahl der behandelten Ziervögel von 2982 (1997) auf 3250 (1999) anstieg. Die häufigsten Diagnosen bei Wildvögeln waren Flügelfrakturen und Nestlinge sowie weitere Verletzungen. Die Anzahl der Zierfische stieg von 70 Exemplaren (1990) auf 237 im Jahr 1999, wobei Koi mittlerweile mit Abstand die häufigsten Patienten darstellen. Neben Allgemeinuntersuchungen werden besonders häufig bakteriologische und virologische Untersuchungen durchgeführt. Bei den Fortbildungveranstaltungen zeigte sich, daß von 1990 bis 1999 insgesamt 1696 Veranstaltungen erfaßt werden konnten, von denen 1052 Kleintier-, 126 Kleintier- Heimtier, 145 Heimtierfortbildungen und 373 undifferenzierte Veranstaltungen darstellten. Die Anzahl der Heimtierfortbildungen stieg von 5 im Jahr 1990 auf 31 im Jahr 1999. Bei 2383 Referaten konnte ein durchschnittlicher Heimtieranteil von 18,5 % (10,6 % bis 37,6 %) ermittelt werden. Nach größeren Differenzen zwischen den im Praxisalltag auftretenden Erkrankungen (Diagnosen) und der Thematik der Vorträge Anfang der 90er Jahre wurden in den letzten Jahren zunehmend praxisbezogene Themen wie Untersuchungsmethoden, Krankheiten und Tierernährung behandelt. Die Bedeutung heimtierbezogener Fortbildungen steigt also parallel zur zunehmender Bedeutung der Heimtierpatienten in der Klinik. Allerdings bestehen erhebliche Unterschiede zwischen der Häufigkeit der in der Praxis vorgestellten Heimtierarten und deren Anteil an den Fortbildungsveranstaltungen. Hier könnten durch eine Ausweitung in Forschung und Lehre neue Erkenntnisse gewonnen, genutzt und vermittelt werden.

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Rheker, Ina: Untersuchungen zur Bedeutung der Heimtiere in der tierärztlichen Fortbildung in Bezug zur Entwicklung des Heimtieranteils am Gesamtaufkommen der Patienten der Klinik für kleine Haustiere, der Klinik für Zier- und Wildvögel sowie der Klinik für Fischkrankheiten der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Hannover 2001. Tierärztliche Hochschule.

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