Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Untersuchungen zur Optimierung des Besamungszeitpunktes in zeitlich definierten Intervallen zur Ovulation bei Stuten unter Einsatz von Frisch- sowie Tiefgefriersperma

Schäfer, Timo

Ziel dieser Studie war die Ermittlung eines zur Erzielung maximaler Konzeptionsergebnisse optimalen Besamungsmanagements unter Berücksichtigung von Besamungshäufigkeit, –intervall sowie –zeitpunkt in Relation zum Ovulationstermin. Die Studie ist untergliedert in einen experimentellen Teil und eine retrospektive Analyse. Im experimentellen Teil wurden Daten aus 530 Zyklen von 424 Stuten erhoben, die retrospektive Analyse basiert auf den Ergebnissen von 2637 Stuten mit 5311 Zyklen. Im experimentellen Teil wurden den Stuten nach Zeigen äußerer Rosse und Erreichen eines Follikeldurchmessers von 40mm 1500 i.E. hCG (Choriolutin®) intravenös appliziert. Es erfolgte daraufhin eine rektale Follikelkontrolle in 12-stündigem Abstand. Nach der hCG-Applikation wurden die Stuten in zeitlich definierten Abständen besamt. Diese Besamungen wurden nach erfolgter Ovulation in zeitlichen Zusammenhang zu dieser gesetzt. Begleitend erfolgte eine Überprüfung des Intervalls vom Zeitpunkt der hCG-Applikation bis zur Ovulation. Die Ovulation erfolgte bei 391 der ausgewerteten 401 Stuten (97,5%) im Zeitraum 24-48 Stunden post applicationem. Im Hinblick auf das Intervall von der hCG-Intervention bis zur Ovulation ergab sich ein signifikanter saisonaler Einfluß. So ovulierten die Tiere ab Mai in kürzerer Zeit als in den Monaten zuvor. Die Besamung in definiertem Abstand nach hCG-Applikation erfolgte in der Absicht, eine möglichst erfolgversprechende Besamungsstrategie nach hCG-Applikation zu erarbeiten. Es konnten jedoch keine verläßlichen Ergebnisse erzielt werden, so daß die frequente Follikelkontrolle durch den Tierarzt weiterhin unabdingbar bleibt. Nachdem die Besamung in zeitlichen Zusammenhang zur Ovulation gebracht wurde, ergab sich folgendes: Bei Betrachtung der Einzelbesamungen ließ sich ein Abfall der Konzeptionsrate von 57,6% auf 20,7% (p=0,0004) beobachten, wenn die Stuten früher als 24 Stunden vor der Ovulation mit Frischsamen besamt wurden, oder von 41,3% auf 30,1%, wenn die Stuten früher als 12 Stunden vor der Ovulation mit Tiefgefriersamen besamt wurden. Die besten Ergebnisse ließen sich mit Inseminationen im Bereich von 0-12 Stunden nach oder 24-0 Stunden vor der Ovulation bei Frischsamenübertragung sowie 0-12 Stunden nach oder 12-0 Stunden vor der Ovulation bei Einsatz von Tiefgefriersperma erzielen. Der Vergleich der 2-fach und 3-fach besamten Stuten untereinander ergab keine Unterschiede in bezug auf das Konzeptionsergebnis. Nach einer einmaligen Insemination im Abstand von höchstens 24 Stunden vor oder 12 Stunden nach der Ovulation bei Frischsamenübertragung bzw. höchstens 12 Stunden vor oder nach Ovulation bei Übertragung von Tiefgefriersperma bestand im Vergleich mit einer 2-fachen oder 3-fachen Besamung die gleiche Trächtigkeitsaussicht. Die retrospektive Analyse basiert auf den Daten von zehn Besamungsstationen während einer Saison. Die Konzeptionsrate betrug 79,0%, abgefohlt haben 70,0% der Stuten. Die Analyse erfolgte anhand der Besamungshäufigkeit und der Besamungsintervalle. Die Besamungshäufigkeit beeinflusste die Konzeptionsrate nicht. Zwischen 2-fach-, 3-fach- oder Mehrfachbesamungen bestand kein Unterschied. Die Angaben zu den Einzelbesamungen erwiesen sich als zu wenig aussagekräftig. Hinsichtlich der Besamungsintervalle waren jedoch Auswirkungen in bezug auf die Konzeptionsrate zu beobachten. So erwies sich die Summe aller in 24 Stunden Abstand erfolgten Besamungen inklusive unregelmäßiger, zuletzt jedoch in 24-stündigem Abstand erfolgten Besamungen als effektiver hinsichtlich der Konzeptionsrate als Besamungen in 48 Stunden Abstand inklusive unregelmäßiger, zuletzt jedoch in 48-stündigem Abstand erfolgten Besamungen. Mit einer Irrtumswahrscheinlichkeit von p=0,0545 wurde ein signifikanter Unterschied nur knapp verfehlt.

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Schäfer, Timo: Untersuchungen zur Optimierung des Besamungszeitpunktes in zeitlich definierten Intervallen zur Ovulation bei Stuten unter Einsatz von Frisch- sowie Tiefgefriersperma. Hannover 2001. Tierärztliche Hochschule.

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