Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Charakterisierung aktueller Wildtyp-Hundestaupevirus-Isolate mit polyklonalen und monoklonalen Antikörpern

Schänzler, Andrea

In dieser Arbeit sollten unter Verwendung verschiedener immunologischer Methoden unter Verwendung monoklonaler und polyklonaler Antikörper Hundestaupevirusisolate auf antigene Unterschiede untersucht werden. Dabei wurde vor allem auf Unterschiede zwischen aktuellen Feldvirussisolaten und Impfvirusstämmen geachtet. Dies sollte zeigen, ob die zwischen den Impfvirusstämmen und aktuellen Feldvirusisolaten gefundenen genetischen Unterschiede Auswirkungen auf die Erkennung der Stämme durch das Immunsystem haben. Dadurch könnte eventuell eine schlechtere Wirksamkeit von Impfstoffen bewirkt werden oder auch ein schlechteres Ansprechen von diagnostischen Tests. Für diesen Zweck wurden verschiedene immunologische Methoden angewandt. Mit polyklonalen Hundeseren wurde das Kreuzneutralisationsverhalten gegenüber verschiedenen CDV-Stämmen untersucht. Es standen für die Untersuchungen zwei Impfvirusstämme (CDV-Stämme Rockborn und Onderstepoort) sowie sieben Feldvirusisolate aus den letzten 10 Jahren zur Verfügung. Alle Seren, die neutralisierende Antikörper gegen CDV aufwiesen, neutralisierten dabei auch alle verwendeten CDV-Stämme. Lediglich die Höhe des Neutralisationstiters wies geringfügige Unterschiede zwischen einzelnen Stämmen auf. Zwei der verwendeten Stämme (CDV-Impfstamm Onderstepoort und Feldvirusstamm AA7/96) wurden signifikant schlechter neutralisiert als die anderen untersuchten Stämme. Es ließen sich aber keine generellen Unterschiede zwischen Impfvirusstämmen und Feldvirusisolaten finden. Weitere Untersuchungen zu antigenen Unterschieden zwischen den verschiedenen CDV-Isolaten wurden sowohl mit Hilfe eines neu etablierten monoklonalen Antikörpers (mAk) als auch 11 weiteren mAk vorgenommen. Von den insgesamt zehn gegen den CDV-Stamm 2544/Han95 produzierten mAk reagierten im indirekten Immunfluoreszenztest sechs mit allen neun verwendeten CDV-Stämmen. Auch die beiden weiteren mAk reagierten mit allen neun Stämmen. Lediglich vier mAk reagierten mit ein bis maximal drei der CDV-Stämme nicht oder nicht eindeutig. Dabei ließ sich aber keine Unterscheidung in Impfvirusstämme und Feldvirusisolate nach dem Reaktionsverhalten der mAk treffen. Bei der Untersuchung der Virusisolate im Westernblot zeigten sich bei der Verwendung von verschiedenen mAks kein Unterschied in der Bindung an die aufgetrennten Virusproteine. Allerdings ließen sich Unterschiede in der Molekularmasse einzelner Proteinbanden zwischen Impfvirusstämmen und Feldvirusisolaten erkennen. Bei der Verwendung von mehreren N-Protein spezifischen mAks und einem P-Protein spezifischen mAk zeigte sich, daß der durch diese mAk vermutlich gebundene Komplex aus N- und P-Protein bei den Impfvirusstämmen eine höheres Molekulargewicht aufwies als dieser Komplex der Feldvirusisolaten. Des weiteren wurde die Reaktion von polyklonalen Hundeseren mit überlappenden 13er Peptiden aus den Aminosäurensequenzen des N-, P-, H- und F-Protein des CDV untersucht. Hierbei wurden auch Peptide dargestellt, die abweichende Sequenzen zwischen verschiedenen Virusstämmen darstellten. Die meisten Seren zeigten dabei ein ähnliches Reaktionsmuster. Es ließen sich auf jedem Protein 3-5 Bereiche erkennen, mit denen die Mehrzahl der Seren eine Reaktion zeigte. In einigen Fällen handelte es sich bei diesen Akbindenden Bereichen um Teile des Proteins, für die bereits früher Antikörperbindung oder wichtige Funktionen (z.B. Fusionsstelle des F-Proteins) beschrieben wurden. In diesen Fällen ist zu vermuten, daß es sich um echte B-Zellepitope handelt. Bei den Untersuchungen mit den sequenzüberlappenden Peptiden waren auch kleinere Unterschiede in der Reaktion der Seren mit Peptiden, die aus abweichenden Sequenzen von Feldvirusstämmen synthetisiert worden waren, festzustellen. Vor allem zeigte sich an Abschnitten des Proteins, die eine besonders hohe Variabilität zwischen den den Virusisolaten aufwiesen, eine Häufung der Reaktionen. Hier lag die Reaktionshäufigkeit der Seren etwa doppelt so hoch, wie in stärker konservierten Bereichen. Es ließ sich aber auch an Hand der Reaktionen der Seren mit den Peptiden kein genereller Unterschied zwischen Impfvirusstämmen und Feldvirusisolaten feststellen.

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Schänzler, Andrea: Charakterisierung aktueller Wildtyp-Hundestaupevirus-Isolate mit polyklonalen und monoklonalen Antikörpern. Hannover 2001. Tierärztliche Hochschule.

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