Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Untersuchungen zur Immunglobulinversorgung und Entwicklung neugeborener Ferkel unter besonderer Berücksichtigung verschiedener Geburtsparameter

Schröder, Charlotte

Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die Zusammenhänge zwischen der Immunglobulinversorgung neugeborener Ferkel durch Muttermilch und ihrer Entwicklung darzustellen. Es wurden Blutseren von 400 Ferkeln von 20 Zuchtsauen der Deutsche Landrasse aus zwei Würfen in Folge auf die Immunglobulin-Konzentration untersucht. Die Blutentnahmen fanden zur 12., 18. und 24. Stunde sowie am 3., 6. und 10. Tag p.n. statt. Die Gewichte der Ferkel wurden zur Geburt, 24 Stunden sowie 21, 42 und 63 Tagen p.n. ermittelt. Die quantitative Bestimmung der Immunglobuline erfolgte mit der einfachen radialen Immundiffusion in einer Modifikation nach KLOBASA (unveröffentlicht). Die Immuglobulin(Ig)-Konzentration am 1. Lebenstag war durch ein Absorptionsmaximum bei der Untersuchungszeit 12 Stunden p.n. gekennzeichnet. IgG machte mit 78 % den Hauptanteil aus. Bei den Untersuchungen vom 3. bis zum 10. Lebenstag sank die Ig-Konzentration bei IgG um 41 %, bei IgA um 89 % und bei IgM um 69 %. Die Gewichtsentwicklung der Ferkel verlief kontinuierlich von durchschnittlich 1,4 kg Geburtsgewicht auf 18,9 kg am 63. Lebenstag. Das bedeutet eine Lebenstagszunahme von 278 g. Ein Vergleich der Ig-Konzentration zwischen Ferkeln, die ohne mechanische Einwirkung bzw. durch Erdrücken verendeten, ergab, dass bis zum 3. Lebenstag die Werte bei erdrückten Ferkeln in allen drei Globulinklassen höher sind als bei Ferkeln, die aufgrund anderer Ursachen verendeten. Zwischen maximaler Konzentration der maternalen Immunglobuline im Blutserum der Ferkel (12. p.n.) und der Gewichtsentwicklung bestand bei IgG zur 24. Stunde und zum 21. Tag und bei IgA zur 24. Stunde sowie zum 21. und 63. Tag ein statistisch gesicherter positiver Einfluss. Das Geburtsgewicht hatte keinen signifikanten Einfluss auf die Konzentration an IgG, IgA und IgM im Blutserum der Ferkel. Zwischen der Geburtsreihenfolge und der Ig-Konzentration zum Zeitpunkt des Absorptionsmaximums lag ein schwach signifikanter Einfluss vor. Die höchsten Konzentrationen der drei Immunglobulinklassen traten bei den Ferkeln auf, die gegen Mitte des Geburtsablaufes als vierte bis sechste Ferkel geboren wurden. Hinsichtlich Geburtsreihenfolge und Gewichtsentwicklung der Ferkel fiel auf, dass die in der letzten Gruppe (10. Ferkel und folgende) geborenen am 21. Tag ein durchschnittlich um 0,8 kg und am 63. Tag um 1,9 kg geringeres Körpergewicht als die zuerst geborenen hatten. Signifikante Zusammenhänge zwischen Wurfgröße und Ig-Konzentration traten bei IgG nicht auf. Bei der IgA-Konzentration bestand eine signifikante Beeinflussung (p < 0,05) 12, 18 und 24 Stunden sowie sechs Tage und bei IgM 18 Stunden sowie drei Tage p.n.. Ein Einfluss der Wurfgröße auf die Entwicklung der Ferkelgewichte war erst bei Würfen mit über 12 Ferkeln deutlich vorhanden. Das durchschnittliche Geburtsgewicht lag um 200 g niedriger als bei Würfen mit bis zu 11 Ferkeln. Die größte Differenz bestand am 42. Lebenstag mit 2,5 kg. Die Parität erwies sich für die Konzentration der drei Immunglobuline im Blutserum zu allen Messzeitpunkten mit Ausnahme für IgM am 10. Tag p.n. als signifikanter Einflussfaktor. Die höchste Blutserum-Konzentration an IgG und IgA wurde bei Ferkeln aus zweiten bis sechsten Würfen, die an IgM bei Ferkeln aus ersten und zweiten Würfen gemessen. Sie hatte auch Einfluss auf die Entwicklung der Körpergewichte der Ferkel. Die niedrigsten Geburtsgewichte traten in Würfen der Sauen auf, die das 1. bzw. 7. - 9. Mal ferkelten.

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Schröder, Charlotte: Untersuchungen zur Immunglobulinversorgung und Entwicklung neugeborener Ferkel unter besonderer Berücksichtigung verschiedener Geburtsparameter. Hannover 2001. Tierärztliche Hochschule.

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