Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Untersuchungen zur Verbesserung der Frakturheilung bei der Plattenosteosynthese durch Beschichtung der Schrauben mit Hydroxylapatit

Stern, Annette Hannah

Bei der operativen Behandlung von Frakturen sind eine exakte Fragmentreposition und eine stabile Fixation der Fragmente Grundvoraussetzungen für eine ungestörte Fraktur-heilung. Mit der Plattenosteosynthese wird die operativ erzielte Reposition gesichert und eine erneute Dislokation der Frakturfragmente verhindert. Die Stabilität der Osteosynthese ist zum großen Teil von der Haftfestigkeit der Osteosyntheseschrauben abhängig. Eine Lockerung dieser Schrauben kann zu einem Verlust der primär erzielten Stabilität führen und somit den Erfolg der Osteosynthese gefährden. Die Beschichtung von Osteosyntheseschrauben mit Hydroxylapatit führt durch eine Verbundosteogenese dieser Kalziumphosphatkeramik mit dem Knochen zu einer knöchernen Verankerung der Schrauben im Knochen. In dieser Untersuchung sollte geklärt werden, ob durch eine Beschichtung von Schrauben mit Hydroxylapatit eine verbesserte Frakturheilung bei der Plattenosteosynthese erreicht werden kann. Als Versuchsmodell wurde die Querosteotomie einer Schafstibia gewählt, die mit einer DCP und sechs AO/ASIF-Schrauben fixiert wurde. Bei jeweils fünf Tieren erfolgte die Osteosynthese mit hydroxylapatitbeschichteten Schrauben, in der Kontrollgruppe wurde an fünf Schafen die Fixation mit unbeschichteten Schrauben durchgeführt. Die Frakturheilung wurde in beiden Gruppen klinisch, röntgenologisch, morphologisch und biomechanisch analysiert und miteinander verglichen. Signifikante Unterschiede bei den Ausdrehmomenten der Schrauben und Hinweise für eine geringere Knochenresorption unter der Platte bestätigten eine starke mechanische Verankerung der hydroxylapatitbeschichteten Implantate im Knochen. Bei der biomechanischen Torsionsprüfung und den Röntgenuntersuchungen vier, acht und zehn Wochen post operationem konnten keine deutlichen Unterschiede zwischen beiden Gruppen festgestellt werden, tendenziell zeigte die Kontrollgruppe eine insgesamt geringfügig verbesserte Frakturheilung. Dabei übte die durch eine geringgradige Lockerung der Implantate entstandene veränderte mechanische Umgebung in diesem Fall einen positiven Effekt auf die Defektheilung aus. Somit konnte in dieser Untersuchung zwar die bessere mechanische Haftfestigkeit der beschichteten Schrauben im Knochen nachgewiesen werden, eine verbesserte Frakturheilung unter diesen Bedingungen wurde dagegen in der Gruppe der Schafe mit hydroxylapatitbeschichteten Schrauben im Vergleich zu der Kontrollgruppe mit unbeschichteten Schrauben nicht festgestellt.

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Stern, Annette Hannah: Untersuchungen zur Verbesserung der Frakturheilung bei der Plattenosteosynthese durch Beschichtung der Schrauben mit Hydroxylapatit. Hannover 2001. Tierärztliche Hochschule.

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