Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Molekularbiologische Untersuchungen an Hautpilzen der Arten Microsporum canis und Microsporum equinum

Alpheis, Alexandra-Sabine

Ziel der vorliegenden Arbeit war die molekularbiologische Differenzierung von M. canis-Stämmen unterschiedlicher geographischer und tierartlicher Herkunft, um epidemiologische Untersuchungen zu ermöglichen. M. canis ist der Erreger der Mikrosporie. Aufgrund seiner Eigenschaft als Zoonoseerreger und der großen Anzahl latent infizierter Katzen stellt er ein großes Infektionsrisiko für Menschen und Tiere dar. Da die konventionelle Taxonomie von Dermatophyten aufgrund fehlender stabiler Merkmale Schwierigkeiten bereitet, wurde die RAPD-PCR als genanalytische Methode zur Differenzierung der M. canis-Isolate verwendet. Weiterhin wurden 20 M. equinum-Isolate von Pferden eingesetzt, die mit Hilfe dieser Methode von M. canis unterschieden werden sollten. Ob es sich bei den beiden um die gleiche Art handelt, wird von einigen Autoren in Frage gestellt. Allgemein konnten in Differenzierungsversuchen von Dermatophyten mit RAPD-PCR-Methoden nur wenige intraspezifische Unterschiede nachgewiesen werden, wobei vermutlich die primär klonale Reproduktion dieser Arten ursächlich ist. Bei M. canis ist erstens jedoch der teleomorphe Kreuzungspartner, Arthroderma otae, vorhanden. Daher hat er prinzipiell die Möglichkeit zur sexuellen Vermehrung und zur meiotischen Rekombination, obwohl der (+)-Matingpartner bisher nur in Japan gefunden wurde. Zweitens ist die RAPD-PCR in der Lage, den (+)- und (-)-Kreuzungspartner von A. otae, der teleomorphen Form von M. canis, zu differenzieren. Drittens wurden in den Differenzierungsversuchen mit der RAPD-PCR bis jetzt höchstens sechs M. canis-Stämme miteinander verglichen, während in der vorliegenden Arbeit 40 Isolate differenziert werden sollten. Die RAPD-PCR wurde mit den unspezifischen Primern (AC)10, T3B und M13 durchgeführt. In der anschließenden Elektrophorese konnte mit jedem der drei Primer ein unterschiedliches Bandenmuster von 10-15 reproduzierbaren Banden erzeugt werden. Innerhalb der von einem Primer erzeugten PCR-Profile konnten jedoch zwischen den verschiedenen M. canis-Isolaten keine Unterschiede der Amplifikationsprodukte gefunden werden. Die einzige Ausnahme war die größte sichtbare Bande bei etwa 2 kb, die von dem Primer T3B erzeugt wurde. Diese erschien bei den Isolaten unregelmäßig, was jedoch mit dem Einfluß des PCR-Zyklus und dem ersten Ansetzen des Primers erklärt wurde. Auch beim Vergleich der PCR-Produkte von M. canis-und M. equinum-Isolaten waren keine Unterschiede zwischen den Bandenmustern dieser beiden Microsporum-Arten erkennbar. Die in dieser Arbeit durchgeführte RAPD-PCR ist daher mit den hier verwendeten Primern weder zur Stammdifferenzierung von M. canis noch zur Unterscheidung zwischen M. canis und M. equinum in der Lage. Die Begründung liegt wahrscheinlich wie bei den anderen Dermatophyten-Arten in der primär klonalen Reproduktion von M. canis und in dem hohen Verwandtschaftsgrad innerhalb des gesamten M. canis-Komplexes. Das Ziel der vorliegenden Arbeit, mit Hilfe der Stammdifferenzierung epidemiologische Nachforschungen über M. canis anstellen zu können, konnte mit der RAPD-PCR nicht durchgeführt werden. Die Mikrosatelliten-Analyse wird aufgrund ihrer höheren Diskriminierungsfähigkeit als Methode angesehen, die für die genotypische Differenzierung der Isolate geeignet ist. Da sie viel kosten- und zeitaufwendiger als die RAPD-PCR ist, ist ihr Einsatz jedoch eher für phylogenetische Untersuchungen an dem Hautpilz als für Routine-Untersuchungen der Isolate geeignet.

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Alpheis, Alexandra-Sabine: Molekularbiologische Untersuchungen an Hautpilzen der Arten Microsporum canis und Microsporum equinum. Hannover 2001. Tierärztliche Hochschule.

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