Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Einfluss des hydrophilen Gallensalzes Tauroursodeoxycholat auf die Konservierungs- und Reperfusionsschädigung der Leber

Pähler, Tobias Ludger

Today liver transplantation in humans is the treatment of choice for many final liver diseases. Good survival rates are achieved, but there are still serious problems in the early stages after the transplantation. These problems sometimes lead to a loss of the graft and make a retransplantation necessary. The exact pathophysiology of these early complications is unkown. Primary dys-function is believed to be have multiple reasons. An addition of injuries of the liver that occur during the conservation time and after the reperfusion are considered to play an important role. Strategies against these injuries would be of great clinical importance due to the lack of donor organs today.   Our study was designed to assess the influence of the hydrophilic bile salt TUDC on conservation- and reperfusioninjury after long time preservation of the graft. In 12 transplantation’s the livers were preserved for 17 hours. 1 mmol of TUDC was administered to donor in the experimental group (n = 6) before harvesting the liver at a rate of 50 μmol/min for 20 minutes. The animals of the control group received the same volume as saline. At the time of reperfusion during recipient-surgery 1 mmol of TUDC was given with the dose of 2.38 μmol/min for seven hours in the experimental group. Control animals received again saline with the same flow.   Blood was drawn daily in the first postoperative week. Enzymes, products of the liver and the blood count were determined. During the donor surgery bile samples were collected and the bile salt secretion rate determined.              At the end of the first postoperative week there was a significant improvement of survival in the TUDC-experimental group. All six animals of that group survived the first week while in the NaCl-controll group only two survived. The release of AP, GLDH, bilirubin and creatinin was significant higher in the control group. Total protein and thrombocytes were significant lower. The thromboplastin-time was significantly prolonged in the control group.               The principal finding of this study is the prolonged survival time in the TUDC-experimental group due to a protective effect of the treatment after 17 hours preservation time. The exact mechanism of this effect remains unclear. An improved membranestability by TUDC is believed to be the reason for the protective effect. There are further investigations necessary to explain the exact working mechanism of TUDC.  

Die Lebertransplantation beim Menschen stellt heutzutage für viele terminale Lebererkrankungen die Therapie der Wahl dar. Es werden gute Überlebensraten erreicht, aber immer noch gibt es Komplikationen im frühen postoperativem Verlauf, die zu einem Transplantatverlust führen und eine erneute Transplantation nötig machen. Die genaue Ätiologie dieser Frühkomplikationen ist unbekannt. Bei der primären Dysfunktion vermutet man, dass ihre Ursache multifaktoriell ist. Man geht von einer Addition von Leberschädigungen aus, die während der Lagerung und nach der Reperfusion auftreten. Therapien gegen diese Konservierungs- und Reperfusionsschäden hätten eine große klinische Bedeutung, da auch heute ein großer Mangel an Spenderorganen besteht.   In dieser Studie wurde der Einfluss des hydrophilen Gallensalzes Tauroursodeoxycholat (TUDC) auf die Konservierungs- und Reperfusionsschädigung nach einer grenzwertig langen Lagerungszeit untersucht. In 12 Transplantationen wurden die Lebern einer Präservationszeit von 17 Stunden ausgesetzt. 1 mmol TUDC wurde den Tieren in der Versuchsgruppe (n = 6), vor der Leberentnahme, mit einer Dosis von 50 μmol/min über 20 Minuten infundiert. Die Tiere der Kontrollgruppe (n = 6) erhielten das gleiche Volumen als NaCl-Lösung. Mit Beginn der Reperfusion in der Empfängeroperation wurde 1 mmol TUDC mit einer Dosis von 2,38 μmol/min über sieben Stunden den Tieren der Versuchsgruppe infundiert. Die Tiere der Kontrollgruppe erhielten wiederum das gleiche Volumen als NaCl-Lösung. In der ersten postoperativen Woche wurden täglich Blutproben gezogen und Leberenzyme, Syntheseprodukte und das Blutbild bestimmt. Während der Spenderoperation wurden Galleproben gesammelt und die Gallensalzsekretionsrate bestimmt.   Am Ende der ersten postoperativen Woche wurde in der TUDC-Versuchsgruppe eine signifikant verlängerte Überlebenszeit festgestellt. Alle sechs Tiere der Versuchsgruppe überlebten die erste postoperative Woche. In der NaCl-Kontrollgruppe überlebten nur zwei Tiere die erste postoperative Woche. Die Konzentrationen für Alkalische Phosphatase, Glutamatdehydrogenase, Bilirubin und Kreatinin waren in der Kontrollgruppe am zweiten postoperativem Tag signifikant erhöht. Gesamteiweiß und Thrombozyten waren signifikant erniedrigt. Die Thromboplastinzeit war in der Kontrollgruppe signifikant verlängert.   Die signifikant verlängerte Überlebenszeit in der TUDC-Versuchsgruppe zeigt den schützenden Effekt der Behandlung auf die Leber nach 17-stündiger Lagerungszeit. Die genaue Wirkungsweise dieses Effektes bleibt aber unklar. Vermutlich beruht der protektive Effekt auf einer Beeinflussung von Zellmembranen durch TUDC. Es sind weitergehende Untersuchungen nötig, um den genauen Wirkungsmechanismus von TUDC klären.    

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Pähler, Tobias Ludger: Einfluss des hydrophilen Gallensalzes Tauroursodeoxycholat auf die Konservierungs- und Reperfusionsschädigung der Leber. Hannover 2002. Tierärztliche Hochschule.

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