Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Vorkommen und Bedeutung der Rinderfasciolose in Nord-Niedersachsen anhand von Schlachtungsbefunden

Berning, Hartmut

During July 1st 1998 and July 23rd 1999 32623 cattle were slaughtered at the abattoir of the Premium Fleisch AG in Zeven. 31464 of these (originating in 23 different districts) came into this evaluation. The prevalence of F. hepatica in the district of Rotenburg (Wümme) during the evaluation period was 0,67 % of all animals delivered. During this time the great liver fluke was actively fought in the district of Rotenburg. In districts without countermeasures 1,43 % of all animals were obviously infested with F. hepatica. The infested animals produced inferior beef performance and the slaughtered carcasses proved to be of significantly lower weight compared to those of not infested animals. Furthermore a lower muscle quantity was detected. Though active measures against F. hepatica to prevent those unwanted results do make sense, an active exhaustive program can not be advised, regarding the overall low prevalence. The cost-earning ratio could be optimized, if the actions would be focused on specially infested areas or singular production units. The introduction of registration and documentation of the results at abattoirs would be eminently useful in this context.  

Vom 1. Juli 1998 bis 23. Juli 1999 wurden am Schlachthof der Premiumfleisch AG in Zeven 32623 Rinder geschlachtet. Von diesen kamen 31464 aus 23 verschiedenen Landkreisen in die weitere Auswertung. Die Prävalenz von F. hepatica betrug im Landkreis Rotenburg (Wümme), in dem der Große Leberegel während des Beobachtungszeitraumes noch flächendeckend bekämpft wurde, 0,67% aller angelieferten Tiere. In den Landkreisen, in denen solche Bekämpfungsmaßnahmen nicht oder nicht mehr durchgeführt wurden, waren 1,43% aller Tiere sichtbar mit F. hepatica befallen. Die befallenen Tiere zeigten eine schlechtere Fleischleistung als die Tiere ohne sichtbaren Befall. Die Schlachtkörper wiesen gegenüber denen von nicht infizierten Tieren ein deutliches Mindergewicht auf. Außerdem konnte eine schlechtere Muskelfülle festgestellt werden. Auch wenn die Bekämpfung von F. hepatica zur Vermeidung dieser Schäden sinnvoll ist, ist eine flächendeckende Behandlung bei den gefundenen insgesamt niedrigen Prävalenzen nicht mehr zu vertreten. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis ließe sich optimieren, wenn die Leberegelbekämpfung auf besonders betroffene Gebiete und Betriebe fokussiert würde. Die Einführung der Erfassung und Dokumentation von Schlachtbefunden in der Rinderschlachtung ist in diesem Zusammenhang von hohem Nutzen.  

Zitieren

Zitierform:

Berning, Hartmut: Vorkommen und Bedeutung der Rinderfasciolose in Nord-Niedersachsen anhand von Schlachtungsbefunden. Hannover 2002. Tierärztliche Hochschule.

Rechte

Nutzung und Vervielfältigung:
Alle Rechte vorbehalten

Export