Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Untersuchungen zum Einfluß maternaler Antikörper auf die humorale Immunantwort bei Ferkeln, die in der ersten und vierten bzw. vierten und achten Lebenswoche gegen Mycoplasma hyopneumoniae (Hyoresp, Firma Merial) geimpft wurden

Schreiber, Anette

Die Impfung von Ferkeln gegen Mycoplasma (M.) hyopneumoniae wird in den meisten Schweinebeständen als prophylaktische Maßnahme zur Bekämpfung der Enzootischen Pneumonie durchgeführt. Das in der Praxis meist angewandte Impfschema sieht eine Vakzination der Saugferkel in der ersten und dritten oder vierten Lebenswoche vor. Die Wahl dieses Impfschemas orientiert sich dabei hauptsächlich an dem Wunsch, die Impfung gleichzeitig mit anderen zootechnischen Maßnahmen durchzuführen. Da die Reaktion der Ferkel auf die Impfung gegen M. hyopneumoniae aber erheblich mit kolostral übertragenen Antikörpern interferiert, besteht ein Interesse an der Prüfung von Impfschemata, die diesen Umstand berücksichtigen. Der vorliegende Feldversuch wurde mit dem Ziel durchgeführt, die Terminierung der Impfung gegen M. hyopneumoniae bei den Nachkommen geimpfter und/oder spontan infizierter Sauen anhand des Verlaufes von Antikörperkonzentrationen zu diskutieren. Die Untersuchungen wurden an 66 Würfen aus drei geschlossenen Herden durchgeführt. Die Würfe stammten von 32 Jungsauen und 34 Altsauen (3. bis 6. Wurf). Aus jedem der Würfe wurden sechs Ferkel gleichmäßig auf drei Gruppen verteilt, die in der ersten und vierten Lebenswoche (früh) bzw. in der vierten und achten Lebenswoche (spät) mit Hyoresp® (Firma Merial, Hallbergmoos) gegen M. hyopneumoniae geimpft wurden. Die Reaktionen auf die Impfungen wurden mit denen ungeimpfter Ferkel (Kontrollgruppe) verglichen. Um den Einfluß einer Muttertiervakzination auf die Impfreaktion der Nachkommen zu prüfen, wurde zudem die Hälfte der Sauen acht und vier Wochen ante partum gegen M. hyopneumoniae geimpft; den anderen Sauen wurde ein Placebo injiziert. Um die Reaktionen auf die Impfungen verfolgen zu können, wurde acht und vier Wochen ante partum sowie bei der Geburt von den Sauen der Impf- und Placebogruppe Blut entnommen. Die Impfreaktionen der Ferkel wurden anhand einer serologischen Verlaufsuntersuchung bis zur 20. Lebenswoche verfolgt. Insgesamt wurden 1923 Proben von Ferkeln untersucht. Die serologischen Untersuchungen wurden mittels eines TWEEN 20 ELISA durchgeführt. Die Ergebnisse der serologischen Untersuchungen an den Sauen belegen die weite Verbreitung der Infektion mit M. hyopneumoniae in Ferkelerzeugerbeständen. Die Übertragung kolostraler Antiköper kommt entsprechend häufig vor. Interferenzen mit maternalen Antikörpern, die eine serologisch nachweisbare Reaktion der Ferkel auf die frühe Impfung erheblich beeinträchtigen, waren entsprechend häufig und unabhängig vom Impfstatus der Sau nachzuweisen. Die Nachkommen geimpfter Sauen verfügten während der gesamten Säugezeit über hohe Konzentrationen maternaler Antikörper, während ein Teil der Ferkel ungeimpfter Sauen zum Ende der Säugezeit bereits einen negativen Serostatus hatte. Die Reaktionen der Ferkel auf eine späte Impfung fiel so deutlich aus, daß über 70 % der Ferkel innerhalb von vier Wochen nach der zweiten Impfung einen positiven Serostatus erreichten. Aus den Ergebnissen läßt sich ableiten, daß die Kombination aus Muttertiervakzination und später Ferkelimpfung geeignet ist, bis in die Mastphase hinein hohe Antikörperkonzentrationen zu induzieren. In welchem Umfang hohe Antikörperkonzentrationen im Serum tatsächlich mit einem Schutz vor einer Erkrankung korrelieren, kann abschließend nur mit einer experimentellen Versuchsanordnung geklärt werden. Eine Korrelation zwischen der Konzentration von Serumantikörpern und einer Protektion läßt sich grundsätzlich aber aus verschiedenen Untersuchungen ableiten.

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Schreiber, Anette: Untersuchungen zum Einfluß maternaler Antikörper auf die humorale Immunantwort bei Ferkeln, die in der ersten und vierten bzw. vierten und achten Lebenswoche gegen Mycoplasma hyopneumoniae (Hyoresp, Firma Merial) geimpft wurden. Hannover 2002. Tierärztliche Hochschule.

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