Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Phytoestrogene Wirkung von Belamcanda chinensis an Uterus und Knochen der ovarektomierten Ratte

Becker, Tamara

Phytoestrogens are non-steroidal substances of plant origin structurally and functionally similar to estrogen. For a long period of time they have been used in naturopathy, traditional Chinese medicine and homeopathy for the therapy of gynaecological problems. Scientific interest into phytoestrogens has been awaken by the property of some to act as a selective estrogen receptor modulator, so called SERM. SERMs offer an alternative for conventional hormone replacement therapy. In some organs their desired estrogenic activity can be achieved while in others they either do not act at all or as an estrogen antagonist. E.g. osteoporosis can be prevented and treated without exposing the patient to the higher risk of endometrial as well as breast cancer. In this thesis three different experimental designs to investigate an extract of the rhizoma of the iridal Belamcanda chinensis are presented. Ovariectomized rats, a standard model for the postmenopausal woman, were treated with the extract as well as with its main components tectoridin and tectorigenin. The mode of application was either one time intravenously, subcutanously for one week or by feed over a period of three months. The animals were sacrificed, and the uteri and femoral metaphyses obtained. Both were subjected to morphological and biochemical investigations. Belamcanda chinensis as well as tectoridin and tectorigenin acted in an estrogenic fashion on the bone, yet in the uterus in an antiestrogenic fashion, irrespective of the manner or duration of application. In conclusion, the phytoestrogenic and SERM activity of Belamcanda chinensis could be verified.  

Phytoestrogene sind nichtsteroidale Stoffe pflanzlicher Herkunft, welche strukturell und funktionell dem Estrogen ähneln. Schon seit langem werden sie in der Naturheilkunde, der Traditionellen Chinesischen Medizin und der Homöopathie zur Behandlung gynäkologischer Beschwerden eingesetzt. In den Blickpunkt der Forschung gerieten einige Phytoestrogene aufgrund ihrer Eigenschaft, als selektive Estrogenrezeptor- Modulatoren, SERMs, zu wirken. Vor allem als Alternative zur herkömmlichen Hormonersatztherapie nach der Menopause bieten sich SERMs an. Sie wirken auf Organe estrogen, bei denen dieses gewünscht ist, auf andere Organe wirken sie nicht oder gar Estrogen-antagonistisch. So kann z.B. Osteoporose vorgebeugt oder behandelt werden, ohne die Patientin einem erhöhten Endometrium- und Mammatumor-Risiko auszusetzen. Diese Arbeit beschreibt drei unterschiedliche Versuchsansätze zur Untersuchung eines Extraktes aus dem Wurzelstock des Irisgewächses Belamcanda chinensis. Ovarektomierten Ratten, welche ein anerkanntes Modell für die postmenopausale Frau darstellen, wurden der Extrakt bzw. dessen Hauptinhaltsstoffe Tectoridin und Tectorigenin einmalig intravenös, subkutan über einen Zeitraum von 7 Tagen und schließlich drei Monate lang mit dem Futter verabreicht. Die Tiere wurden getötet und Uteri sowie Femurmetaphysen entnommen und morphologischen sowie molekularbiologischen Untersuchungen unterzogen. Es konnte gezeigt werden, dass sowohl der Extrakt aus Belamcanda chinensis, als auch Tectoridin und Tectorigenin unabhängig von Applikationsart und -dauer in der Lage waren, auf den Knochen der ovarektomierten Ratten wie ein Estrogen zu wirken, am Uterus hingegen keine estrogene Wirkung zu entfalten. Somit konnte Belamcanda chinensis einerseits eine phytoestrogene, andererseits eine SERM-artige Wirkung nachgewiesen werden.  

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Becker, Tamara: Phytoestrogene Wirkung von Belamcanda chinensis an Uterus und Knochen der ovarektomierten Ratte. Hannover 2002. Tierärztliche Hochschule.

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