Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Die Rolle des freien Thyroxins in der Diagnostik von Schilddrüsenerkrankungen bei der Katze

Jacobs, Ilka

After it`s first description in 1979 the hyperthyroidism has developed to be the most common endocrinopathy in cats up to the present day. In the routine diagnostic the clinical suspicion of a hyperthyroidism can often be confirmed by a substancially increased TT4-concentration in the serum. In the literature today it is being controversally discussed, whether FT4 has a greater diagnostic value in the diagnosis of the hyperthyroidism in cats than TT4. The „golden standard“ of FT4 analyses described to be the equilibrium dialysis. However this method is very expensive, time consuming and requires the use of radioactive substances. Therefore the aim of the present study  was *     to validate an automated method to measure FT4 in feline serum, *     to establish reference values for FT4, *     to estimate the diagnostic value of FT4 in the diagnosis of feline thyroid illnesses        and *     to investigate the degree of influences of other illnesses on TT4 and FT4.   To validate the chemiluminescence-immunoassay for measuring the FT4-concentration in feline serum, this assay was compared with the equilibrium dialysis. For the clinical study 115 Sera from 103 cats have been selected because of their history, their clinical symptoms in connection with their TT4-serumconcentrations. Using a total of 96 sera from 88 cats both methods showed a linear regression with a coefficient of correlation of r=0,90. The values obtained with the chemiluminescence-immunoassay were lower with the exception of one case.   Reference values for both methods were calculated using 26 of the sera of clinically healthy cats of different age and sex. The chemiluminescence-immunoassay reference range was 0,5 and 1,5 ng/dl, and that of equilibrium dialysis 0,99 and 2,79 ng/dl. In our data there was no difference between two year old cats and cats between two and fourteen years of age. The remaining 77 cats were either under clinical suspicion of having hyperthyroidism with or without an increased concentration of TT4, were treated with thyreostatics, suffered from other illnesses or they were clinically suspected to have a hypothyroidism. Our results suggest that FT4 is a valuable tool for diagnosing feline hyperthyroidism, and the chemiluminescence-immunoassay appears to be a reliable and practicable alternative to the equilibrium dialysis. In comparison to the dialysis the assay is fast (two hours instead of three days) and does not radioactive materials. In uncertain cases when patients are clinically suspected to have a hyperthyroidism but do not show increased TT4-concentrations, FT4 is more likely to confirm the diagnosis. All cats which were diagnosed as hyperthyroid through increased TT4-concentrations, a TRH-stimulationtest, or a successful therapy, showed also substancially increased FT4-concentrations in the chemiluminescence-immunoassay as well as in the equilibrium dialysis. The clincal suspicion of hypothyroidism could not be confirmed in any of the examined animals. The measuring of FT4 could in some cases be less time consuming than repeatedly taking blood in doubtful cases, because it can be measured in the same bloodsample as the TT4. The use of stressful and complicated stimulation- and suppressiontests could be avoided. However it must be mentioned that FT4 is considered in the literature as less specific than TT4 and can show false high values in nonthyroidal illness, even though this was not the case in this specific study.  

Die Hyperthyreose der Katze hat sich nach ihrer ersten Beschreibung im Jahre 1979 bis heute zur häufigsten Endokrinopathie der Katze entwickelt. In der Routine-diagnostik kann der klinische Verdacht auf eine Hyperthyreose häufig durch eine deutlich erhöhte TT4-Konzentration im Serum bestätigt werden. In der Literatur wird derzeit kontrovers diskutiert, ob FT4 eine größere diagnostische Aussagekraft in der Diagnostik der Hyperthyreose der Katze besitzt als TT4. Die Gleichgewichtsdialyse wird als „golder Standard“ für die Messung der FT4-Serumkonzentration beschrieben, ist jedoch zeit- und kostenintensiv und erfordert die Verwendung radioaktiver Substanzen. Die vorliegende Studie wurde daher mit der Aufgaben-stellung durchgeführt *   eine automatisierte FT4-Bestimmungsmethode für felines Serum zu validieren, *     *      einen Referenzbereich für die FT4-Serumkonzentration bei Katzen zu ermitteln, *     *      die diagnostische Aussagekraft der FT4-Serumkonzentration in der felinen Schild-       drüsendiagnostik zu beurteilen und *     *      den Grad der Beeinflussung der TT4- und FT4-Serumkonzentration bei Katzen       durch andere Erkrankungen zu ermitteln.   Zur Validierung eines Chemilumineszenz-Immunoassays für die  Bestimmung der FT4-Konzentration in felinem Serum wurde dieser Assay mit der Gleichgewichts-dialyse als Referenzmethode verglichen. Für eine klinische Studie wurden 115 Seren von 103 Katzen aufgrund des Vorberichts, der klinischen Symptome in Verbindung mit den TT4-Serumkonzentrationen ausgewählt und in verschiedene Gruppen unterteilt Bei einer Gesamtheit von 96 Seren, die 88 Katzen entnommen wurden, zeigten die beiden Verfahren eine lineare Regression mit einem Korrelations-koeffizienten von r=0,90. Die Werte des Chemilumineszenz-Immunoassays lagen dabei, von einer Ausnahme abgesehen, niedriger als die der Gleichgewichtsdialyse.. Für beide Messmethoden wurden Referenzbereiche anhand von 26 klinisch gesunden Katzen unterschiedlichen Alters und Geschlechtes ermittelt. Diese lagen für den Chemilumineszenz-Immunoassay zwischen 0,5 und 1,5 ng/dl und für die Gleichgewichtsdialyse zwischen 0,99 und 2,79 ng/dl. Im Vergleich der unter zwei Jahre alten Tiere mit den zwischen zwei und 14 Jahre alten Katzen konnte keine Abhängigkeit der FT4-Konzentration vom Alter festgestellt werden. Die restlichen 77 der 103 Katzen wiesen entweder den klinischen Verdacht auf eine Hyperthyreose mit oder ohne erhöhte TT4-Konzentrationen auf, wurden mit Thyreostatika therapiert, litten an anderen Erkrankungen oder es wurde aufgrund der klinischen Symptomatik eine Hypothyreose vermutet.   Nach dieser Studie stellt die FT4-Serumkonzentration einen durchaus brauchbaren Parameter in der felinen Hyperthyreosediagnostik und der Chemilumineszenz-Immunoassay eine zuverlässige und praktikable Alternative zur Gleichgewichts-dialyse dar. Im Vergleich zur Dialyse ist dieser Assay schneller durchführbar (zwei Stunden im Gegenansatz zu drei Tagen) und es werden keine radioaktiven Substanzen benötigt. FT4 erkennt in Grenzfällen, in denen die Patienten klinisch hyperthyreoseverdächtig sind, jedoch keine deutlich erhöhten TT4-Konzentrationen aufweisen, im Vergleich zum TT4 mehr Tiere als hyperthyreot. Alle über erhöhte TT4-Konzentrationen, einen TRH-Stimulationstest oder eine erfolgreiche Therapie bestätigt hyperthyreoten Katzen wiesen in beiden Messverfahren deutlich erhöhte FT4-Konzentrationen auf. Der klinische Verdacht auf eine Hypothyreose konnte bei keinem der fünf untersuchten Tiere bestätigt werden Da TT4 und FT4 aus derselben Serumprobe bestimmt werden können, ist die FT4-Bestimmung in einigen Fällen in der Lage Zeitverluste, z.B. durch wiederholte Blutentnahmen bei zweifelhaftem Ergebnis, zu vermeiden. Der Einsatz von stressigen und aufwendigen Stimulations- und Suppressionstests kann weiter eingeschränkt werden. Einschränkend muss eingeräumt werden, dass FT4 der Literatur zufolge im Gegensatz zu TT4 bei anderen Erkrankungen falsch erhöht sein kann, auch wenn dies in der vorliegenden Untersuchung nicht der Fall war.  

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Jacobs, Ilka: Die Rolle des freien Thyroxins in der Diagnostik von Schilddrüsenerkrankungen bei der Katze. Hannover 2002. Tierärztliche Hochschule.

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