Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Untersuchungen zur Therapie der Dorsalverlagerung des Gaumensegels beim Pferd

Cehak, Anja

In six horses, the implant material was injected unilaterally into the right half of the caudal free margin of the soft palate. After physical and endoscopic follow-up examinations, a group of two horses each were euthanised 28, 84 and 168 days after the implantation procedure. Macroscopic observations and histologic analysis followed. Comparison between the treated and the untreated half of the soft palate revealed the influence of the injection on the size of the ostium intrapharyngeum and on the soft palate thickness. Localisation of the implant material and tissue response to the Poly-lactid acid was evaluated histologically. In four horses, the implant material was injected bilaterally into the complete caudal free margin of the soft palate to determine the effect on the function of the soft palate. The horses were examined endoscopically before and after injection using a standardized examination protocol. Radiographic assessment of the soft palate thickness was performed in these horses as well. The transendoscopic injection of Poly-L-lactid acid was performed in standing sedated horses. Technical difficulties due to properties of the implant material may occur even if the recommended dilution of the suspension and the correct size of the needle is used. A high-grade swelling of the the caudal margin of the soft palate was observed after the surgical procedure and resulted in an increase of the soft palate thickness evaluated on the radiographs. One week after injection, the swelling decreased remarkably due to the absorption of the water used for the reconstitution of the suspension. In seven horses the injection sites could not be distinguished from the surrounding tissue 28 days after implantation. One horse having had an easily displaced soft palate before the injection showed remarkable improvement of the soft palate function for 112 days after implantation. Radiographic assessment of the soft palate demonstrated an increase in thickness directly after injection. The thickness declined continously with the increasing interval from injection. Neither permanent thickening of the soft palate nor alteration of the size of the ostium intrapharyngeum was evident. The implant material was detected histologically for 168 days after injection. It was characterized by good biocompatibility. In contrast to the low-grade tissue response to the implant material in the intramuscular injection site, the implant in the submucosa was surrounded by a fibrous capsule accompanied by collagen deposition between the Poly-lactid acid particles. The transendoscopic injection of Poly-L-lactid acid stands out for minimal tissue trauma and excellent tissue tolerance to the implant material. Even if the high-grade increase in collagen deposits, which can be found after treating the caudal margin of the soft palate with a Neodym-YAG-Laser, has not been observed after injection of Poly-L-lactid acid, the organisation of fibrous tissue at the injection site led to a stability of the soft palate resulting in an improvement of the soft palate function in the horse that had an easily displaced soft palate before.  

Bei zehn klinisch gesunden Pferden wurde transendoskopisch ein Poly-L-Milchsäure-Hydrogel (P.L.A.) in den freien kaudalen Rand des Gaumensegels injiziert.Bei sechs Pferden erfolgte die Implantation in die rechte Hälfte des Gaumensegels. Nach der klinischen und endoskopischen Verlaufskontrolle wurden zwei Pferde 28 Tage, zwei Pferde 84 Tage und zwei Pferde 168 Tage nach der Injektion euthanasiert, so daß eine pathomorphologische und pathohistologische Untersuchung folgen konnte. Durch den Vergleich der behandelten und der unbehandelten Gaumensegelhälfte wurde der Einfluß der Injektion auf die Größe des Ostium intrapharyngeum und auf die Dicke des Gaumensegels beurteilt. Am histologischen Schnitt wurde die Lokalisation des Implantates bestimmt und die Reaktion des Wirtsgewebes auf die P.L.A.-Schollen untersucht. Um den Einfluß der Injektion auf die Funktion des Gaumensegels in Bezug auf eine Dorsalverlagerung desselben evaluieren zu können, erfolgte die Injektion bei vier Pferden in den gesamten kaudalen Rand des Gaumensegels. Diese Pferde wurden vor und nach der Injektion in definierten Zeitabständen im Rahmen der endoskopischen Untersuchung einem Funktionstest unterzogen. Die bei diesen Pferden ebenfalls durchgeführte Röntgenuntersuchung ermöglichte die Messung der Gaumensegeldicke vor und nach der Injektion. Die minimalinvasive transendoskopische Injektion von Poly-L-Milchsäure-Hydrogel ließ sich bis auf eine Ausnahme am stehenden, sedierten Pferd durchführen. Technische Schwierigkeiten, die auf die Eigenschaften des Implantatmaterials zurückzuführen waren, können auch bei Verwendung der angegebenen Sklerosierungsnadel und einer hohen Verdünnung der Suspension nicht vollständig ausgeschlossen werden. Nach der Injektion wurde eine hochgradige Schwellung des Gaumensegelrandes beobachtet, die auch röntgenologisch nachweisbar war. Eine Woche nach der Injektion zeigte sich eine deutliche Reduzierung der Schwellung, die auf die Resorption des Aqua ad injectabile zurückzuführen war, das zur Herstellung der injizierbaren Suspension verwendet wurde. Die als abgrenzbare Umfangsvermehrungen erkennbaren Injektionstellen waren bei sieben Pferden ab dem 28. Tag nach der Implantation nicht mehr zu beobachten. Bei einem Pferd, das vor der Injektion durch ein leicht verlagerbares Gaumensegel auffiel, war bis 112 Tage nach der Implantation eine Funktionsverbesserung des Gaumensegels in Bezug auf seine Verlagerbarkeit nach dorsal feststellbar. Eine funktionelle Veränderung bei den drei Pferden mit physiologischer Funktion des Gaumensegels wurde nicht beobachtet. Die Messung der Gaumensegelsdicke am Röntgenbild belegte eine Dickenzunahme unmittelbar nach der Injektion, die mit zunehmenden zeitlichen Abstand zur Implantation stetig abnahm. Eine dauerhafte Verdickung des Gaumensegels konnte durch die Injektion nicht erreicht werden. Auch die Größe des Ostium intrapharyngeum wurde nicht beeinflußt. Das Implantatmaterial ließ sich über den gesamten Beobachtungszeitraum von 168 Tage histomorphologisch nachweisen. Es war durch eine gute Gewebeverträglichkeit gekennzeichnet. Im Gegensatz zu der geringgradig ausgeprägten Gewebereaktion auf das Implantat in der Muskelschicht zeigte sich in der Submukosa eine deutliche Organisation des Implantates in Form einer kollagenfaserreichen Kapsel, von der ausgehend septenartig Kollagenfaserstränge zwischen den Implantatschollen hindurchzogen. Die transendoskopische Injektion von Poly-L-Milchsäure-Hydrogel zeichnet sich durch eine sehr geringe Traumatisierung des Gewebes und eine sehr gute Gewebevertäglichkeit des Implantatmaterials aus. Obwohl eine hochgradige Zunahme von Kollagenfasern, die nach einer Koagulation des Gaumensegelrandes mit einem Neodym-YAG-Laser entsteht, nach Injektion von Poly-L-Milchsäure-Hydrogel nicht beobachtet werden konnte, erfolgte durch die bindegewebige Organisation im Implantatbereich eine Stabilisierung des Gaumensegels, die bis vier Monate nach der Injektion bei einem Pferd mit zuvor leicht verlagerbarem Gaumensegel in einer Funktionsverbesserung des Gaumensegels resultierte.  

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Cehak, Anja: Untersuchungen zur Therapie der Dorsalverlagerung des Gaumensegels beim Pferd. Hannover 2002. Tierärztliche Hochschule.

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