Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Einfluss der Inseminationstechnik und der Lokalisation des Inseminats auf die Trächtigkeitsrate bei Warmblutstuten unter Verwendung reduzierter Dosen flüssigkonservierten und tiefgefrorenen Hengstspermas

Bonk, Anna-Christine

The objective of this study was to compare pregnancy rates resulting from three different insemination techniques when mares were inseminated with reduced numbers of diluted fresh or frozen/thawed stallion semen. Therefore, 342 mares were assigned randomly into five treatment groups of fresh and four treatment groups of cryopreserved semen. When mares in estrus had developed a follicle of ³ 40 mm ovulation was induced by administering 1500 IU hCG iv. Mares in fresh-semen groups were inseminated once 24 hours (h) after hCG-treatment whereas frozen/thawed semen was transferred 30 h after hCG application. Within 48 h 96,8% of the mares ovulated at least one follicle. Semen from stallions of proven normal fertility was used in this experiment. The semen was collected every day, diluted with semen extender and stored at +5°C until insemination was carried out 2-4 h after semen collection (10-12 am). Pregnancy examinations were carried out by ultrasonography 15 to 18 days post ovulation. Mares of the first three groups (FS-1, FS-2, FS-3) were inseminated with 50 x 106 progressive motile sperm (pms) diluted in 12 ml semen extender either intracorporal (ICPI), deep intracornual (TICNI) or by hysteroscopic insemination (HYSI) directly onto the papilla of the uterotubal junction. The mares of group FS-4 were inseminated with 50 x 106 pms in 2 ml. The control group (FS-5) received 300 x 106 pms in the uterine body. Mares in the frozen-semen groups (TG-1, TG-2, TG-3) were inseminated with a total of 100 x 106 frozen/thawed sperm packaged in one 0,5 ml straw. The frozen semen controls were inseminated with a total of 800 x 106 spermatozoa into the uterine body. Sperm in general had a post-thaw-motility of ³ 35%. Mares were subdivided into two groups by their reproductive history. The ones with good fertility prognoses (maiden- and lactating mares) showed higher pregnancy rates (68,4%), when hysteroscopically inseminated with fresh semen than barren mares or mares who lost their pregnancy through resorption or abortion (33,3%). When mares with decreased fertility prognosis were inseminated with 300 x 106 pms into the uterine body pregnancy rates were significantly higher (84,6 %) compared to mares with foal or maiden mares (40%). Furthermore, using the hysteroscopic technique mares had better pregnancy results when inseminated on the right (80%) instead of left side (44,4). In addition the procedure of hysteroscopic insemination took significantly longer for the left than for the right side. In 35 mares double ovulations occured and resulted in 4,7% twin pregnancies. 16 mares ovulated one follicle on each ovary. When they were inseminated hysteroscopically no twin pregnancies (0/10) were observed. Assuming that less sperm will reach the contralateral tip of the horn, the risk of twin pregnancies might be reduced when using a small number of sperm in a small insemination volume transfered intracornually instead of intracorporally. There was no difference between the total pregnancy rate and the pregnancy rates of mares with single ovulations. However, the mean pregnancy rate for mares inseminated with frozen semen were significantly lower compared to the mares receiving fresh semen. To conclude, technique and site of sperm deposition in the female genital tract using reduced numbers of fresh and frozen/thawed spermatozoa did not affect pregnancy rates of warmblood mares significantly in the present study.  

In der vorliegenden Studie wurden am Niedersächsischen Landgestüt Celle 342 Warmblutstuten innerhalb der Zuchtsaisons 2001 und 2002 nach dem Zufallsprinzip in neun Versuchsgruppen eingeteilt, um drei verschiedene Besamungstechniken bei reduzierter Spermiendosis unter Einsatz von Frisch- und Tiefgefriersamen miteinander zu vergleichen. Die Stuten wurden dazu einem konstanten Besamungsmanagement unterzogen. Als Voraussetzung zur Ovulationsinduktion galt ein präovulatorischer Follikel von Æ 40 mm bei sich im Östrus befindenden Stuten. Die Stuten wurden nach intravenöser Gabe von 1500 IU hCG (Choriolutin 5000â , Fa. Albrecht, Aulendorf) 24 Stunden später mit Frisch- oder 30 Stunden später mit Tiefgefriersperma besamt. 48 Stunden nach hCG-Gabe hatten 96,8% der Stuten mindestens einen Follikel ovuliert (n = 331). Das eingesetzte Sperma stammte von Hengsten mit geprüfter normaler Fertilität. Nach der täglichen Samengewinnung wurde das mit Verdünner (INRA 82) aufbereitete Ejakulat bei + 5°C bis zur 2-4 Stunden später erfolgenden Insemination gelagert. Die Untersuchung zum Zweck der Feststellung einer Trächtigkeit erfolgte zwischen dem 15. und 18. Tag post ovulationem. Neben der Standardbesamung in den Gebärmutterkörper kam sowohl die von transrektal gelenkte tiefintracornuale Insemination wie auch die hysteroskopische Samendeponierung auf die uterotubale Papille zum Einsatz. Die Stuten der ersten vier Frischspermagruppen (FS-1, FS-2, FS-3 u. FS-4) wurden mit jeweils 50 Millionen progressiv motilen Spermien (pms) in den Gebärmutterkörper, tiefintracornual und uterotubal inseminiert. Das Besamungsvolumen der ersten drei Gruppen wurde kurz vor der Besamung von 25 Millionen pms/ml auf 12 ml durch Nachverdünnung erhöht. In FS-4 wurde mit den konzentrierten 2 ml besamt. FS-5 stellte mit 300 Millionen pms/12 ml die corporale Kontrollgruppe dar. Die Stuten der ersten drei Tiefgefrierspermagruppen (TG-1, TG-2 u. TG-3) wurden corporal, tiefintracornual und hysteroskopisch mit jeweils einer 0,5-ml-Paillette und einer Dosis von 100 Millionen Spermien belegt. Die Spermiendosis der konventionellen, corporalen Kontrollgruppe beinhaltete eine Standarddosis von 800 Millionen Gesamtspermien. Die Auftaurate betrug ³ 35% vorwärtsbewegliche Spermien. Corporale Inseminationen in den Frischspermagruppen bei Stuten mit einem ungünstigen Vorbericht führten zu signifikant besseren Befruchtungsraten (84,6%) als bei Fohlen- und Maidenstuten (45%), während bei der hysteroskopischen Besamung Stuten mit Fohlen bei Fuß oder Maidenstuten bessere Trächtigkeitsraten (68,4%) aufwiesen als die Problemstuten (33,3%). Werden die Besamungstechniken innerhalb der Gruppe der vorberichtlich als Problemstuten geltenden Stuten verglichen, so stellt sich die corporale Insemination mit 300 Millionen progressiv motilen Spermien in Hinblick auf die Trächtigkeitsrate als signifikant günstiger dar als die hysteroskopische Besamung. Umgekehrt verhält es sich bei den Fohlen- und Maidenstuten. Dort werden mit den hysteroskopischen Inseminationen signifikant höhere Befruchtungsergebnisse erzielt als mit der Kontrollgruppe. Außerdem auffällig sind signifikante Unterschiede zu Gunsten der mit der uterotubalen Besamungstechnik in das rechte Horn besamten Stuten (80%) gegenüber den linksseitig besamten (44,4%). Hysteroskopische Besamungen in das linke Horn dauerten im Mittel signifikant 3 Minuten länger als die rechtsseitigen. Durch den verzögerten Ablauf linksseitiger hysteroskopischer Inseminationen, welcher i.d.R. auf Schwierigkeiten beim Vorschieben des Endoskops in die Hornspitze zurückzuführen war, wurde die Fertilität signifikant negativ beeinflusst. Betrachtet man die Verteilung von Zwillingsträchtigkeiten nach Doppelovulation, so fällt auf, dass sich bei Insemination in den Gebärmutterkörper die Anzahl der Zwillingsträchtigkeiten aus ipsilateralen Ovulationen (20%) von denen aus kontralateralen Ovulationen (33,3%) nicht signifikant unterscheidet. Bei den tiefintracornual und hysteroskopisch besamten Stuten zeichnet sich hingegen zwischen 44,4% Zwillingsträchtigkeit nach ipsilateraler Doppelovulation und 0% nach kontralateraler Doppelovulation ein signifikanter Unterschied ab. Beim Einsatz von Frischsperma ergab sich eine Gesamtträchtigkeitsrate von 58,1%, die sich von der Trächtigkeitsrate der Stuten mit singulärer Ovulation (57,9%) nicht signifikant unterschied. Ebenso waren die Ergebnisse mit 45,3% und 44,4% bei Tiefgefriersperma nicht signifikant verschieden voneinander. Lediglich die Summe der Frischspermabesamungen wies gegenüber der Summe der mit Tiefgefriersperma besamten Stuten einen signifikanten Unterschied auf. Die in dieser Studie verglichenen Besamungstechniken und die damit einhergehende unterschiedliche Deponierung des Inseminats in utero (corporal, tiefintracornual, hysteroskopisch-uterotubal) bei Verwendung reduzierter Dosen flüssigkonservierter und tiefgefrorener Spermien unterschieden sich hinsichtlich der Fertilitätsergebnisse nicht signifikant.  

Quote

Citation style:

Bonk, Anna-Christine: Einfluss der Inseminationstechnik und der Lokalisation des Inseminats auf die Trächtigkeitsrate bei Warmblutstuten unter Verwendung reduzierter Dosen flüssigkonservierten und tiefgefrorenen Hengstspermas. Hannover 2002. Tierärztliche Hochschule.

Rights

Use and reproduction:
All rights reserved

Export